Archiv der Kategorie: Landkreis Mittelsachsen

Die Stiefelstadt Döbeln wartet auf Sie

Döbeln

Foto: Oxensepp, CC BY-SA 3.0

Döbeln ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Mittelsachsen. Die Stadt liegt in einem weiten Talkessel der Freiberger Mulde, etwa in der Mitte zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz. Die Umgebung von Döbeln ist durch eine sanfte Hügellandschaft geprägt.

Döbeln trägt den Beinamen Stiefelstadt. Und das natürlich nicht ohne Grund. Einst war das Schuhhandwerk in der Stadt angesiedelt. Zu jener Zeit wurden Schuhe noch beim Schuster und nicht in irgendeiner Billigfabrik in China gefertigt. Schuhe waren Handarbeit. Über 150 Schuster hatte Döbeln gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Natürlich wollten diese ihre Fertigkeiten auch zur Schau stellen. Ferdinand Reichel, der Gründer und Ehrenvorsitzender des Sächsischen Schumacher-Verbandes und Obermeister der Döbelner Schuhmacher-Innung, kam auf die Idee mit dem Riesenstiefel. Ja, genau, Döbeln hat einen Riesenstiefel. Mit sechs anderen Schuhmachern hat Ferdinand Reichel den Stiefel anlässlich des 600-jährigen Jubiläums der Schuhmacher-Zwangs-Innung gebaut. In etwa 750 Arbeitsstunden entstand ein Stiefel mit einer Schafthöhe von 5 Metern, einer Sohlenlänge von 190 cm und einer Sohlenbreite von 73 cm. Etwa 20 sächsische Unternehmen arbeiteten an dem Stiefel mit, für den 10 ganze Rinderhäute benötigt wurden.

 

Die Geschichte der Stadt Döbeln

Entstanden ist Döbeln etwa um 1200. Die ersten Siedlungen erfolgten im Schutze der Burg, welche auf dem Schlossberg stand. Wahrscheinlich wird Döbeln 1220 zur Stadt ernannt. Mit dem Silberbbergbau blühte auch die Stadt auf. Immer mehr Handwerkerinnungen siedelten sich hier an. Bis zum 17. Jahrhundert siedelten sich hier Tuchmacher, Hutmacher und Leinenweber an.

Die Stadt hatte aber auch mit Rückschlägen zu kämpfen. Zahlreiche Stadtbrände vernichteten viele Baudenkmäler aus den Anfängen der Stadt. Nach ihrem Niedergang verfiel auch die Burg Döbeln zusehends. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war die Burg nur noch eine Ruine, die als Steinbruch verwendet wurde. 1867 mussten auch die letzten Reste der Burg weichen, um die neue Schlossbergschule erbauen zu können.

Sehr zugesetzt wurde der Stadt während der Kriege. Sowohl der Dreißigjährige als auch der Siebenjährige Krieg hinterließen ihre Spuren. Lediglich aus dem Zweiten Weltkrieg konnte die Stadt fast schadlos hervorgehen.

 

Was gibt es zu sehen in Döbeln?

Döbeln hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die prunkvollste und attraktivste Sehenswürdigkeit aber ist das Rathaus. Das im Stil der Neorenaissance errichtetet Rathaus gehört heute zu den größten und schönsten Rathäusern. Die Stadt hat aber auch sehr viele alte Gebäude, die noch sehr gut erhalten sind. Der Grundriss der Innenstadt entspricht noch fast den ursprünglichen mittelalterlichen Grundrissen. Häuser aus der Gründerzeit und dem Jugendstil können Sie in der gut restaurierten Innenstadt bestaunen.

Besuchen sollten Sie auch den Schlossberg, der sich auf der Muldeninsel befindet. Und auch die spätgotische Stadtkirche St. Nikolai lädt mit seinem wunderschönen Hochaltar zum Verweilen ein. Am Ende der Burgstraße finden Sie einen Kuppelbau, ein beeindruckender Industriebau.

Am Rande von Döbeln, auf dem Staupitzberg, erwartet Sie der Holländerturm.

Natürlich gibt es in der Stiefelstadt auch zahlreiche Veranstaltungen, die sich um den legendären Stiefel drehen. Und den Stiefel können Sie in der zweiten Etage des Rathauses betrachten.

 

Im Landkreis Mittelsachsen unterwegs

Der Landkreis Mittelsachsen ist erst im Zuge der sächsischen Kreisreform im Jahre 2008 entstanden. Er grenzt im Norden an den Landkreis Nordsachsen, im Osten an den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Süden an Tschechien und den Erzgebirgskreis, im Südwesten an die kreisfreie Stadt Chemnitz und den Landkreis Zwickau und im Westen an den Freistaat Thüringen. Vom Mittelsächsischen Hügelland bis zum Erzgebirgsvorland reicht der heutige Landkreis Mittelsachsen.

 

Wirtschaft im Landkreis Mittelsachsen

Im Landkreis Mittelsachsen finden Sie einen bunten Branchenmix. Hier befindet sich eine der wirtschaftlich stärksten Regionen des Freistaates Sachsen. Neben Landwirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen und Industrie ist das Gebiet vor allem von technischen Unternehmen geprägt. Die Automobilzulieferindustrie und der Maschinen- und Fahrzeugbau dominieren im Landkreis Mittelsachsen ebenso wie die Halbleiterindustrie, die Papier- und Druckindustrie und die Blech- und Kunststoffverarbeitung. Aber auch die Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft sind fester Bestandteil des Landkreis Mittelsachsen.

 

Durchs grüne Mittelsachsen

Wie alles in Sachsen ist auch der Landkreis Mittelsachsen grün. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Wälder, Wiesen und Ackerflächen gibt es hier zur Genüge. Vor allem bunte Bergwiesen dominieren das Land. Interessant sind vor allem die alten Erzgänge in diesem Gebiet und die noch heute zu sehenden Bergbauhalden. Zu den wichtigsten Gewässern gehören die Talsperre Kriebstein, und die Talsperre Lichtenberg. Aber auch Flüsse kreuzen den Landkreis. Die Freiberger Mulde und die Zschopau sind die wichtigsten Flüsse hier.

 

Sehenswürdigkeiten im Landkreis Mittelsachsen

Burgen und Schlösser haben auch im Landkreis Mittelsachsen ihr Zuhause. Die über 1000-jährige Geschichte der Region hat an viele Stellen unverwechselbare Spuren hinterlassen und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Die Burg Mildenstein, das Schloss Augustusburg und der Barockgarten Lichtenwalde gehören wohl zu den bekanntesten Attraktionen. Viele Stadtkerne haben historische Bauten zu bieten und Kloster und Kirchen warten auf Ihren Besuch. Haben Sie Lust, die Geschichten vergangener Zeiten kennenzulernen, sind die vielen kleinen und großen Museen einen Besuch wert. Möchten Sie an einem Tag das ganze Erzgebirge erkunden, müssen Sie unbedingt den Miniaturpark Klein-Erzgebirge in Oederan besuchen. Häuser, Brücken, Burgen Pflanzen und Bahnen sehen Sie hier im Miniformat.