Die Bergkirche Beucha – einer der „Drei Hohepriester“ im Leipziger Land

Bergkirche Beucha

Foto: Thomas Wagner

Hoch oben über dem Steinbruch von Beucha erhebt sich stolz eine kleine Bergkirche. Sie gehört im Leipziger Land zu den meist fotografierten Kirchen – und das nicht ohne Grund. Beim Blick über den Steinbruch stellt sich dem Fotografen zu jeder Tageszeit ein reizvolles Bild, das seinesgleichen sucht. Vor allem in den Abendstunden, wenn die letzten Strahlen der Sonne die kleine Bergkirche in gleißendes Licht tauchen, bietet sich dem geübten Fotografenauge ein zauberhaftes Motiv.

Zu finden ist die Kirche in Beucha. Der Kirchberg mit Bergkirche bildet ein markantes Ensemble in der Ortsmitte. Den kleinen „Bergsee“, über den die Bergkirche thront, gibt es noch nicht so lange. Bis 1950 befand sich hier ein Steinbruch, aus dem unter anderen die Steine für das Leipziger Völkerschlachtdenkmal gewonnen worden. Der Kirchbruch, wie der Steinbruch heute heißt, wurde 1950 geflutet und wird heute in den Sommermonaten oft für eine kleine Abkühlung genutzt.

Die Geschichte der Bergkirche Beucha

Die ersten Grundpfeiler für die Kirche wurden bereits in den Jahren 1000 bis 1200 gelegt. 1429, nachdem Beucha samt Kirche von den Hussiten niedergebrannt war, entstand ein neues Kirchenschiff. Einhundert Jahre später wurde der Berg teilweise abtragen. Der Kirchbruch war nur einer von vielen Steinbrüchen in Beucha. 1847 wurde das kleine Kirchenschiff abgerissen und durch ein neues ersetzt, welches größer war. Eigentlich sollte die Kirche gänzlich abgerissen werden, denn der Steinbruch sollte mehr genutzt werden. Doch der damalige Pfarrer Stephani setzt sich für den Erhalt der Bergkirche ein. Seine Grabstätte befindet sich heute am Kircheneingang.

Bergkirche Beucha

Foto: Thomas Wagner

Kurz vor Kriegsende des II.Weltkrieges wurde die Kirche 1945 sehr stark beschädigt. Sowohl das Kirchendach als auch die Orgel fielen den Bomben zum Opfer. Die notdürftige Instandsetzung erfolgte ein Jahr später. Doch erst von 1989 bis 1997 konnten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten ausgeführt werden. Die Wiedereinweihung der Bergkirche Beucha erfolgte am 31.10. 1997.

In den Sommermonaten lohnt sich ein Besuch der Bergkirche besonders, denn von Ostersonntag bis zum Reformationstag hat die Kirche jeden Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und lädt zur Besichtigung ein.

Der Kirchbruch am Fuße der Bergkirche Beucha

Im Steinbruch, über den sich die Bergkirche Beucha befindet, wird schon seit 1958 kein Beuchaer Granitporphyrs mehr abgebaut. Seit dieser Zeit wird kein Wasser mehr abgepumpt, sodass ein kleiner See entstand. Die Sohle des Kirchbruchs befindet sich in 53 m Tiefe, die Wassertiefe beträgt 38 m. Der Kirchberg liegt 147 m über NN. Um den See führt schon heute ein Rundweg, der aber in den nächsten Jahren noch mehr ausgebaut werden soll.

Bild: Thomas Wagner dasnirgendwo.de

Wohnen und Leben im Landkreis Leipzig

elster-1530597_640Im Jahr 2008 wurde aus dem Leipziger Land und dem Muldentalkreis der Landkreis Leipzig gebildet. Neben den bekannten Städten Borna, Grimma, Markkleeberg und Wurzen zählen 16 weitere Städte sowie 14 kleinere Gemeinden zu diesem Landkreis, was für mehr als 257.000 Menschen auch das Wörtchen „Heimat“ bedeuten.

Besonders stolz sind die Einwohner auf ihre ausgeprägten Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Vogelschutzgebiete sowie die 14 Seen mit einer Gesamtwasserfläche von 4.270 ha. Die Wochenenden und ihre Freizeit verbringen die Menschen im Kreis in dem aus Tagebaurestlöchern entstandenen Leipziger Neuseenland, im sächsischen Burgenland mit seinen majestätischen Burgen sowie prunkvollen Schlössern oder aber in den malerischen Landschaften des Kohrener Landes.

Zu den restaurierten Burgruinen aus dem 15. Jahrhundert und vielen historischen Gemäuern aus dem 18. und 19. Jahrhundert bieten die modernen Massivhäuser in den Wohngebieten rund um Leipzig, Markranstädt oder Frohburg einen attraktiven Kontrast. Noch ausreichend vorhandenes Bauland ermöglicht im Landkreis Leipzig, das zentrale und lebendige Leben in den Städten mit der Ruhe und Erholung der angrenzenden Gemeinden zu verbinden, wovon insbesondere Familien profitieren.

Bauen für heute & morgen

Wer sich für den Hausbau in und um Leipzig entscheidet, trifft einen Entschluss für die Zukunft und sollte diesen auch als solchen betrachten. Schon die Kriterien der Langlebigkeit, Wertstabilität und Energieeffizienz sprechen dabei für ein Massivhaus, das individuellen Ansprüchen Rechnung trägt und sich nahtlos in die Umgebung des Landkreises einfügt. Die hochwertigen und in der Regel umweltfreundlichen Baustoffe sind dabei ein Garant für Haltbarkeit, was natürlich auch Kompetenz und Qualität bei der Verarbeitung voraussetzt.

Ein Massivhaus, in traditioneller Bauweise Stein auf Stein gemauert, bietet dem Bauherrn die größtmögliche Gestaltungsfreiheit und ein Höchstmaß an Flexibilität. Dann nämlich, wenn nach vielen Jahren des Wohnens vielleicht Umbauten wegen Auszug der Kinder oder wegen des eigenen Gesundheitszustandes notwendig werden, spielt das massive Haus seine Vorteile gegenüber anderen Bauweisen aus. Ergänzungen, Umbauten, Modernisierungen und Sanierungen können beim massiv errichteten Haus weitaus besser durchgeführt werden, als beispielsweise beim Bau aus Fertigteilen.

Die aktuellen Massivhäuser werden nach Standard der gültigen EnEV (Energieeinsparverordnung) errichtet. Zusätzlich ist es möglich, massive Niedrigenergie- und Effizienzhäuser zu bauen. Selbst dann, wenn in weiter Zukunft die Auflagen noch strenger werden, lässt sich das Massivhaus leicht um innovative Dämm-, Solar-, Fotovoltaik- und Heizsysteme ergänzen.

Auf einen hohen Wohnkomfort und eine positive Zukunftsperspektive mit Massivhäusern hat sich das Massivhaus-Zentrum aus Magdeburg spezialisiert, das seit 1995 bereits viele Wohnträume im Landkreis Leipzig wahr gemacht hat.

Beratung – Planung – Ausführung

Ehrlich währt am längsten; dieses allgemein bekannte Sprichwort gehört beim Massivhaus-Zentrum zur Unternehmensphilosophie. Im Gegensatz zu typischen Verkaufsgesprächen werden beim Massivhausspezialisten detaillierte Beratungsgespräche geführt, bei denen keine Frage offenbleibt. Dank jahrelanger Erfahrung wissen die Berater des Unternehmens genau, welche Bauprojekte besser ein Wunschtraum bleiben sollten und welche Bauwünsche realisiert werden können. Lässt sich das gewünschte Traumhaus nicht finanzieren, argumentiert das Massivhaus-Zentrum mit ehrlicher Vernunft.

leipzig-1530589_640Sind die Beratungsgespräche aber abgeschlossen und erfolgreich, profitieren künftige Häuslebauer von der individuellen Bauplanung beim Massivhaus-Zentrum. Das Planer- und Architektenteam nimmt sich der Wünsche, Ansprüche und Bedürfnisse der Bauherren an und bringt selbst zukunftsorientiert durchdachte Ideen ein, ohne aber jemals die Kosten aus den Augen zu lassen. Das Massivhaus soll schließlich nicht nur bezahlbar sein, sondern auch bleiben. Neben der Entwurfsplanung beinhaltet die Planungsarbeit des Unternehmens auch die erforderlichen Genehmigungen und Gutachten sowie die Bereiche Statik, Energie und Ausführung.

Nach der individuellen Hausplanung erstellt das Massivhaus-Zentrum ein faires Festpreisangebot und arbeitet nach Zuschlag ausnahmslos mit qualifizierten Fachbetrieben zusammen, dessen erfahrene Bauhandwerker das Massivhaus nach allen Regeln der Handwerkstradition errichten. Begleitet und betreut werden die Bauherren von der ersten Beratung bis weit nach dem Einzug, sodass immer ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Von Einfamilienhäusern und Stadtvillen

Kleiner Bungalow im Dörfchen Otterwisch, komfortables Stadthaus in Brandis oder romantische Villa in Zwenkau zwischen Weißer Elster und Pleiße; das Massivhaus-Zentrum setzt individuelle Bauvorhaben im ganzen Landkreis Leipzig um. Zur ersten Inspiration können die Hausentwürfe dienen, mit denen das Massivhaus-Zentrum bereits viele Menschen erfolgreich und glücklich in die eigenen vier Wände gebracht hat.

Mehr Informationen unter: https://www.massivhaus-bauen-leipzig.de/

Fotos: pixabay/Elias_Photography

Süß-saure Flecke – mehr als ein Arme-Leute-Essen

Rezept FleckeGerade jetzt, vor der Weihnachtszeit, möchten viele sich etwas mit dem Essen zurückhalten. Schließlich wollen Sie an den Weihnachtstagen ordentlich zuschlagen und nach allen Regeln der Kunst schlemmen. Da ist es schon angebracht, wenn Sie in den Tagen vor Weihnachten sich etwas zügeln. Ein nicht nur in Sachsen weitverbreitetes Gericht sind die süß-sauren Flecke, die auch als Kutteln oder Piepen bezeichnet werden. Obwohl Flecke weltweit zum Kochen verwendet werden, ist das Gericht in Deutschland vor allem in Sachsen und Süddeutschland beheimatet. Flecken waren einst besonders bei der armen Landbevölkerung ein beliebtes Gericht, denn durch die enthaltenen Innereien beinhaltet das Essen viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

Für 4 Personen brauchen Sie:

  • ca. 1 kg gereinigte und vorgekochte Flecke
  • 2 Zwiebeln
  • Lorbeer
  • etwas Mehl
  • etwas Butter
  • Essig, Zucker, Pfeffer, Salz
  • 6 Kartoffeln
  • 4 Gewürzgurken

Und so geht es

Der gereinigte Pansen wird gut abgespült und kurz überbrüht. Das Wasser wird nicht verwendet. Nun kommt der Pansen in einen Topf mit kaltem Wasser. Geben Sie die Zwiebeln und die Gewürze dazu und lassen Sie alles etwa 3 Stunden kochen, bis der Pansen weich ist.

Inzwischen schälen Sie die Kartoffeln und schneiden diese in kleine Stücke. Diese werden in Salzwasser weich gekocht. Die Gewürzgurken werden klein geschnitten.

Flecke RezeptSobald das Fleisch weich ist – es sollte nicht zerfallen – nehmen Sie dieses aus der Brühe. Lassen Sie das Fleisch etwas abkühlen und schneiden Sie es in kleine Stücke. Gießen Sie die Brühe durch ein Sieb und geben Sie diese in einen großen Topf. Nun kommen die Flecke, die gegarten Kartoffelstückchen und die Gurkenwürfel dazu. Alles darf noch etwas langsam köcheln. Mancher gibt auch noch weiche Möhrenstückchen dazu.

Nun machen Sie aus Mehl und Butter eine Einbrenne und löschen diese mit etwas kaltem Wasser ab. Rühren Sie die Einbrenne langsam in die Suppe mit den Flecken ein. Schmecken Sie mit Zucker und Essig sowie etwas Salz und Pfeffer ab.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Natürlich gibt es Flecke, Kutteln, oder wie auch immer das Gericht aus Pansen bezeichnet wird, heute in vielen Variationen. Verwendet wird nicht nur Rinderpansen, sondern auch Pansen vom Hausschaf oder dem Rindskalb. Zum Einsatz kommen sowohl der Netzmagen als auch der Labmagen und der Blättermagen.

Der Pansen sollte unbedingt schon beim Fleischer vorgekocht sein, denn sonst brauchen Sie bis zu 10 Stunden, eher er weich ist. Auch die Reinigung ist nicht ganz einfach und sehr aufwendig.

In den meisten sächsischen Orten wird das Gericht als Flecke bezeichnet. Mancherorts ist es aber als Kutteln bekannt. Die Bezeichnung Kutteln kommt übrigens vom mittelhochdeutschen kutel, was nichts anderes als „Eingeweide von Tieren“ bedeutet und seit dem 13. Jahrhundert verwendet wird. Die Bezeichnung Kaldaunen für die Flecke stammt aus dem Vulgärlateinischem und bedeutet so viel wie „noch warme Eingeweide“. Arme Studenten, die ihre Mahlzeiten von Wohltätigkeitsorganisationen erhielten, wurden deshalb abfällig als Kaldaunenschlucker bezeichnet.

Burg Oybin – das Kleinod unter Sachsens Burgen und Schlössern

Burg OybinIm Zittauer Gebirge, im Südosten Sachsens, befindet sich etwas oberhalb des Ortes Oybin der gleichnamige Berg. Und auf diesem stehen die Ruinen einer uralten Burg. Der ganze Gipfelbereich ist mit der einstigen Höhenburg bebaut. Die Burgruinen sind ein wahres Kleinod zwischen all den wunderbaren Schlössern und Burgen des Sachsenlandes.

Die ersten Hinweise gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Die ersten Bauspuren auf dem Berg stammen aus dieser Zeit. Es wird vermutet, dass die Burg als Stützpunkt für Raubritter genutzt wurde, die von hier aus die nahen Handelsstraßen überfallen konnten. Auch die erste Zerstörung der Burg stammt aus dieser Zeit. Doch schon bald sollte die Burg zu neuem Leben erwachen.

Aus der Befestigung wird eine Anlage

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde aus der einfachen Befestigung eine wehrhafte Anlage, die dem Schutz der beiden Handelswege dienen sollte. Der Ausbau wurde von Heinrich von Leipa ausgeführt. Der Marschall hatte das Zittauer Land einschließlich des Berges von König Johann von Böhmen als Lehen erhalten.

1346 wurde die Burg wieder der böhmischen Krone zugeschrieben. Johanns Sohn, Karl IV., erbaute auf dem Berg Oybin das Kaiserhaus. Dieses wollte er als Altersruhesitz nutzen. Im Jahre 1366 begann er mit dem Bau der gotischen Kirche, die 1384 fertiggestellt wurde. Dem Orden der Cölestiner stiftete er ein Kloster, welches 1369 auf dem Oybin erbaut wurde.

Über 200 Jahre existierten Kloster und Burg miteinander und nebeneinander. Zwei Mal wurde der Oybin während der Hussitenkriege angegriffen. Dass die Belagerer ohne Ergebnis abziehen mussten, war vor allem den steil aufragenden Felsen und den starken Mauern der Burg zu verdanken. Diese Zeit war mit Sicherheit eine harte Bewährungsprobe, denn ein Teil des Prager Domschatzes lagerte hier.

Das Klosterleben geht zu Ende

Burg OybinIn der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zogen wieder friedliche Zeiten auf dem Oybin ein. Eine zeitlang herrscht noch eine rege Bautätigkeit. Doch die Ideen der Reformation machten auch vor der Burg Oybin nicht Halt. Im Zuge von Reformation und Gegenreformation wurde das Leben im Kloster beendet. 1574 fiel der Berg inklusive aller Ländereien der Stadt Zittau zu.

Im Jahre 1577 traf ein Blitzschlag die Burg, die zu diesem Zeitpunkt kaum noch genutzt wurde. 1681 zerstörte ein Felsabriss die Bauten, welche vor der Kirche gelegen waren. Lediglich das Bibliotheksfenster ist noch in seiner alten Schönheit erhalten und erzählt vom Glanz der Burg.

Von Malern festgehalten

Friedrich Augusts III. Hofmaler, Alexander Thiele, war der erste Maler, der die Ruinen der Burg Oybin, die inzwischen von der Natur zurückerobert wurde, auf eine Leinwand bannte. Und auch Caspar David Friedrich, Adrian Zingg und Carl Gustav Carus – um nur einige zu nennen – fingen die Faszination der Burgruinen ein.

Bauleute und Helfer befreiten die Burg ab 1829 von Schutt und Trümmern. Das Kaiserhaus wurde um 1877 saniert und dem Verfall damit Einhalt geboten. Mit der Anbindung der Postkutsche und der Schmalspurbahn wurden die Burgruinen von Oybin als touristische Attraktion erschlossen.

Burg und Kloster Oybin heute

Burg OybinHeute sind es über 100.000 Gäste aus aller Welt, welche der Burg und dem Kloster Oybin einen Besuch abstatten. Zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen locken die Besucher ab. Hier gibt es manch besondere Attraktion zu bestaunen. Und bei einer Führung erfahren Sie auch manche Geschichte aus dem Leben der Burg und des Klosters. Und wer Lust auf Abenteuer hat, kann gleich noch einen zünftigen Raubritter-Überfall buchen.

Zu den beeindruckendsten Erlebnissen gehören die Mönchszüge, die inzwischen Gäste aus aller Welt anziehen. Bevor der Mönchszug beginnt, erklingen aus der Klosterruine die Orgelwerke von Bach. Ein Highlight der besonderen Art.

 

 

 

Bilder: Hobbyfotografin Una Rieß-Stadnik

Die drei Dresdner Elbschlösser – das Schloss Albrechtsberg

Schloss AlbrechtsbergDie Familie kann man sich ja leider nicht aussuchen. Und gerade am Hofe benahm sich nicht jeder so, wie man es sich wünschte. Und so wurde Prinz Albrecht von Preußen, der jüngste Bruder der preußischen Könige Wilhelm I. und Friedrich Wilhelm IV. von Selbigem verbannt. Grund dafür war seine so gar nicht standesgemäße Heirat mit der Gräfin von Hohenau, die von niedrigerem Stand war und folglich nicht ins Könighaus passte. Und so verließ Prinz Albrecht den Berliner Hof. An den Hängen des Elbufers lies er sich zwischen 1850 und 1854 ein prächtiges Schloss erbauen, das heute den Namen Schloss Albrechtsberg trägt.

Erbaut vom Schinkel Schüler Lohse

Erbaut wurde das Schloss Albrechtsberg von Adolf Lohse. Lohse, ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel, lies einen Bau im preußisch-klassizistischen Stil entstehen, der sich in der barocken Landschaft von Dresden wie ein Exot wirkte.
Der zauberhafte Garten wurde vom preußischen Gartenbaumeister Eduard Neide entworfen und gestaltet. Der königliche Hofgärtner Hermann Sigismund Neumann, der später auch den Waldpark Blasewitz entworfen hat, übernahm die Führung beim Anlegen der Gartenanlage. Unterschiedliche Landschaftsbereiche machen den Garten so besonders. Das Wasser für die Wasserspiele, den Teich und den künstlichen Wasserfall kommt aus der nahe Dresdner Heide.

Das Schloss muss Spielschulden tilgen

Schloss AlbrechtsbergNach dem Tode von Prinz Albrecht (1872) und der Gräfin von Hohenau (1879) wohnte der jüngste Sohn Friedrich in dem Schloss. Nach seinem Tod im Jahre 1914 diente Schloss Albrechtsberg Friedrichs Bruder Wilhelm als Wohnsitz. Wegen Spielschulden musste diese das Schloss 1925 samt Grundstück an die Stadt Dresden verkaufen. Seit dem Jahre 1930 sind das Schloss und der Park für die Bürger und die Gäste der Stadt Dresden geöffnet.
Die Pferdeställe, der Park und die Reithalle wurden im Zweiten Weltkrieg von einer SA-Reiterstaffel als Unterkunft genutzt. Der Keller des Schlosses diente den Kindern aus Dresdner Kinderheimen als Luftschutzkeller.
Im Jahre 1951 wurde das Schloss durch die Jugendheim HmbH Berlin zurückgekauft. In den Räumen des Schlosses einstand nach sowjetischem Vorbild der Pionierpalast „Walter Ulbricht“. Seit 1977 ist das Schloss zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt und wird schrittweise restauriert. In den Mauern des Schlosses sind die „JugendKunstschule Dresden“ und die Hotel- und Gaststättenschulen Schloss Albrechtsberg beheimatet.

Sehenswertes im Schloss Albrechtsberg

Schloss Albrechtsberg an sich ist schon eine Schönheit, die ihr Licht ganz sicher nicht unter den Scheffel stellt. Aber auch hier gibt es einige Highlights, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Dazu gehört das Türkische Bad. Das maurisch-orientalische Bad, das übrigens im DEFA-Film „Die Geschichte vom kleinen Muck“ zu sehen ist, wurde 1855 von Carl von Diebitsch gestaltet. Vorbild war der Alhambra. Intarsien auf niedrigen Holzpaneelen und bemalte Stuckfließen schmücken den Raum, der in Rot, Rosa, Golden und Blau gehalten ist. Das Türkische Bad ist die letzte Inneneinrichtung in maurischer Kunst. Und auch der Kronsaal ist einen Blick wert. Und überhaupt sollten Sie einen Besuch auf Schloss Albrechtsberg sich nicht entgehen lassen.

Foto: CP Photographics

Erhalt der traditionellen Bausubstanz von Chemnitz

Das Stadtbild von Chemnitz ist geprägt von Gebäuden mit traditioneller Bausubstanz, die es zu schützen gilt. Zahlreiche Kulturdenkmäler wie die historische Innenstadt, alte Fabrik- und Bürogebäude und viele Mietshäuser mit barocken Formelementen, gründerzeitlichen Ziegelfassaden oder mit Jugendstilmotiven verleihen der Kulturstadt Chemnitz ihren einzigartigen Charakter.

Erhalt des historischen Viadukts

Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist das 1906 errichtete und 250 Meter lange Viadukt über der Chemnitz ein Imageträger. Auf alten Postkarten ist dieses beeindruckende Brückenbauwerk abgebildet und auch die Stadtverwaltung warb über Jahrzehnte mit dem traditionellen Wunderwerk der Technik in ihren Broschüren. Dieses historische Bauwerk an der Annaberger Straße ist ein unverzichtbares Wahrzeichen der Stadt Chemnitz und besitzt für viele Bürger hohen symbolischen Wert.

Das Viadukt soll nun im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke abgerissen werden, auch der partielle Erhalt ist kaum vorstellbar. Einem Umbau würde die innere Konstruktion zum Opfer fallen und die Ästhetik des Fachwerks deutlich mindern. Eine sinnvolle Alternative zum Erhalt und Denkmalschutz des gesamten Bauwerkes schlägt das Stadtforum Chemnitz vor.

Stadtteil-Geschichte darf nicht verloren gehen

Die Häuser in der Reitzerstraße 2 und 4 in Chemnitz-Kappel weisen keine Jugendstilelemente oder barocke Formen auf. Zeitgeschichtlich gesehen sind diese Gebäude Neubauten, da sie erst nach dem Krieg errichtet wurden. Aber es handelt sich um die ersten Gebäude, die Menschen wieder Hoffnung gaben auf eine bessere Zukunft.

Selbstverständlich entsprechen die Häuser nicht den modernsten Anforderungen. Trotzdem lebten viele Mieter zufrieden in den Räumen und arrangierten sich problemlos mit den Gegebenheiten. Durch nicht durchgeführte Investitionen zuständiger Institutionen verschlechterte sich der Zustand der Häuser über die Jahre zunehmend. Bürgerinitiativen bemühten sich um den Erhalt der Gebäude und führten Gespräche mit den Verantwortlichen der Stadt. Nach einigem Hin und Her wurde der Abriss bis heute knapp verhindert.

Fassaden und städtebauliche Maßnahmen nehmen großen Einfluss

Jede städtebauliche Maßnahme hat eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf das Befinden von Bürgern und das Stadtbild. Das Wohlbefinden der Anwohner in der Zschopauer Straße wurde deutlich eingeschränkt. Unmittelbar vor den Wohnhäusern ragen nun Schallschutzwände auf. Vielleicht wurde den Anwohnern etwas mehr Ruhe geschenkt. Zugleich wurde ihnen durch diese bauliche Maßnahme aber auch ein Teil an Wohnqualität genommen.

Bei den genannten Beispielen haben entschlossene Bürger alles versucht, um die geplanten Bauvorhaben im Sinne der Wahrung des Gesichts der Stadt zu beeinflussen und aktiv zu Denkmalschutz beizutragen. Denn all diese Gebäude und Straßenzüge leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der speziellen Atmosphäre, die Anwohner und Gäste auf ihrem Weg durch die Stadt begleitet.

Durch jahrelange Erfahrung haben auch die ortsansässigen Trockenbauunternehmen ein großes Know-how für den so wichtigen Denkmalschutz entwickelt und stehen Privatpersonen zur Hilfe bereit, um die optische und emotionale Seite der Stadtgeschichte am Leben zu erhalten. Kontaktinformationen zu diesen Unternehmen finden sie hier. Wenn Sie sich selbst in die rechtlichen Bestimmungen zum Denkmalschutz einlesen möchte, bietet die Seite der Denkmalplege in Sachsen neben verschiedensten Definitionen zu den Teilbereichen des Denkmalschutzes auch spezielle Rechtstexte.

 

Die drei Dresdner Elbschlösser – das Lingnerschloss Dresden

Lingnerschloss DresdenAm rechten Elbufer, im Dresdner Stadtteil Loschwitz, befinden sich auf dem Elbhang drei Schlösser, welche von den Elbwiesen der linken Uferseite gut zu sehen sind. In der Mitte erhebt sich das Lingnerschloss, welches eigentlich die Villa Stockhausen ist. Von der imposanten Terrasse der Villa bietet sich ein grandioser Blick über das Elbtal. Seinen Namen erhielt das Schloss von seinem einstigen Eigentümer, Karl August Lingner, ein deutscher Unternehmer und Philanthrop, der in Dresden sein Glück macht und zu Ruhm und Ehren kam.

 

Der Bau des Lingnerschlosses

Karl August Lingner ist aber nicht der Erbauer der pompösen Villa. Das Haus entstand zwischen 1850 und 1853. Der preußische Prinz und Generaloberst Albrecht von Preußen gab das Schloss in Auftrag. Bestimmt war die Villa Stockhausen als Wohnsitz für den Baron von Stockhausen, dem Kammerherrn von Albrecht von Preußen. Prinz Albrecht sollte ins nachbarliche Schloss Albrechtsberg ziehen. Bis zur Fertigstellung des selbigen wohnte auch der Prinz in der Villa Stockhausen. Der prachtvolle klassizistische Bau wurde von niemand Geringerem als Adolph Lohse, dem damaligen Landesbaumeister Preußens und Schüler von Karl Friedrich Schinkel erbaut. Lohse entwarf als Architekt aber nicht nur die äußerliche Hülle, sondern gestaltete auch die Innenräume.

Zum Schloss gehörten ein großer Park und ein Weinberg. Das Areal des Parkes umfasst ein Gebiet von 55.000 Quadratmeter. Gartenkünstlerisch wurde die Anlage nach Entwürfen von Eduard Neide 1854 gestaltet. Der königlich-preußische Gartenbaudirektor war einer der führenden Landschaftsarchitekten der damaligen Zeit. Bei der Gestaltung ist der Park die Verbindung vom Stadtwald Dresdner Heide mit den tiefen Elblandschaften.

1891 kaufte der Nähmaschinenfabrikant Bruno Naumann aus Dresden die Villa und lies vieles umbauen. Erst 1906 erwarb Karl August Lingner das gesamte Anwesen.

Karl August Lingner kauft das Lingnerschloss

Lingnerschloss DresdenKarl August Lingner, Unternehmer, Mäzen und Erfinder in Dresden, lies das Schloss nach seinen Wünschen umgestalten. Lingner, der nicht nur Odol erfolgreich vermarktete, sondern auch zu den Stiftern des Hygiene-Museums gehörte, war für seine Liebe zu außergewöhnlichen Ideen bekannt. Das findet sich auch im Lingnerschloss wieder. Sogar einen kleinen Zoo gab es. Außerdem gab es eine Orgel, deren Töne per Telefon übertragen werden konnten. In Zusammenarbeit des Malers Franz von Stuck und dem Architekten Wilhelm Kreis wurde eine neue Innenausstattung geschaffen. Es entstand Lingners Schloss, das Lingnerschloss. Eine besondere Attraktion war die private Standseilbahn, die vom Lingnerschloss bis ins Elbtal reichte. Noch heute sind Bergstation und Trassenführung zu bestaunen.

1921 wurde der 1916 verstorbene Lingner in dem von Hans Poelzig und Georg Kolbe errichteten Mausoleum im Park beigesetzt.

Lingnerschloss geht an Stadt Dresden

Zwei Wochen vor seinem Tod am 22.Mai 1916 legt Lingner in seinem Testament fest, dass die Stadt Dresden das gesamte Anwesen erhalten soll. Allerdings war dieses Erbe mit Auflagen verbunden. Die Bevölkerung sollte nicht nur freien Zugang zum Park erhalten, sondern auch zum gesamten Schloss. Und im Hauptgebäude des Lingnerschloss sollte ein Restaurant oder Café eingerichtet werden, welches die niedrigsten Preise im ganzen Umkreis hat.

Vom Bombenangriff um den 13. Februar auf Dresden blieb das Schloss verschont. In den folgenden Jahren hatte es viele Funktionen. Es war Lazarett, Wohnheim und Kommandantur. 1957 fand der Klub der Intelligenz hier ein Heim. Ein großer Teil der Innenausstattung ging beim Umbau 1956/57 verloren. Um 1993 stand das Haus leer und wurde durch Vandalismus und fehlender Instandhaltung ernsthaft zerstört.

Das Lingnerschloss heute

Lingnerschloss Dresden2002 gründeten Dresdner Bürger den Förderverein Lingnerschloss e.V. Dieser setzt sich für die Sanierung und Nutzung des Gebäudes ein. 320 Mitglieder und 70 ehrenamtliche Mitarbeiter setzen sich aus Dresdner Bürgern, 62 Vereinen und Unternehmen sowie auswärtigen Unterstützern und Freunden zusammen. Nach der kompletten Sanierung des Lingnerschloss soll das Haus über eine Terrassenwirtschaft, ein Café und Restaurant verfügen und alle Räume für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Ausstellungen und Veranstaltungen finden schon heute statt. Insgesamt sollen sich die Kosten auf etwa elf Millionen Euro belaufen. Fünf Millionen Euro wurden bereits verbaut und viele Räume konnten schon saniert werden. Ein Teil kam aus Förderprogrammen und dem Denkmalschutz.

Seit 2010 ist das Restaurant wieder eröffnet. Auch die Terrasse und einige Veranstaltungsräume können schon genutzt werden. Entsprechend der Verfügung von Karl August Lingner wird im Restaurant täglich ein wechselndes alkoholfreies Getränk zum Preis von nur 75 Cent angeboten.

 

Fotograf: Christoph Perret – CP-Photographics

 

 

Barockschloss Wachau – ein Kleinod von erlesener Schönheit

Barockschloss WachauNicht weit von Radeberg liegt Wachau, eine kleine Gemeinde im Landkreis Bautzen. 1218 soll Wachau zum ersten Mal erwähnt wurden sein. Sein sorbischer Name bedeutet so viel wie „Ort eines Vach“. Wachau hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Unter anderen das Barockschloss Wachau, ein Schloss, das auf einer künstlichen Insel erbaut wurde. Das Barockschloss Wachau blickt auf eine lange Geschichte zurück.

 

Barockschloss Wachau war nicht das erste Gebäude

Bereits 1218 soll es an dieser Stelle ein Herrensitz gegeben haben. Eine Wasserburg hat sich hier erhoben. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wurde immer wieder verändert und gebaut. Der Wassergraben, der die Burg umspannt, erhielt einen rechteckigen Verlauf und gab dem Schloss sein heutiges Bild. Bis zum Schlossbau in seiner heutigen Form dauerte es. Erst mit dem Einzug der Familie von Schönfeld erlebte Wachau eine Blütezeit. Sie wurden um 1378 Besitzer des Dorfes, des Vorwerks und natürlich auch des Herrensitzes. Den entscheidenden Aufschwung für Dorf und Schloss gab die Heirat der Gräfin von Werthern mit Johann Siegfried Graf von Schönfeld im Jahre 1715. Als ihr Mann drei Jahre später starb, übernahm die 26 jährige Gräfin die Herrschaft. Sie lies einen prachtvollen Neubau an der Stelle des alten Wasserschlosses errichten. Das Barockschloss Wachau entstand zwischen 1730 und 1745.

Das Barockschloss Wachau wurde nach den Vorstellungen der Gräfin in Hufeisenform errichtet. Eine Grafenkrone, zwei Monogramme und ein schwarzer Ast auf goldenem Grund, welche das Wappen darstellten, zierten das Schloss. Der Bau zieht sich über zweieinhalb Etagen und schließt mit einem hohen Mansardendach. Der Haupteingang ist zum Garten gerichtet. Im reich gegliederten Mittelteil befinden sich barocktypisch geschwungene Balkone und ein prunkvoll geschmückter dreieckiger Giebel. Zum Vestibül des Hauses führt eine Auffahrtrampe mit Freitreppe.

 

Das Schloss wechselt die Besitzer

Barockschloss WachauIm Familienbesitzer der von Schönfeld blieb das Barockschloss Wachau leider nicht lang. Bereits 1770 starb der Sohn der Gräfin, Johann Georg von Schönfeld, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Verschiedene Besitzer tummelten sich in den nächsten Jahren auf dem Schloss. Erst 1883 gelang es in die Hände des Leipziger Kaufmannssohnes Gotthelf Kühne. Dieser lies die Innenräume durch den Architekten Georg Weidenbach umgestalten. Es wurden Sammlungen von Teppichen, Gemälden und Möbeln eingerichtet. Das Schloss verblieb später bis zur Bodenreform im Jahre 1945 bei seinem Neffen.

Nach der Wende wurde das Barockschloss Wachau von einem Investor aus Dresden gekauft. Da dieser kein Konzept umsetzten konnte, ging das Barockschloss Wachau 2008 an die Gemeinde zurück. Seit 2011 sucht diese nun einen Investor für das wunderschöne Schloss, das zu den wertvollsten und schönsten Schlössern der Lausitz gehört. Bis jetzt können Sie noch durch den etwa 4 Hektar großen Garten um das Schloss bummeln.

Schloss Wackerbarth – vom Alterssitz zum Sächsischen Staatsweingut

Schloss WackerbarthEs war im Jahre 1727, als der Reichsgraf August Christoph von Wackerbarth, seines Zeichens sächsischer Generalfeldmarschall und Staatsminister im Dienste August des Starken, die Bischofsberge samt der dazugehörigen Grünflächen in Radebeul erwarb. Hier sollte sein Alterssitz entstehen. Und den ließ sich der Reichsgraf was kosten. Niemand Geringeres als der Landesbaumeister Johann Christoph Knöffel, der auch verschiedene Dresdner Gebäude kreiert hat, erbaute das Schloss Wackerbarths Ruh´. Als Wackerbarth 1734 starb, erbte das Anwesen sein Stiefsohn Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour.

Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour verfügte, dass das Haus nach seinem Tod zugunsten der Waisen und Witwen in Dresden versteigert werden sollte. Der Freiherr Cristian Friedrich von Gregory ersteigerte das Anwesen. 1799 wurden der Jakobstein und der Weinberg Fliegenwedel zum Ensemble hinzugefügt. So steht das Anwesen noch heute unter Denkmalschutz. Erst 1808 fiel Schloss Wackerbarth wieder in die Hände eines Wackerbarths. Der Uhrgroßneffe des Reichsgrafen August Christoph konnte aber das barocke Schloss nicht lange halten.

 

Erziehungsanstalt, Heilanstalt, Lazarett – Schloss Wackerbarth war vieles

Oh ja, in den folgenden Jahren zogen viele in das Schloss Wackerbarth ein und auch wieder aus. Das Schloss war Erziehungsanstalt für Knaben, Heilanstalt für Geisteskranke, Reichsführerschule und Schule samt Internat für griechische Markos-Kinder. Erst im Jahre 1952 wurde aus dem Schloss Wackerbarth wieder ein richtiges Weingut. Von 1974 bis 1977 wurden große Teiele des Volkseigenen Gut Weinbau „Lößnitz“ renoviert. 1990 wurde aus dem VEG Weinbau die Weinbau Radebeul GmbH, die zwei Jahre später in den Besitz des Freistaates Sachsen überging. In diesem Jahr fand auch der erste Sommernachtball in den altehrwürdigen Gemäuern statt. Dieser fand in Zusammenarbeit mit den Landesbühnen Sachsen statt. Als Ehrengäste waren Rüdiger Freiherr von Wackerbarth und seine Frau geladen.

 

Schloss Wackerbarth – das erste Erlebnisweingut Europas

Schloss WackerbarthGenau das ist Schloss Wackerbarth heute. Ein Erlebnisweingut, das seinesgleichen sucht. Wenn Sie viel Glück haben und eine der begehrten Karten ergattern können, sollten Sie unbedingt einen Sommernachtball hier erleben. Doch auch zu jeder anderen Zeit ist das Barockschloss, das aufwendig restauriert wurde, eine Reise wert. Im barocken Schlossgarten können Sie wie eine Königin wandeln und haben Sie Lust auf ein Schlückchen leckeren Sekt, sind Sie hier genau richtig. Zahlreiche Veranstaltungen und festliche Höhepunkte locken übers ganze Jahr Gäste an. Vor allem die klassischen Veranstaltungen werden hier mit Hingabe gepflegt. Möchten Sie die kraftvollen und charakteristischen Weine kennenlernen, lohnt eine Führung mit Weinverkostung. Bei einem Wochenendaufenthalt können Sie alle Kompositionen des Hauses genießen. Typisch sächsische Küche kombiniert mit einzigartigen Weinen und Sekte machen einen Besuch zum kulinarischen Erlebnis. Beim Winzerbrunch mit anschließender historischer Führung können Sie Schloss Wackerbarth in allen Facetten erleben.

 

Bildquelle: RANK Fotografie

Schloss Diesbar Seußlitz – klein aber fein

Schloss Diesbar SeußlitzWenn Sie von Meißen auf der linken Elbseite Richtung Riesa fahren, kommen Sie direkt am Schloss Diesbar Seußlitz vorbei. Das barocke Kleinod ist eine Augenweide, die es in sich hat. Hier, inmitten des nördlichsten Weinbaugebietes Europas, finden Sie ein Schloss von außergewöhnlicher Schönheit. Was von außen recht unscheinbar für ein Barockschloss aussieht, hat ein wunderschönes Innenleben im typischen Barockstil. Der zauberhafte Schlosspark und der angrenzenden Golkwald laden Sie immer zu einem Spaziergang ein.

 

Die Geschichte des Barockschloss Diesbar Seußlitz

Zum ersten Mal wurde das Schloss im Jahre 1205 erwähnt. Otto von Suselitz bewohnte damals die Wasserburg. Schon im Jahre 1226 wurde die Burg von Heinrich dem Erlauchten zu einem Jagdschloss umgebaut. Der gnädige Herr hielt hier mehrfach Hof und veranstaltete pompöse Jagdfeste. 1268 stiftete er das Schloss Diesbar Seußlitz samt 17 Dörfern dem Orden der Klarissen.

Schloss Diesbar Seußlitz1546 kaufte Simon von Pistoris, seines Zeichens Geheimer Rat am Hofe des Kurfürsten Moritz von Sachsen, das Kloster. Er baute es wieder zum Schloss um. Doch schon 1722 wechselte das Schloss Diesbar Seußlitz erneut den Besitzer. Graf Heinrich von Bünau wurde der neue Schlossherr. Und dieser beauftragte kein geringeren als George Bähr, den Baumeister der Dresdner Frauenkirche, das Schloss im barocken Stil umzubauen. Auch der Schlossgarten erhielt ein barockes Bild. Im Stil der englischen und französischen Gartenbaukunst erwachte der Schlossgarten zu neuem Leben. Der Garten wird von Skulpturen geschmückt, welche die Monate und die vier Jahreszeiten darstellen. Ebenfalls nach den Plänen Bährs entstand die Heinrichsburg, ein Gartenhaus, welches den Namen des Grafen Heinrich von Bünau trägt und das auf der Hauptachse des Gartens liegt.

Von der Heinrichsburg haben Sie einen fantastischen Blick über die Elbe bis nach Zehren und Boritz. Gegenüber der Heinrichsburg liegt die Luisenburg, ein barockes Winzerhaus.

 

Schloss Diesbar Seußlitz lädt ein

Das Schloss Diesbar Seußlitz ist heute Veranstaltungsort für zahlreiche Events. Von der Hochzeit bis zum Ballabend können Sie hier im barocken Ambiente rauschende Feste feiern. Während des jährlich stattfindenten Heiratsmarktes in Diesbar Seußlitz ist das Schloss einer der Höhepunkte schlechthin. Das Schloss ist in Privatbesitz, der Schlossgarten ist aber frei zugänglich. An Führungen können Sie bei Voranmeldung teilnehmen.

 

Bildquelle: Una Rieß-Stadnik