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Erhalt der traditionellen Bausubstanz von Chemnitz

Das Stadtbild von Chemnitz ist geprägt von Gebäuden mit traditioneller Bausubstanz, die es zu schützen gilt. Zahlreiche Kulturdenkmäler wie die historische Innenstadt, alte Fabrik- und Bürogebäude und viele Mietshäuser mit barocken Formelementen, gründerzeitlichen Ziegelfassaden oder mit Jugendstilmotiven verleihen der Kulturstadt Chemnitz ihren einzigartigen Charakter.

Erhalt des historischen Viadukts

Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das 1906 errichtete und 250 Meter lange Viadukt über der Chemnitz ein Imageträger. Auf alten Postkarten ist dieses beeindruckende Brückenbauwerk abgebildet und auch die Stadtverwaltung warb über Jahrzehnte mit dem traditionellen Wunderwerk der Technik in ihren Broschüren. Dieses historische Bauwerk an der Annaberger Straße ist ein unverzichtbares Wahrzeichen der Stadt Chemnitz und besitzt für viele Bürger hohen symbolischen Wert.

Das Viadukt soll nun im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke abgerissen werden, auch der partielle Erhalt ist kaum vorstellbar. Einem Umbau würde die innere Konstruktion zum Opfer fallen und die Ästhetik des Fachwerks deutlich mindern. Eine sinnvolle Alternative zum Erhalt und Denkmalschutz des gesamten Bauwerkes schlägt das Stadtforum Chemnitz vor.

Stadtteil-Geschichte darf nicht verloren gehen

Die Häuser in der Reitzerstraße 2 und 4 in Chemnitz-Kappel weisen keine Jugendstilelemente oder barocke Formen auf. Zeitgeschichtlich gesehen sind diese Gebäude Neubauten, da sie erst nach dem Krieg errichtet wurden. Aber es handelt sich um die ersten Gebäude, die Menschen wieder Hoffnung gaben auf eine bessere Zukunft.

Selbstverständlich entsprechen die Häuser nicht den modernsten Anforderungen. Trotzdem lebten viele Mieter zufrieden in den Räumen und arrangierten sich problemlos mit den Gegebenheiten. Durch nicht durchgeführte Investitionen zuständiger Institutionen verschlechterte sich der Zustand der Häuser über die Jahre zunehmend. Bürgerinitiativen bemühten sich um den Erhalt der Gebäude und führten Gespräche mit den Verantwortlichen der Stadt. Nach einigem Hin und Her wurde der Abriss bis heute knapp verhindert.

Fassaden und städtebauliche Maßnahmen nehmen großen Einfluss

Jede städtebauliche Maßnahme hat eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf das Befinden von Bürgern und das Stadtbild. Das Wohlbefinden der Anwohner in der Zschopauer Straße wurde deutlich eingeschränkt. Unmittelbar vor den Wohnhäusern ragen nun Schallschutzwände auf. Vielleicht wurde den Anwohnern etwas mehr Ruhe geschenkt. Zugleich wurde ihnen durch diese bauliche Maßnahme aber auch ein Teil an Wohnqualität genommen.

Bei den genannten Beispielen haben entschlossene Bürger alles versucht, um die geplanten Bauvorhaben im Sinne der Wahrung des Gesichts der Stadt zu beeinflussen und aktiv zu Denkmalschutz beizutragen. Denn all diese Gebäude und Straßenzüge leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der speziellen Atmosphäre, die Anwohner und Gäste auf ihrem Weg durch die Stadt begleitet.

Durch jahrelange Erfahrung haben auch die ortsansässigen Trockenbauunternehmen ein großes Know-how für den so wichtigen Denkmalschutz entwickelt und stehen Privatpersonen zur Hilfe bereit, um die optische und emotionale Seite der Stadtgeschichte am Leben zu erhalten. Kontaktinformationen zu diesen Unternehmen finden sie hier. Wenn Sie sich selbst in die rechtlichen Bestimmungen zum Denkmalschutz einlesen möchte, bietet die Seite der Denkmalplege in Sachsen neben verschiedensten Definitionen zu den Teilbereichen des Denkmalschutzes auch spezielle Rechtstexte.

 

Rabenstein: Erholung für die Chemnitzer und ihre Gäste

Burg RabensteinChemnitz hat immer noch den Ruf des hässlichen Entleins unter den sächsischen Großstädten. Dabei gibt es auch hier viele schöne Ecken zu entdecken. Beispielsweise den Stadtteil Rabenstein, eines der beliebtesten Naherholungsgebiete der Chemnitzer und ihrer Gäste. So ist es fast schon schwierig, an Wochenenden oder Feiertagen bei schönem Wetter einen Parkplatz zu finden. Rabenstein liegt im Westen der Stadt im Landschaftsschutzgebiet „Rabensteiner Wald“. Über die A72 bzw. die A4 (Abfahrt Limbach-Oberfrohna/Chemnitz-Rabenstein) oder aus der Innenstadt heraus mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Stadtteil gut erreichbar.

Erstmalige Erwähnung fand der Ort im 12. Jahrhundert als „Herrschaft Rabenstein“. In dieser Zeit wurde auch die Burg errichtet. Im Laufe der Zeit bildeten sich die beiden Ortsteile Ober- und Niederrabenstein heraus. Während Oberrabenstein eher dörflich blieb, entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Niederrabenstein Industrie. Strickhandschuhe und Strumpfwaren wurden hier hergestellt. Außerdem gab es eine Brauerei und eine Branntweinbrennerei. 1950 wurde Rabenstein von Chemnitz eingemeindet.

 

Natur und Historisches

Die bereits erwähnte Burg ist so etwas wie der Mittelpunkt des heutigen Naherholungsgebiets Rabenstein. Sie ist die kleinste mittelalterliche Burg Sachsens. Heute bietet das Objekt Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen. In der Unterburg ist Platz für Familienfeiern in historischer Umgebung.

Gleich neben der Burg befindet sich das von Johann Georg Siebert erbaute barocke Schloss. Aufwendig renoviert beherbergt es ein Integrationshotel und ist bekannt für sein Restaurant mit hervorragender Küche.

Naturhistorische Entdeckungen können in den Felsendomen Rabenstein gemacht werden. Im sanierten Schaubergwerk sind die hier relativ kleinen Stalagmiten und Stalaktiten zu sehen. Wer sich traut, ist herzlich zum Höhlentauchen eingeladen. Aber auch trauen lassen kann man sich hier. Ein wahrlich ungewöhnlicher und unvergesslicher Ort für eine Hochzeit!

 

Wandern, Sport und Ausspannen

Schloss RabensteinNatürlich lädt der „Rabensteiner Wald“ zu einer kleinen Wanderung oder Radtour ein. Entlang einer ehemaligen Bahnstrecke führt ein Panoramawanderweg mit tollen Ausblicken über Chemnitz und das Erzgebirge. Dieser Weg führt über eine der ältesten Stahlbaubrücken Deutschlands. Das unter Denkmalschutz stehende Viadukt ist 150 Meter lang und 23 Meter hoch. Der letzte Zug fuhr hier bereits 1950.

Wer es lieber tierisch mag, besucht den Tierpark, der im Volksmund „Pelzmühle“ heißt. Hier hat man sich auf vom Aussterben bedrohte Tierarten spezialisiert. Direkt nebenan ist der beliebte Pelzmühlenteich. An dessen Ufer ist in und an einem modernen Ausflugsrestaurant für das leibliche Wohl der zahlreichen Ausflügler gesorgt.

Eine Mischung aus Action und Entspannung bietet der Stausee Oberrabenstein, volkstümlich die „Badewanne der Chemnitzer“ genannt. Auf einer Wasserfläche von ca. 6,5 Hektar wird geschwommen, gerudert oder mit einem Wassertreter gegondelt. Ein Highlight ist die 84 Meter lange Rutsche. Volleyballplätze oder Tischtennisplatten sind für Sportbegeisterte vorhanden. Sonnenanbeter legen sich einfach entspannt an den 400 Meter langen Strand. Wer länger bleiben möchte, kann sich auf dem nicht weit entfernten Campingplatz „häuslich“ einrichten.

Viel Spaß in Chemnitz-Rabenstein!

In der kreisfreien Stadt Chemnitz unterwegs

Chemnitz ist die dritte kreisfreie Stadt in der Sachsenrunde. Von 1953 bis 1990 trug sie den stolzen Namen Karl-Marx-Stadt. Sie liegt im Südwesten des Freistaates am Rande des Erzgebirges. Hier befindet sich eine der drei Standorte der Landesdirektion Sachsen. Ihren Namen hat die Stadt vom gleichnamigen Fluss erhalten, welcher die Stadt durchquert. Die Stadt selber liegt im Erzgebirgsbecken. Sie grenzt an die Landkreise Mittelsachsen, Zwickau und den Erzgebirgskreis.

 

Die kreisfreie Stadt Chemnitz ist eine grüne Stadt

Ausgedehnte Parkanlagen und Grünflächen bestimmen das Stadtbild. Chemnitz verfügt über mehr als 1.000 Hektar Grün. Das verteilt sich auf Wiesen, Parks und Wälder. Hier kommen statistisch gesehen etwa 60 m² Grünfläche auf jeden Einwohner. Im Stadtgebiet von Chemnitz gibt es aber auch zwei Naturschutzgebiete. Am Schusterstein und um den Eibsee finden Sie Erholung im Grünen. Aber auch zahlreiche Landschaftsschutzgebiete gehören zum Stadtgebiet. An Grün mangelnd es der Stadt nicht.

 

Sehenswürdigkeiten in der kreisfreien Stadt Chemnitz

Chemnitz hat weit aus mehr zu bieten, als den Kopf Karl Marx. Trotzdem wird dieser natürlich von Besuchern der Stadt am meisten besucht. Das Monument ist das Wahrzeichen der Stadt. Übrigens ist der Nischel, wie er in Sachsen liebevoll genannt wird, nach der ägyptischen Sphinx der zweitgrößte Kopf, der freisteht. Doch in Chemnitz finden Sie noch mehr, was wirklich sehenswert ist. Der Rote Turm, der Theaterplatz oder das Alte und Neue Rathaus können sich schon blicken lassen. Aber auch das Opernhaus ist einen Besuch wert.

 

Die Wirtschaft in der kreisfreien Stadt Chemnitz

In Chemnitz haben viele Unternehmen ein Zuhause gefunden. Die Stadt ist heute das am stärksten industrialisierte Gebiet in Mitteldeutschland. Vor allem die Automobilindustrie ist hier zu finden. Unternehmen wie ThyssenKrupp, das Volkswagen-Motorenwerk und Continental geben den Menschen dieser Region Arbeit. Aber auch der Maschinenbau und die Mikrosystemtechnik sind in Chemnitz angesiedelt. Inzwischen haben sich auch ausländische Unternehmen hier ihren Platz gesucht. Bei der Entwicklung der Stadt spielt auch die verarbeitenden Unternehmen eine große Rolle. 2008 konnte die Stadt sogar als Aufsteiger des Jahres beim Ranking der 50 größten Städte Deutschlands von sich Reden machen. Bereits zum fünften Mal zählt die kreisfreie Stadt Chemnitz zu den wachstumsstärksten Städten. Und das will was heißen.

Unterwegs in der Stadt Chemnitz

Karl-Marx-Kopf in ChemnitzDie kreisfreie Stadt Chemnitz liegt am Nordrand des Erzgebirges im Südwesten Sachsens. Sie ist mit einer Fläche von ca. 220 Quadratkilometern die drittgrößte Stadt des Freistaats. Zurzeit hat Chemnitz etwa 240 000 Einwohner. Der Fluss, der durch die Stadt fließt, gab dieser ihren Namen. Chemnitz zählt heute zur Wirtschaftsregion Chemnitz – Zwickau, eine der bedeutendsten in den neuen Bundesländern.

Von „Ruß-Chamtz“ über „Karl-Marx-Stadt“ zur „Stadt der Moderne“

Im Jahr 1143 wurde Chemnitz zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt entstand aus einer stadtähnlichen Siedlung in der Nähe einer Furth über den Fluss Chemnitz.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts entstand hier einer der bedeutendsten Industriestandorte. Schnell war von „Ruß-Chamtz“ oder dem „Sächsischen Manchester“ die Rede. Werkzeugmaschinen, Lokomotiven oder Textilmaschinen gingen von Chemnitz in die Welt. Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts war Chemnitz sogar die reichste Stadt Deutschlands.

Die historische Innenstadt wurde bei den alliierten Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg am 13./14. Februar und 5. März 1945 nahezu vollständig zerstört. Infolge dessen zeichnete sich die Innenstadt jahrzehntelang durch ein fehlendes Zentrum und „sozialistische Architektur“ aus. Rathaus Chemnitz

Am 10. Mai 1953 wurde Chemnitz anlässlich des Karl-Marx-Jahres und zu dessen Ehren durch einen Beschluss der DDR-Regierung in „Karl-Marx-Stadt“ umbenannt. Seit 1971 hat der Karl-Marx-Kopf (im Volksmund „Nischel“) seinen Platz an der Brückenstraße (damals Karl-Marx-Allee). Er ist eine der größten Porträt-Büsten der Welt. Nach einer Volksabstimmung bekam die Stadt am 1. Juni 1990 ihren alten Namen zurück.

Nach der Wende entstand rund um das Rathaus und die Innere Klosterstraße ein neues Stadtzentrum, in dem man heute flanieren kann. „Stadt der Moderne“ heißt der aktuelle Slogan von Chemnitz. Dies schlägt sich z. B. in der engen Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft nieder. VW, IBM, Thyssen Krupp, Hörmann Rawema, Siemens VDO oder die Union Werkzeugmaschinenbau arbeiten mit den Bildungseinrichtungen der Stadt eng zusammen, wie der TU Chemnitz, an der es etwa 10 000 Studenten gibt.

Chemnitz? – Da gibt’s doch nichts zu sehen!

Versteinerter Wald ChemnitzOh doch! Auch in Chemnitz gibt es viele Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Neben dem Karl-Marx-Kopf gehört natürlich das älteste Wahrzeichen der Stadt, der Rote Turm, dazu. Er gehörte einmal zur Stadtbefestigung und wurde u. a. als Gefängnis genutzt. Die meisten historischen Gebäude sind auf dem Kaßberg erhalten geblieben. Von hier aus ist es nicht weit zum Schlossteich, auf dem man in der warmen Jahreszeit eine Paddeltour unternehmen kann. Durch den Küchwald kann man auf einer Strecke von 2,3 Kilometern mit der Parkeisenbahn (ehem. Pioniereisenbahn) eine Runde drehen.

Sehr interessant ist auch das ehemalige Kaufhaus „DAStietz“, in dem sich Bildung und Kultur begegnen. Neben der Stadtbibliothek und der Volkshochschule sind hier das Museum für Naturkunde und die Neue Sächsische Galerie untergebracht. Highlight des Hauses ist aber der „Versteinerte Wald“. Diese Kieselhölzer entstanden durch einen Vulkanausbruch. Die Bäume wurden dabei unter 80 bis 100 Grad heißen Auswürfen des Vulkans bedeckt. Seit 1737 stieß man bei Grabungen immer wieder auf diese Hölzer.

Auf Technik-Fans warten das Sächsische Eisenbahnmuseum im Stadtteil Hilbersdorf oder das Industriemuseum Chemnitz auf der Zwickauer Straße.

Am Abend ist vielleicht noch etwas Zeit, um sich eine Aufführung im Opernhaus anzusehen. Bei dieser Gelegenheit kann gleich der Theaterplatz mit der Petrikirche besichtigt werden.

Reizvolles Umland

Auch das Umland von Chemnitz lädt zu Ausflügen ein. Sehr beliebt ist das Wasserschloss Klaffenbach. Das Renaissance-Schloss lockt mit Gastronomie, Kultur und Kunst. Wechselnde Sonderausstellungen gibt es auf der Burg Rabenstein, der kleinsten mittelalterlichen Burg Sachsens. Sehr nahe sind auch das Schloss Augustusburg und das Schloss und der Barockgarten Lichtenwalde.

Soll es etwas weiter in die Umgebung gehen, lohnt sich natürlich immer ein Ausflug ins Erzgebirge, z. B. zu den Greifensteinen, nach Annaberg-Buchholz oder Oberwiesenthal. Oder man besucht den Musikwinkel rund um Klingenthal und Markneukirchen im Vogtland.