Archiv der Kategorie: Sächsische Küche

Sächsische Birnenbombe – eine süße Leckerei vom königlichen Hof

Sächsische BirnenbombeSächsische Birnenbombe ist ein uraltes Rezept. Um genauer zu sein, ein Hofrezept. Genau – diese Leckerei wurde am Hofe serviert. Und mal ganz ehrlich, was für Könige und Fürsten gut war, kann für uns nicht schlecht sein. Sie sollten das Rezept unbedingt mal versuchen. Vielleicht überraschen Sie besondere Freunde mal bei nächster Gelegenheit mit dem Rezept. Oder Sie suchen noch das i-Tüpfelchen für die Hochzeit oder den großen Geburtstag. Dann ist die sächsische Birnenbombe genau passend. Aber Vorsicht – die Leckerei wird mit Alkohol zubereitet und ist deshalb nichts für Kinder.

 

Für 12 Personen benötigen Sie:

Für die Birnenbombe:

  • 500 g reife Birnen mit einem reichen Aroma;
  • 250 g Lompenzucker (gepresster, brauner Rohrzucker);
  • ¼ Liter Wasser;
  • Saft einer Zitrone;
  • 4 Eiweiß

Für das dazugehörige Gebäck:

  • 100 g Zucker;
  • 80 g Mehl;
  • 20 g Kartoffelmehl;
  • 4 Eigelb;
  • 6 geschlagene Eiweiß;
  • abgeriebene Schale einer Drittel Zitrone;
  • 4 Eßl. Aprikosenmarmelade
  • Eiweiß-Zucker-Glasur mit Cordial-Medoc

Und so geht die Zubereitung:

Sächsische BirnenbombeDie 500 g Birnen waschen, schälen und vierteln. Samt Schalen in eine Kasserolle tun. Die Schalen sollten Sie so legen, dass Sie diese später vor dem Passieren herausnehmen können. Sie sollten Sie aber unbedingt mitkochen, da das Aroma der Birne in der Schale sitzt. Nun geben Sie die 250 g Lompenzucker dazu und füllen mit dem ¼ Liter Wasser auf. Zugedeckt lassen Sie nun die Birnen langsam weich kochen. Anschließend passieren Sie die Birnen ohne die Schalen durch ein Suppensieb. Der Grieß, der das Kernhaus umschließt, soll nicht mit in die passierten Birnen. Sollten zu viel Flüssigkeit vorhanden sein, lassen Sie den Saft einfach noch etwas einkochen. Nach dem Erkalten geben Sie den Saft der Zitrone dazu. Anschließend ziehen Sie 4 geschlagene Eiweiß darunter und geben alles in eine Bombenform. Nun kommt alles für etwa 2,5 Stunden ins Eisfach. Die Birnenmasse sollte aber nicht zu stark gefroren sein. Anschließen wird alles gestürzt und mit dem nachfolgenden Gebäck umlegt.

Für das Gebäck bereiten Sie aus 100 g Zucker, 80 g Mehl, 20 g Kartoffelmehl, 4 Eigelb, 6 geschlagene Eiweiß und dem Abgeriebenen von einer Drittel Zitrone ein Biskuit. Auf einem gebutterten Blech wird der Teig dünn aufgestrichen und im Ofen schnell gebacken. Nach dem Backen rollen Sie mit einem Rollholz leicht darüber, um Blasen zu entfernen. Bestreichen Sie den Biskiut mit der Aprikosenmarmelade, rollen Sie alles zusammen und scheiden Sie Scheiben. Belegen Sie die Scheiben mit in Zucker gekochten und mit Cordial-Medoc gewürzten Birnenvierteln und richten Sie die Biskuitscheiben um die Birnenbombe an. Sofort servieren. Guten Appetit.

Übrigens, wenn Sie keine Bombenform zu kaufen bekommen, können Sie auch ein Küchensieb mit Alufolie auslegen und dieses verwenden.

 

Bildquelle: ©ariane gramelspacher

Rindfleisch mit Meerrettichsoße – ein Genuss für die Sinne

Rindfleisch mit MeerrettichsoßeHaben Sie schon mal Rindfleisch mit Meerrettichsoße versucht? Hm, das ist einfach ein Gedicht. Der scharfe Meerrettich harmoniert wunderbar mit feinem, zartem Rindfleisch, leckeren Klößen und knackigem Gemüse. Das ist ein richtiger Sonntagsbraten. Da werden Sie und Ihre Gäste sich noch tagelang alle zehn Finger danach lecken. Glauben Sie nicht? Versuchen Sie es doch mal.

Besonders genussvoll ist das gericht, wenn Sie die feine Schärfe des Meerrettichs mit etwas süßlichem Gemüse wie Möhren kombinieren. Aber auch andere Gemüsesorten lassen sich wunderbar mit der Soße verbinden. Genau genommen gehören zu dem Gericht Kartoffeln. Wir bevorzugen in der Familie Klöße. Das hat schon unsere Großmutter so gekocht. Ein wahrer Hochgenuss, dass kann ich Ihnen versichern.

 

 

Für 4 Personen brauchen Sie:

  • 1 kg Rindfleisch
  • 2 mittelgroße Möhren
  • 1 Zwiebel
  • ½ Sellerieknolle
  • 1 Bund Petersilie
  • Salz
  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 2 TL Milch
  • frischer Meerrettich (es geht auch Meerrettich aus dem Glas)

Und so geht die Zubereitung:

Waschen Sie unter fließendem Wasser das Rindfleisch ab und tupfen Sie es trocken. Nun putzen Sie Zwiebeln, Möhren und Sellerie und schneiden alles in kleine Stücke. Die Petersilie waschen Sie, trocknen diese und hacken Sie sehr fein klein.

Das Fleisch kommt zusammen mit dem Gemüse und der Petersilie in einen Topf. Geben Sie etwa einen Liter Salzwasser dazu und lassen Sie alles eine Stunde köcheln. In der Zwischenzeit bekommt das Rindfleisch mit Meerrettichsoße seine Soße.

Das Wichtigste an Rindfleisch mit Meerrettichsoße ist natürlich die Soße. Erhitzen Sie dazu Butter und machen Sie mit dem Mehl eine Mehlschwitze. Das ganze wird mit der Milch abgelöscht und mit Fleischbrühe aufgefüllt. Lassen Sie alles gut aufkochen und geben Sie kräftig Meerrettich dazu. Je nachdem, wie scharf Sie die Soße wünschen, sollten Sie die Meerrettichmenge wählen. Anschließend sollten Sie die Soße nicht mehr kochen, denn der Meerrettich verliert beim Kochen an Schärfe.

Schneiden Sie nun das weiche Fleisch in Scheiben und servieren Sie. Rindfleisch mit Meerrettichsoße können Sie mit Kartoffeln und Gemüse servieren. Richtig lecker wird es aber erst mit Klößen. Das steht aber in keinem Kochbuch, sondern ist ein Geheimtipp, der nun gar nicht mehr so geheim ist.

 

Bildquelle: http://www.speisehaus-berlin.de/home/ – Das sollten Sie auf keinen Fall in Berlin verpassen.

Rinderroulade „Dresdner Art“ – das leckere Sonntagsgericht

RinderrouladeRinderrouladen gibt es in vielfältiger Zubereitungsweise. Bei uns gibt es natürlich die Rinderroulade „Dresdner Art“. Die leckere Rinderroulade können Sie mit verschiedenen Beilagen servieren. Am besten schmeckt sie natürlich mit Rotkohl und Grünen Klößen. Aber auch viele andere Gemüsesorten passen zu dem zarten Fleisch. Beim Kauf sollten Sie auf besonders zartes Rindfleisch achten, denn zähe Sohlen mag keiner. Das Fleisch für die Rinderroulade kommt aus der Rinderkeule, bevorzugt aus der Oberschale.








Für 4 Personen brauchen Sie:

  • 4 dünne Scheiben Rinderrouladen
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Senf
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Scheiben Schinkenspeck
  • 1 Gewürzgurke
  • 40 g Butter
  • 2 EL Sauerrahm
  • 1 EL Kartoffelmehl

Und so geht die Zubereitung:

Waschen Sie die Rouladen gründlich, trocknen Sie diese ab und befreien Sie die Scheiben von Fett. Nun salzen und pfeffern Sie die Rinderroulade und bestreichen Sie mit einer dünnen Schicht Senf. Die Zwiebeln werden geschält und in dicke Scheiben geschnitten. Auf die Rinderroulade legen Sie eine Scheibe Schinkenspeck, eine viertel Gurke und ein paar Zwiebelstreifen. Nun rollen Sie die Rinderroulade auf und stecken sie mit einer Rouladennadel fest.

In einem großen Bräter, in den die vier Rinderrouladen bequem hineinpassen, erhitzen Sie die Butter und braten die Rouladen kräftig an. Anschließend löschen Sie mit etwa 300 ml heißem Wasser ab. Decken Sie den Bräter nun zu und lassen Sie die Rinderroulade bei geschlossenem Topf etwa eine Stunde schmoren. Ab und zu gießen Sie, wenn nötig, etwas heißes Wasser zu. Nach der Garzeit stellen Sie die Rinderroulade im Bräter warm.

Für die Soße rühren Sie den Sauerrahm in den Bratenfond ein und binden alles mit dem Kartoffelmehl. Eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken. Servieren Sie die Rinderroulade auf vorgewärmten Tellern.

Bildquelle: Für das schöne Bild bedanken wir uns beim Speisehaus in Berlin/Friedrichshain. Das sollten Sie unbedingt mal besuchen. Es lohnt sich.

Sächsische Bäbe

Sächsische Bäbe – der Kuchen für Sonntag und all die anderen Tage

Sächsische BäbeSächsische Bäbe ist ein echter Klassiker in Sachsen. Der Hefenapfkuchen oder Gugelhupf, wie er auch genannt wird, hat eine lange Tradition und ist heute noch auf jedem Kaffeetisch willkommen. Sächsische Bäbe wird in einer runden Kuchenform gebacken. Früher wurde der Kuchen vor allem zum Leichenschmaus gebacken. Es war Sitte, im Haus des Verstorbenen nach der Beerdigung eine kleine Feier auszurichten, bei der einfache Speisen gereicht wurden. Damals waren es auch einfache Zutaten, aus denen die sächsische Bäbe gebacken wurde. Im Laufe der Zeit kamen Rosinen, Eier und Butter hinzu. In einigen Landstrichen wurde statt der Hefe Backpulver verwendet.

Sächsische Bäbe ist vor allem für das Kaffee trinken am Sonntag Nachmittag gedacht. Aber auch am Morgen, am Abend, am Mittwoch oder Donnerstag und zu jeder anderen Tageszeit können Sie den leckeren Kuchen reichen. Der Klassiker eignet sich vorzüglich zum Didschen. Was dischen ist? Na dabei wird der Kuchen in den Kaffee getunkt, halt eben gedidscht.

 

Diese Zutaten brauchen Sie für die sächsische Bäbe:

Für den Teig

  • 200g Butter
  • 500g Mehl
  • 30g Hefe
  • 125g Zucker
  • 250g Rosinen
  • 6 EL Rum
  • ¼ Liter Milch
  • 4 Eier
  • 4 EL Schlagsahne
  • 150g gehackte Mandeln

Für die Glasur:

  • 200g Puderzucker
  • 30g Butter

Und so geht die sächsische Bäbe:

Waschen Sie die Rosinen, lassen Sie diese abtropfen und weichen Sie die Rosinen im Rum ein. In der Zwischenzeit sieben Sie das Mehl in eine Schüssel und drücken in der Mitte eine kleine Vertiefung. Nun verquirlen Sie die Hefe mit einem Teelöffel Zucker und etwas lauwarmer Milch und geben diese in die Vertiefung. Etwas vom Mehl wird darüber gestreut. Gut abgedeckt muss das Ganze nun etwa 30 Minuten an einem warmen Platz gehen.

Zucker, Eier, Mandeln, Sahne und Butter auf dem Mehlrand geben und von der Mitte aus untermischen. Zum Schluss werden die Rosinen untergemengt. Kneten Sie den Teig so lange, bis er glänzt, und lassen Sie ihn an einem warmen Ort noch eine Stunde gehen. Nun wird der Teig noch einmal durchgeknetet und in eine mit Butter und Semmelbrösel ausgestreute Form gegeben. Bei etwa 200° Grad soll nun die sächsische Bäbe im vorgeheizten Backofen für 60 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen, das Sie in den Kuchen stechen, können Sie prüfen, ob der Kuchen durch ist.

Nehmen Sie die sächsische Bäbe aus dem Backofen und lassen Sie diese etwas abkühlen. Für die Glasur sieben Sie den Puderzucker und rühren diesen mit etwa 2 Esslöffel heißem Wasser glatt. Die Butter zerlassen Sie und rühren diese unter die Zuckermischung. Nehmen Sie den Kuchen aus der Form und übergießen Sie diesen mit dem Zuckerguss.

Guten Appetit! Und das Didschen nicht vergessen!

 

Bildquelle: Mit freundlicher Genehmigung der sächsichen Bäckerfachschule www.baeckersachsen.de

 

 

Sächsischer Sauerbraten – nicht nur für Sonntags

Sächsischer SauerbratenHaben Sie schon mal so einen richtigen, deftigen sächsischen Sauerbraten gegessen? Köstlich, einfach ein Gedicht. Schon beim Gedanken daran läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Natürlich muss der sächsische Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkraut serviert werden. Und das alles von Hand gemacht, denn das Zeug aus Tüten und Dosen schmeckt nicht wirklich. Aber heute sag ich Ihnen erst mal, wie der sächsische Sauerbraten gemacht wird. Und, nach dem Motto: „Oma ist die Beste“, gibt es natürlich hier auch das Rezept von Oma.

 

 

 

Für 4 Personen brauchen Sie:

  • 2 Möhren
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Wacholderbeeren
  • 4 Pfefferkörner
  • 2 Gewürznelken
  • 4 Piment Körner
  • 1 TL Salz
  • 500 ml Wasser
  • 250 ml Essig 10%
  • 1 kg Rindfleisch für Schmorbraten
  • ½ Flasche Rotwein (nicht zum selbertrinken!)
  • 2 Päckchen Soßenkuchen
  • Zucker

Und so geht die Zubereitung:

Sächsischen Sauerbraten müssen Sie ein paar Tage vorher zubereiten. Schälen Sie die Zwiebeln und Möhren und kochen Sie diese mit Wacholder, Lorbeer, Nelken, Piment, Pfefferkörnern, Salz, Wasser und Essig auf. Danach lassen Sie den entstandenen Sud abkühlen und legen darin das Rindfleisch ein. Das Fleisch sollte mindestens zwei Tage darin liegen. Sie können es aber auch länger liegen lassen. Bis zu einer Woche ist möglich. Je länger Sie das Fleisch im Sud lassen, desto zarter und schmackhafter wird der Braten.

Am Sonntag – oder wenn Sie den Braten servieren möchten – nehmen Sie das Fleisch aus dem Sud und tupfen es trocken. Nun wird es angebraten, bis der sächsische Sauerbraten schön braun ist. Begießen Sie den Braten immer wieder mit dem Sud. Wenn er verbraten ist, neu aufgießen. Der Sud darf vollständig aufgebraucht werden. Ist er verbraucht, gießen Sie abwechselnd Rotwein und Wasser zu. Der sächsische Sauerbraten muss mindestens 3 Stunden vor sich hin schmoren.

In der Zwischenzeit reiben Sie den Soßenkuchen sehr fein. Rühren Sie diesen später in die Soße ein. Für etwa 500 Gramm Fleisch brauchen Sie etwa einen Soßenkuchen von etwa 70 g Gewicht. Schmecken Sie am Ende die Soße noch mit Pfeffer, Salz, Zucker und Essig ab. Der Braten inklusive Soße sollte einen feinen säuerlichen Geschmack haben.

Und, ganz klar, sächsischer Sauerbraten wird ausschließlich mit echten Kartoffelklößen und feinem Rotkraut serviert. Und glauben Sie mir, die Arbeit lohnt sich. Guten Appetit!

 

 

Bildquelle: Für das Bild bedanken wir uns ganz herzlich beim Speisehaus Berlin. Auch wenn es keine sächsische Gaststätte ist, weiß man hier einen guten sächsischen Sauerbraten zu servieren.

Dresdner Christstollen ist weltweit bekannt

Dresdner ChriststollenDas glauben Sie nicht? Und ob, fragen Sie mal die Bäcker, wohin die Stollen so auf Reisen gehen. Mehr als einer verlässt vor Weihnachten Deutschland. Und schon zu Ostzeiten war der leckere Stollen begehrt. Stollen war die ostdeutsche Antwort auf das Westpaket. Übrigens war das mit dem Dresdner Christstollen zu Ostzeiten nicht ganz so einfach. Der Dresdner Christstollen wurde nicht einfach beim Bäcker gekauft.

Ich weiß noch, dass wir uns Ende Oktober einen Termin beim Bäcker holen mussten. Zum Termin brauchte man fast alle Zutaten wie Rosinen, Butterschmalz, Orangeat, Mandeln und Sultaninen zum Bäcker. Lediglich das Mehl und den Zucker steuerte der Bäcker bei. Zwei Tage später konnten wir den fertigen Stollen abholen und einlagern. Den ersten Stollen gab es dann Weihnachten. Der letzte Dresdner Christstollen wurde kurz vor Ostern angeschnitten. Dann schmeckte er besonders saftig und lecker. Mit dem heutigen Stollen, der in manchen Bäckereien angeboten wird, ist das nicht zu vergleichen. Heute lagern die Stollen zu kurze Zeit oder es wird an den Zutaten gespart. Dadurch schmeckt der Stollen zu trocken.

 

Diese Zutaten brauchen Sie für den Dresdner Christstollen:

  • 500g Mehl
  • 60g Hefe
  • 1/8 Liter Milch
  • 250g zerlassene Butter
  • Zitronenschalen
  • ½ gestrichener Teelöffel Kardamom
  • 125g geschälte Mandeln
  • 150g Zuckerprodukte
  • 1 Prise Salz
  • 125g Korinthen
  • 125g gewaschene Sultaninen
  • 125g Zitronat
  • 125g Orangeat
  • 200g Butter
  • 150g Puderzucker

 

Und so geht der Dresdner Christstollen

Sieben Sie Mehl in eine Schüssel und stellen Sie diese warm. Nun wird die Hefe mit lauwarmer Milch verrührt, in die Mitte des Mehls gegossen und mit etwas Mehl zu einem dicken Brei verrührt. Die Schüssel wird mit einem Tuch abgedeckt, damit der Brei in der Wärme aufgeht, bis er etwa zur doppelten Größe angewachsen ist. In der Zwischenzeit reiben Sie die Schalen der unbehandelten Zitronen und hacken die Mandeln.

Butter, Mandeln, Kardamom, geriebene Zitronenschale, Zucker und Salz mit dem Hefebrei und dem Mehl zu einem Teig verkneten. Dabei müssen Sie den Teig kräftig durchschlagen. Das gibt so ganz nebenbei ordentlich Muckis. Der Teig muss sich ganz leicht von der Schüssel lösen. Nun bestäuben Sie den Teig noch mal mit Mehl und lassen ihn noch mal im Warmen gehen.

Inzwischen werden Korinthen und Sultaninen im heißen Wasser gewaschen und mit einem sauberen Tuch abgetrocknet. Das Orangeat und das Zitronat werden fein gewürfelt. Heute bekommen Sie auch schon gewürfeltes Orangeat und Zitronat.

Geben Sie den Teig auf ein angewärmtes und bemehltes Teigbrett, wellen Sie es etwa 4 cm dick aus und geben Sie die Korinthen,. Sultaninen, Orangeat und Zitronat darauf. Schlagen Sie den Teig übereinander und wellen Sie ihn nochmals aus. Nun klappen Sie den Teig von Dresdner Christstollen wieder auf ein Viertel der vorherigen Größe zusammen. Nun formen Sie den Teig zu einem Stollen, geben ihn auf ein eingefettetes Backblech, bestreichen ihn mit zerlassener Butter und lassen ihn bei 50 Grad im Backofen gehen. Nach etwa einer halben Stunde bestreichen Sie den Stollen wieder mit zerlassener Butter und backen den Dresdner Christstollen bei 200 Grad auf der mittleren Schiene für etwa 40 Minuten. In der Hälfte der Backzeit noch mal mit Butter bestreichen.

Die restliche Butter wird nach der Backzeit auf dem Stollen verteilt und der Stollen wird dick mit Puderzucker bestäubt.

Möchten Sie den Stollen lagern, damit er richtig saftig wird, sollten Sie ihn ohne Puderzucker lagern. Legen Sie den Stollen an einen kühlen Ort und bewahren Sie ihn dort auf. Bringen Sie den Puderzucker dann erst beim Servieren auf.

Dresdner Eierschecke zu Gaffee un Guchn

Dresdner EierscheckeWas wäre der Sachse ohne seinen Gaffee? Nicht ohne Grund heißen die Sachsen auch Kaffeesachsen, denn ihre Liebe zum Kaffee ist groß. Das glauben Sie nicht? Schon im Siebenjährigen Krieg sollen die sächsischen Soldaten den Einsatz verweigert haben, wenn sie keinen Kaffee bekamen. „Ohne Gaffee gönn mer nich gämpfn.“ war der Ausspruch der Soldaten. Und so wurden gerade in der Armee wahre Kaffee- und Kuchenorgien gefeiert. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Und natürlich gehört zum Kaffee auch Kuchen. Ohne Kuchen geht mal gar nichts. Der gehört einfach zu einem Tässchen Kaffee dazu. Und weil es natürlich echter sächsischer Kuchen sein soll, wollen wir Ihnen heute das Rezept von der weltweit berühmten Dresdner Eierschecke vorstellen. Gut, weltweit ist ein klein wenig übertrieben. Aber nur ein ganz klein wenig.

Für ein Blech brauchen Sie:

Für den Teig:

  • 500g Mehl
  • 150g Zucker
  • 200g Margarine
  • Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 30g Hefe
  • ¼ l Milch

Für den Belag:

  • 80g Margarine
  • 300g Zucker
  • 8 Eier
  • 1 kg Quark
  • 1 Päckchen Puddingpulver Vanille
  • Salz
  • abgeriebene Zitronenschale
  • 30g süße Mandeln
  • 5 bittere Mandeln
  • 20g Stärkemehl
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 50g Butter
  • 3 Eßl. Rum

Und so geht die leckere Dresdner Eierschecke

Aus den Zutaten für den Teig bereiten Sie einen Hefeteig. Streuen Sie dazu etwas Mehl über das Hefestück, decken Sie die Schüssel mit einem Tuch ab und lassen Sie die Hefe etwa 20 Minuten an einem warmen Platz gehen. Nach der Zeit verkneten Sie die aufgegangene Hefe mit allen anderen Zutaten. Nun lassen Sie den Teig noch mal 60 Minuten aufgehen. Dann wird der Teig zusammengestoßen, kurz geknetet und ausgerollt. Geben Sie den Teig nun auf ein eingefettetes Blech.

Für den Belag rühren Sie die Margarine schaumig und geben nach und nach 200g Zucker, 3 Eier und den Quark dazu. Außerdem kommen die abgeriebene Zitronenschale, das Puddingpulver, eine Prise Salz und die geriebenen Mandeln dazu. Diese Masse streichen Sie gleichmäßig auf den Teig.

Nun werden das Stärkemehl, der restliche Zucker, der Vanillezucker, die restlichen 5 Eier, die Butter und der Rum verrührt und so lange im warmen Wasserbad geschlagen, bis alles dickschaumig ist. Nun ziehen Sie diese Masse über die Quarkmasse.

Bei mittlerer Hitze kommt nun alles für 50 Minuten in den Backofen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Oberhitze nicht so stark ist. Sonst verbrennt diese.

Und nun: Lassts eisch schmeggn! Aber Vorsicht mit Besuchern. Da ist das Blech gleich leer.

Bildquelle: Bäckerei Gnauck/Neukirch

Echte sächsische Kartoffelsuppe mit Würstchen

sächsische Kartoffelsuppe

w.r.wagner / pixelio.de

Kartoffelsuppe kommt aus Sachsen. Ja, ganz klar, kein anders Land kann so eine leckere Kartoffelsuppe machen wie die Sachsen. Kartoffelsuppe mit Würstchen ist eines der wenigen Gerichte, die ich ausschließlich bei meiner Großmutter gegessen haben. Niemand konnte die sächsische Kartoffelsuppe so gut wie sie. Übrigens hat die Pampe, die es aus Büchsen und Tüten gibt, nichts mit der echten sächsischen Kartoffelsuppe zu tun.

 

Für 4 Personen brauchen Sie:

  • 600 g Kartoffeln
  • 100 g Sellerie
  • 100 g Möhren
  • 50 g Kohlrabi
  •  1 Liter Gemüsebrühe
  •  50 g Speck
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • Kümmel, Pfeffer, Salz
  •  1 TL frisch gehackter Liebstöckel und Majoran
  • ½ Bund Schnittlauch
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1 Messerspitze Thymian

Pro Portion außerdem:

1 – 2 Wiener Würstchen und frisch gehackte Petersilie

Und so geht die Zubereitung:

Die Kartoffeln werden geschält, in Würfel geschnitten und gekocht. In das Kochwasser kommen außerdem Salz und Kümmel. Lassen Sie die Kartoffeln kochen, bis sie richtig gar sind. Dann abgießen. Dabei sollten Sie etwas Kochwasser zurückbehalten. Das brauchen wir später wieder.

Während die Kartoffeln kochen, zerkleinern Sie das Wurzelgemüse sehr fein und schneiden den Lauch in feine Scheiben. Alles wird in einem Topf angesetzt und mit der Gemüsebrühe angesetzt. Lassen Sie alles richtig gar kochen.

Nun geben Sie das Gemüse zu den Kartoffeln und füllen mit etwas Brühe auf. Nun wird alles mit einem Stampfer durchgestampft. Bitte benutzen Sie keinen Pürierstab! Damit haben Sie am Ende nur eine Pampe. Haben sie das Gemüse und die Kartoffeln gestampft, wird mit der Brühe aufgefüllt. Sollte die gewünschte Konsistenz noch nicht erreicht sein, geben Sie etwas von dem Kartoffelwasser dazu. Machen Sie die Suppe aber nicht zu dünn. Kartoffelsuppe sollte sehr dickflüssig sein. Nun würzen Sie mit Thymian, Liebstöckel, Pfeffer, Salz und Majoran. Bei ganz kleiner Hitze soll die Suppe nun noch etwas köcheln und durchziehen. Rühren Sie dabei immer wieder um.

Schneiden Sie in der Zwischenzeit Speck und Zwiebeln in kleine Würfel und schwitzen Sie diese hellgelb an. Geben Sie den klein gehackten Schnittlauch dazu und schwenken Sie alles gut durch. Geben Sie die Zwiebeln, den Speck und den Schnittlauch in die sächsische Kartoffelsuppe. Zum Schluss reiben Sie etwas Muskat in die Suppe. Nun sollte die Suppe noch mindestens 10 Minuten ziehen. Durchrühren, Würstchen dazugeben und servieren. Guten Appetit!

Übrigens schmeckt die sächsische Kartoffelsuppe am nächsten Tag noch besser. Denn dann ist sie so richtig durchgezogen.

Servieren Sie die sächsische Kartoffelsuppe am besten mit einem kräftigen sächsischen Bier. Ein würziger Kräuter als Nachtisch kann auch nicht schaden.

 

 

Sächsische Glitscher

Sächsische Kartoffel Glitscher

Klaus Steves / pixelio.de

Es mag manchem unheimlich anmuten, aber Glitscher oder Reibekuchen, wie sie in anderen Bundesländern heißen, stammen nicht aus der Kühltruhe. Früher wurden die Dinger wirklich noch per Hand aus richtigen natürlichen Zutaten gemacht. Und jeder der die echten, selbst gemachten Glitscher kennt, weiß, dass diese um Meilen besser schmecken als das Zeug aus dem Supermarkt. Allerdings erfordern die Glitscher echte Handarbeit. Dafür werden Sie mit einem Genuss für Gaumen und Sinne belohnt. Bei uns gab es früher ein richtiges Wettessen mit den Kartoffelpuffern. So werden die Dinger nämlich auch noch genannt, weil sie eben aus Kartoffeln sind. Das Rezept ist ganz einfach. Die Vorbereitung geht auf die Knochen, der Geruch im Haus hält sich tagelang. Deshalb werden die sächsischen Glitscher auch vorwiegend im Sommer zubereitet. Warum die Glitscher heißen? Na weil die erst in die Pfanne und dann auf den Teller geglitscht werden.

 

Zutaten für die sächsischen Kartoffelglitscher

Für 6 Personen (Vorsicht! Bei echten Liebhabern reichen die Angaben nicht für 6 Personen) benötigen Sie folgende Zutaten:

 

  • 1 kg rohe Kartoffeln
  • 600 g gekochte Kartoffeln
  • etwa 200 ml Leinöl
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Eier
  • Salz
  • etwas Muskat

 

Kartoffelmehl oder ähnliches Zeugs gehört nicht in den sächsischen Glitscher.

 

Und so gehen die sächsischen Glitscher

Die gekochten und rohen Kartoffeln werden gerieben. Wenn Sie sich die Sache etwas leichter machen wollen, können Sie für die gekochten Kartoffeln auch eine Kloßpresse verwenden. Um das Reiben der rohen Kartoffeln per Hand kommen Sie aber nicht herum. Anschließend geben Sie die Eier, das Salz, die fein geschnittenen Zwiebeln und das Muskat hinzu und lassen den Teig etwa eine halbe Stunde ziehen. Finger weg! Es wird nicht genascht!

Nun erhitzen Sie das Leinöl in der Pfanne und geben immer ein kleines Häufchen vom Teig ins heiße Öl. Die sächsischen Glitscher werden von beiden Seiten goldbraun angebrutzelt.

 

Und was gibt es dazu?

Bei uns gab es früher etwas Salz und einen Gurken-Bohnen-Salat dazu. Wir stehen halt auf die herzhafte Variante. Wer es lieber süß mag, kann Apfelmus dazu servieren. Sächsische Glitscher lassen sich aber auch hervorragend zu Fleisch und Gemüse anrichten. Dazu gibt es natürlich ein richtiges Radeberger. Probieren Sie es einfach aus. Hauptsache es schmeckt.