Archiv der Kategorie: Sehenswürdigkeiten

Burg Oybin – das Kleinod unter Sachsens Burgen und Schlössern

Burg OybinIm Zittauer Gebirge, im Südosten Sachsens, befindet sich etwas oberhalb des Ortes Oybin der gleichnamige Berg. Und auf diesem stehen die Ruinen einer uralten Burg. Der ganze Gipfelbereich ist mit der einstigen Höhenburg bebaut. Die Burgruinen sind ein wahres Kleinod zwischen all den wunderbaren Schlössern und Burgen des Sachsenlandes.

Die ersten Hinweise gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Die ersten Bauspuren auf dem Berg stammen aus dieser Zeit. Es wird vermutet, dass die Burg als Stützpunkt für Raubritter genutzt wurde, die von hier aus die nahen Handelsstraßen überfallen konnten. Auch die erste Zerstörung der Burg stammt aus dieser Zeit. Doch schon bald sollte die Burg zu neuem Leben erwachen.

Aus der Befestigung wird eine Anlage

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde aus der einfachen Befestigung eine wehrhafte Anlage, die dem Schutz der beiden Handelswege dienen sollte. Der Ausbau wurde von Heinrich von Leipa ausgeführt. Der Marschall hatte das Zittauer Land einschließlich des Berges von König Johann von Böhmen als Lehen erhalten.

1346 wurde die Burg wieder der böhmischen Krone zugeschrieben. Johanns Sohn, Karl IV., erbaute auf dem Berg Oybin das Kaiserhaus. Dieses wollte er als Altersruhesitz nutzen. Im Jahre 1366 begann er mit dem Bau der gotischen Kirche, die 1384 fertiggestellt wurde. Dem Orden der Cölestiner stiftete er ein Kloster, welches 1369 auf dem Oybin erbaut wurde.

Über 200 Jahre existierten Kloster und Burg miteinander und nebeneinander. Zwei Mal wurde der Oybin während der Hussitenkriege angegriffen. Dass die Belagerer ohne Ergebnis abziehen mussten, war vor allem den steil aufragenden Felsen und den starken Mauern der Burg zu verdanken. Diese Zeit war mit Sicherheit eine harte Bewährungsprobe, denn ein Teil des Prager Domschatzes lagerte hier.

Das Klosterleben geht zu Ende

Burg OybinIn der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zogen wieder friedliche Zeiten auf dem Oybin ein. Eine zeitlang herrscht noch eine rege Bautätigkeit. Doch die Ideen der Reformation machten auch vor der Burg Oybin nicht Halt. Im Zuge von Reformation und Gegenreformation wurde das Leben im Kloster beendet. 1574 fiel der Berg inklusive aller Ländereien der Stadt Zittau zu.

Im Jahre 1577 traf ein Blitzschlag die Burg, die zu diesem Zeitpunkt kaum noch genutzt wurde. 1681 zerstörte ein Felsabriss die Bauten, welche vor der Kirche gelegen waren. Lediglich das Bibliotheksfenster ist noch in seiner alten Schönheit erhalten und erzählt vom Glanz der Burg.

Von Malern festgehalten

Friedrich Augusts III. Hofmaler, Alexander Thiele, war der erste Maler, der die Ruinen der Burg Oybin, die inzwischen von der Natur zurückerobert wurde, auf eine Leinwand bannte. Und auch Caspar David Friedrich, Adrian Zingg und Carl Gustav Carus – um nur einige zu nennen – fingen die Faszination der Burgruinen ein.

Bauleute und Helfer befreiten die Burg ab 1829 von Schutt und Trümmern. Das Kaiserhaus wurde um 1877 saniert und dem Verfall damit Einhalt geboten. Mit der Anbindung der Postkutsche und der Schmalspurbahn wurden die Burgruinen von Oybin als touristische Attraktion erschlossen.

Burg und Kloster Oybin heute

Burg OybinHeute sind es über 100.000 Gäste aus aller Welt, welche der Burg und dem Kloster Oybin einen Besuch abstatten. Zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Führungen locken die Besucher ab. Hier gibt es manch besondere Attraktion zu bestaunen. Und bei einer Führung erfahren Sie auch manche Geschichte aus dem Leben der Burg und des Klosters. Und wer Lust auf Abenteuer hat, kann gleich noch einen zünftigen Raubritter-Überfall buchen.

Zu den beeindruckendsten Erlebnissen gehören die Mönchszüge, die inzwischen Gäste aus aller Welt anziehen. Bevor der Mönchszug beginnt, erklingen aus der Klosterruine die Orgelwerke von Bach. Ein Highlight der besonderen Art.

 

 

 

Bilder: Hobbyfotografin Una Rieß-Stadnik

Die drei Dresdner Elbschlösser – das Schloss Albrechtsberg

Schloss AlbrechtsbergDie Familie kann man sich ja leider nicht aussuchen. Und gerade am Hofe benahm sich nicht jeder so, wie man es sich wünschte. Und so wurde Prinz Albrecht von Preußen, der jüngste Bruder der preußischen Könige Wilhelm I. und Friedrich Wilhelm IV. von Selbigem verbannt. Grund dafür war seine so gar nicht standesgemäße Heirat mit der Gräfin von Hohenau, die von niedrigerem Stand war und folglich nicht ins Könighaus passte. Und so verließ Prinz Albrecht den Berliner Hof. An den Hängen des Elbufers lies er sich zwischen 1850 und 1854 ein prächtiges Schloss erbauen, das heute den Namen Schloss Albrechtsberg trägt.

Erbaut vom Schinkel Schüler Lohse

Erbaut wurde das Schloss Albrechtsberg von Adolf Lohse. Lohse, ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel, lies einen Bau im preußisch-klassizistischen Stil entstehen, der sich in der barocken Landschaft von Dresden wie ein Exot wirkte.
Der zauberhafte Garten wurde vom preußischen Gartenbaumeister Eduard Neide entworfen und gestaltet. Der königliche Hofgärtner Hermann Sigismund Neumann, der später auch den Waldpark Blasewitz entworfen hat, übernahm die Führung beim Anlegen der Gartenanlage. Unterschiedliche Landschaftsbereiche machen den Garten so besonders. Das Wasser für die Wasserspiele, den Teich und den künstlichen Wasserfall kommt aus der nahe Dresdner Heide.

Das Schloss muss Spielschulden tilgen

Schloss AlbrechtsbergNach dem Tode von Prinz Albrecht (1872) und der Gräfin von Hohenau (1879) wohnte der jüngste Sohn Friedrich in dem Schloss. Nach seinem Tod im Jahre 1914 diente Schloss Albrechtsberg Friedrichs Bruder Wilhelm als Wohnsitz. Wegen Spielschulden musste diese das Schloss 1925 samt Grundstück an die Stadt Dresden verkaufen. Seit dem Jahre 1930 sind das Schloss und der Park für die Bürger und die Gäste der Stadt Dresden geöffnet.
Die Pferdeställe, der Park und die Reithalle wurden im Zweiten Weltkrieg von einer SA-Reiterstaffel als Unterkunft genutzt. Der Keller des Schlosses diente den Kindern aus Dresdner Kinderheimen als Luftschutzkeller.
Im Jahre 1951 wurde das Schloss durch die Jugendheim HmbH Berlin zurückgekauft. In den Räumen des Schlosses einstand nach sowjetischem Vorbild der Pionierpalast „Walter Ulbricht“. Seit 1977 ist das Schloss zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt und wird schrittweise restauriert. In den Mauern des Schlosses sind die „JugendKunstschule Dresden“ und die Hotel- und Gaststättenschulen Schloss Albrechtsberg beheimatet.

Sehenswertes im Schloss Albrechtsberg

Schloss Albrechtsberg an sich ist schon eine Schönheit, die ihr Licht ganz sicher nicht unter den Scheffel stellt. Aber auch hier gibt es einige Highlights, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Dazu gehört das Türkische Bad. Das maurisch-orientalische Bad, das übrigens im DEFA-Film „Die Geschichte vom kleinen Muck“ zu sehen ist, wurde 1855 von Carl von Diebitsch gestaltet. Vorbild war der Alhambra. Intarsien auf niedrigen Holzpaneelen und bemalte Stuckfließen schmücken den Raum, der in Rot, Rosa, Golden und Blau gehalten ist. Das Türkische Bad ist die letzte Inneneinrichtung in maurischer Kunst. Und auch der Kronsaal ist einen Blick wert. Und überhaupt sollten Sie einen Besuch auf Schloss Albrechtsberg sich nicht entgehen lassen.

Foto: CP Photographics

Die drei Dresdner Elbschlösser – das Lingnerschloss Dresden

Lingnerschloss DresdenAm rechten Elbufer, im Dresdner Stadtteil Loschwitz, befinden sich auf dem Elbhang drei Schlösser, welche von den Elbwiesen der linken Uferseite gut zu sehen sind. In der Mitte erhebt sich das Lingnerschloss, welches eigentlich die Villa Stockhausen ist. Von der imposanten Terrasse der Villa bietet sich ein grandioser Blick über das Elbtal. Seinen Namen erhielt das Schloss von seinem einstigen Eigentümer, Karl August Lingner, ein deutscher Unternehmer und Philanthrop, der in Dresden sein Glück macht und zu Ruhm und Ehren kam.

 

Der Bau des Lingnerschlosses

Karl August Lingner ist aber nicht der Erbauer der pompösen Villa. Das Haus entstand zwischen 1850 und 1853. Der preußische Prinz und Generaloberst Albrecht von Preußen gab das Schloss in Auftrag. Bestimmt war die Villa Stockhausen als Wohnsitz für den Baron von Stockhausen, dem Kammerherrn von Albrecht von Preußen. Prinz Albrecht sollte ins nachbarliche Schloss Albrechtsberg ziehen. Bis zur Fertigstellung des selbigen wohnte auch der Prinz in der Villa Stockhausen. Der prachtvolle klassizistische Bau wurde von niemand Geringerem als Adolph Lohse, dem damaligen Landesbaumeister Preußens und Schüler von Karl Friedrich Schinkel erbaut. Lohse entwarf als Architekt aber nicht nur die äußerliche Hülle, sondern gestaltete auch die Innenräume.

Zum Schloss gehörten ein großer Park und ein Weinberg. Das Areal des Parkes umfasst ein Gebiet von 55.000 Quadratmeter. Gartenkünstlerisch wurde die Anlage nach Entwürfen von Eduard Neide 1854 gestaltet. Der königlich-preußische Gartenbaudirektor war einer der führenden Landschaftsarchitekten der damaligen Zeit. Bei der Gestaltung ist der Park die Verbindung vom Stadtwald Dresdner Heide mit den tiefen Elblandschaften.

1891 kaufte der Nähmaschinenfabrikant Bruno Naumann aus Dresden die Villa und lies vieles umbauen. Erst 1906 erwarb Karl August Lingner das gesamte Anwesen.

Karl August Lingner kauft das Lingnerschloss

Lingnerschloss DresdenKarl August Lingner, Unternehmer, Mäzen und Erfinder in Dresden, lies das Schloss nach seinen Wünschen umgestalten. Lingner, der nicht nur Odol erfolgreich vermarktete, sondern auch zu den Stiftern des Hygiene-Museums gehörte, war für seine Liebe zu außergewöhnlichen Ideen bekannt. Das findet sich auch im Lingnerschloss wieder. Sogar einen kleinen Zoo gab es. Außerdem gab es eine Orgel, deren Töne per Telefon übertragen werden konnten. In Zusammenarbeit des Malers Franz von Stuck und dem Architekten Wilhelm Kreis wurde eine neue Innenausstattung geschaffen. Es entstand Lingners Schloss, das Lingnerschloss. Eine besondere Attraktion war die private Standseilbahn, die vom Lingnerschloss bis ins Elbtal reichte. Noch heute sind Bergstation und Trassenführung zu bestaunen.

1921 wurde der 1916 verstorbene Lingner in dem von Hans Poelzig und Georg Kolbe errichteten Mausoleum im Park beigesetzt.

Lingnerschloss geht an Stadt Dresden

Zwei Wochen vor seinem Tod am 22.Mai 1916 legt Lingner in seinem Testament fest, dass die Stadt Dresden das gesamte Anwesen erhalten soll. Allerdings war dieses Erbe mit Auflagen verbunden. Die Bevölkerung sollte nicht nur freien Zugang zum Park erhalten, sondern auch zum gesamten Schloss. Und im Hauptgebäude des Lingnerschloss sollte ein Restaurant oder Café eingerichtet werden, welches die niedrigsten Preise im ganzen Umkreis hat.

Vom Bombenangriff um den 13. Februar auf Dresden blieb das Schloss verschont. In den folgenden Jahren hatte es viele Funktionen. Es war Lazarett, Wohnheim und Kommandantur. 1957 fand der Klub der Intelligenz hier ein Heim. Ein großer Teil der Innenausstattung ging beim Umbau 1956/57 verloren. Um 1993 stand das Haus leer und wurde durch Vandalismus und fehlender Instandhaltung ernsthaft zerstört.

Das Lingnerschloss heute

Lingnerschloss Dresden2002 gründeten Dresdner Bürger den Förderverein Lingnerschloss e.V. Dieser setzt sich für die Sanierung und Nutzung des Gebäudes ein. 320 Mitglieder und 70 ehrenamtliche Mitarbeiter setzen sich aus Dresdner Bürgern, 62 Vereinen und Unternehmen sowie auswärtigen Unterstützern und Freunden zusammen. Nach der kompletten Sanierung des Lingnerschloss soll das Haus über eine Terrassenwirtschaft, ein Café und Restaurant verfügen und alle Räume für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Ausstellungen und Veranstaltungen finden schon heute statt. Insgesamt sollen sich die Kosten auf etwa elf Millionen Euro belaufen. Fünf Millionen Euro wurden bereits verbaut und viele Räume konnten schon saniert werden. Ein Teil kam aus Förderprogrammen und dem Denkmalschutz.

Seit 2010 ist das Restaurant wieder eröffnet. Auch die Terrasse und einige Veranstaltungsräume können schon genutzt werden. Entsprechend der Verfügung von Karl August Lingner wird im Restaurant täglich ein wechselndes alkoholfreies Getränk zum Preis von nur 75 Cent angeboten.

 

Fotograf: Christoph Perret – CP-Photographics

 

 

Barockschloss Wachau – ein Kleinod von erlesener Schönheit

Barockschloss Wachau

Nicht weit von Radeberg liegt Wachau, eine kleine Gemeinde im Landkreis Bautzen. 1218 soll Wachau zum ersten Mal erwähnt wurden sein. Sein sorbischer Name bedeutet so viel wie „Ort eines Vach“. Wachau hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Unter anderen das Barockschloss Wachau, ein Schloss, das auf einer künstlichen Insel erbaut wurde. Das Barockschloss Wachau blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Barockschloss Wachau war nicht das erste Gebäude

Bereits 1218 soll es an dieser Stelle ein Herrensitz gegeben haben. Eine Wasserburg hat sich hier erhoben. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wurde immer wieder verändert und gebaut. Der Wassergraben, der die Burg umspannt, erhielt einen rechteckigen Verlauf und gab dem Schloss sein heutiges Bild. Bis zum Schlossbau in seiner heutigen Form dauerte es. Erst mit dem Einzug der Familie von Schönfeld erlebte Wachau eine Blütezeit. Sie wurden um 1378 Besitzer des Dorfes, des Vorwerks und natürlich auch des Herrensitzes. Den entscheidenden Aufschwung für Dorf und Schloss gab die Heirat der Gräfin von Werthern mit Johann Siegfried Graf von Schönfeld im Jahre 1715. Als ihr Mann drei Jahre später starb, übernahm die 26 jährige Gräfin die Herrschaft. Sie lies einen prachtvollen Neubau an der Stelle des alten Wasserschlosses errichten. Das Barockschloss Wachau entstand zwischen 1730 und 1745.

Das Barockschloss Wachau wurde nach den Vorstellungen der Gräfin in Hufeisenform errichtet. Eine Grafenkrone, zwei Monogramme und ein schwarzer Ast auf goldenem Grund, welche das Wappen darstellten, zierten das Schloss. Der Bau zieht sich über zweieinhalb Etagen und schließt mit einem hohen Mansardendach. Der Haupteingang ist zum Garten gerichtet. Im reich gegliederten Mittelteil befinden sich barocktypisch geschwungene Balkone und ein prunkvoll geschmückter dreieckiger Giebel. Zum Vestibül des Hauses führt eine Auffahrtrampe mit Freitreppe.

Das Schloss wechselt die Besitzer

Barockschloss Wachau

Im Familienbesitzer der von Schönfeld blieb das Barockschloss Wachau leider nicht lang. Bereits 1770 starb der Sohn der Gräfin, Johann Georg von Schönfeld, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Verschiedene Besitzer tummelten sich in den nächsten Jahren auf dem Schloss. Erst 1883 gelang es in die Hände des Leipziger Kaufmannssohnes Gotthelf Kühne. Dieser lies die Innenräume durch den Architekten Georg Weidenbach umgestalten. Es wurden Sammlungen von Teppichen, Gemälden und Möbeln eingerichtet. Das Schloss verblieb später bis zur Bodenreform im Jahre 1945 bei seinem Neffen.

Nach der Wende wurde das Barockschloss Wachau von einem Investor aus Dresden gekauft. Da dieser kein Konzept umsetzten konnte, ging das Barockschloss Wachau 2008 an die Gemeinde zurück. Seit 2011 sucht diese nun einen Investor für das wunderschöne Schloss, das zu den wertvollsten und schönsten Schlössern der Lausitz gehört. Bis jetzt können Sie noch durch den etwa 4 Hektar großen Garten um das Schloss bummeln.

Schloss Wackerbarth – vom Alterssitz zum Sächsischen Staatsweingut

Schloss WackerbarthEs war im Jahre 1727, als der Reichsgraf August Christoph von Wackerbarth, seines Zeichens sächsischer Generalfeldmarschall und Staatsminister im Dienste August des Starken, die Bischofsberge samt der dazugehörigen Grünflächen in Radebeul erwarb. Hier sollte sein Alterssitz entstehen. Und den ließ sich der Reichsgraf was kosten. Niemand Geringeres als der Landesbaumeister Johann Christoph Knöffel, der auch verschiedene Dresdner Gebäude kreiert hat, erbaute das Schloss Wackerbarths Ruh´. Als Wackerbarth 1734 starb, erbte das Anwesen sein Stiefsohn Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour.

Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour verfügte, dass das Haus nach seinem Tod zugunsten der Waisen und Witwen in Dresden versteigert werden sollte. Der Freiherr Cristian Friedrich von Gregory ersteigerte das Anwesen. 1799 wurden der Jakobstein und der Weinberg Fliegenwedel zum Ensemble hinzugefügt. So steht das Anwesen noch heute unter Denkmalschutz. Erst 1808 fiel Schloss Wackerbarth wieder in die Hände eines Wackerbarths. Der Uhrgroßneffe des Reichsgrafen August Christoph konnte aber das barocke Schloss nicht lange halten.

 

Erziehungsanstalt, Heilanstalt, Lazarett – Schloss Wackerbarth war vieles

Oh ja, in den folgenden Jahren zogen viele in das Schloss Wackerbarth ein und auch wieder aus. Das Schloss war Erziehungsanstalt für Knaben, Heilanstalt für Geisteskranke, Reichsführerschule und Schule samt Internat für griechische Markos-Kinder. Erst im Jahre 1952 wurde aus dem Schloss Wackerbarth wieder ein richtiges Weingut. Von 1974 bis 1977 wurden große Teiele des Volkseigenen Gut Weinbau „Lößnitz“ renoviert. 1990 wurde aus dem VEG Weinbau die Weinbau Radebeul GmbH, die zwei Jahre später in den Besitz des Freistaates Sachsen überging. In diesem Jahr fand auch der erste Sommernachtball in den altehrwürdigen Gemäuern statt. Dieser fand in Zusammenarbeit mit den Landesbühnen Sachsen statt. Als Ehrengäste waren Rüdiger Freiherr von Wackerbarth und seine Frau geladen.

 

Schloss Wackerbarth – das erste Erlebnisweingut Europas

Schloss WackerbarthGenau das ist Schloss Wackerbarth heute. Ein Erlebnisweingut, das seinesgleichen sucht. Wenn Sie viel Glück haben und eine der begehrten Karten ergattern können, sollten Sie unbedingt einen Sommernachtball hier erleben. Doch auch zu jeder anderen Zeit ist das Barockschloss, das aufwendig restauriert wurde, eine Reise wert. Im barocken Schlossgarten können Sie wie eine Königin wandeln und haben Sie Lust auf ein Schlückchen leckeren Sekt, sind Sie hier genau richtig. Zahlreiche Veranstaltungen und festliche Höhepunkte locken übers ganze Jahr Gäste an. Vor allem die klassischen Veranstaltungen werden hier mit Hingabe gepflegt. Möchten Sie die kraftvollen und charakteristischen Weine kennenlernen, lohnt eine Führung mit Weinverkostung. Bei einem Wochenendaufenthalt können Sie alle Kompositionen des Hauses genießen. Typisch sächsische Küche kombiniert mit einzigartigen Weinen und Sekte machen einen Besuch zum kulinarischen Erlebnis. Beim Winzerbrunch mit anschließender historischer Führung können Sie Schloss Wackerbarth in allen Facetten erleben.

 

Bildquelle: RANK Fotografie

Schloss Diesbar Seußlitz – klein aber fein

Schloss Diesbar SeußlitzWenn Sie von Meißen auf der linken Elbseite Richtung Riesa fahren, kommen Sie direkt am Schloss Diesbar Seußlitz vorbei. Das barocke Kleinod ist eine Augenweide, die es in sich hat. Hier, inmitten des nördlichsten Weinbaugebietes Europas, finden Sie ein Schloss von außergewöhnlicher Schönheit. Was von außen recht unscheinbar für ein Barockschloss aussieht, hat ein wunderschönes Innenleben im typischen Barockstil. Der zauberhafte Schlosspark und der angrenzenden Golkwald laden Sie immer zu einem Spaziergang ein.

 

Die Geschichte des Barockschloss Diesbar Seußlitz

Zum ersten Mal wurde das Schloss im Jahre 1205 erwähnt. Otto von Suselitz bewohnte damals die Wasserburg. Schon im Jahre 1226 wurde die Burg von Heinrich dem Erlauchten zu einem Jagdschloss umgebaut. Der gnädige Herr hielt hier mehrfach Hof und veranstaltete pompöse Jagdfeste. 1268 stiftete er das Schloss Diesbar Seußlitz samt 17 Dörfern dem Orden der Klarissen.

Schloss Diesbar Seußlitz1546 kaufte Simon von Pistoris, seines Zeichens Geheimer Rat am Hofe des Kurfürsten Moritz von Sachsen, das Kloster. Er baute es wieder zum Schloss um. Doch schon 1722 wechselte das Schloss Diesbar Seußlitz erneut den Besitzer. Graf Heinrich von Bünau wurde der neue Schlossherr. Und dieser beauftragte kein geringeren als George Bähr, den Baumeister der Dresdner Frauenkirche, das Schloss im barocken Stil umzubauen. Auch der Schlossgarten erhielt ein barockes Bild. Im Stil der englischen und französischen Gartenbaukunst erwachte der Schlossgarten zu neuem Leben. Der Garten wird von Skulpturen geschmückt, welche die Monate und die vier Jahreszeiten darstellen. Ebenfalls nach den Plänen Bährs entstand die Heinrichsburg, ein Gartenhaus, welches den Namen des Grafen Heinrich von Bünau trägt und das auf der Hauptachse des Gartens liegt.

Von der Heinrichsburg haben Sie einen fantastischen Blick über die Elbe bis nach Zehren und Boritz. Gegenüber der Heinrichsburg liegt die Luisenburg, ein barockes Winzerhaus.

 

Schloss Diesbar Seußlitz lädt ein

Das Schloss Diesbar Seußlitz ist heute Veranstaltungsort für zahlreiche Events. Von der Hochzeit bis zum Ballabend können Sie hier im barocken Ambiente rauschende Feste feiern. Während des jährlich stattfindenten Heiratsmarktes in Diesbar Seußlitz ist das Schloss einer der Höhepunkte schlechthin. Das Schloss ist in Privatbesitz, der Schlossgarten ist aber frei zugänglich. An Führungen können Sie bei Voranmeldung teilnehmen.

 

Bildquelle: Una Rieß-Stadnik

Der Fürstenzug in Dresden

Auf der Augustusstraße, zwischen dem Johanneum auf der einen Seite und dem Georgentor auf der anderen Seite, befindet sich der Fürstenzug zu Dresden. Entlang der langen Wand stolziert ein prächtiger Zug edler Fürsten. Der Fürstenzug gehört neben dem Zwinger, dem Goldenen Reiter, der Semperoper und der Frauenkirche zu den fünf bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Dresdens.

Fürstenzug Dresden

Der Schandfleck im Dresdner Schlossareal

Der sächsische Minister Friedrich Ferdinand Graf von Beust stellte im Jahr 1861 fest, dass die Lange Wand am Stallhof Dresden kein Anblick ist, den man länger ertragen konnte. Obwohl die Wand bereits 1589 bemalt wurde, hatte sie ihre schönsten Zeiten hinter sich. Die Malereien aus Kalkfarben waren verwittert. Grau und hässlich vegetierte die Wand vor sich hin und war bei einem Gang vom Georgentor zur Frauenkirche nun wahrlich kein schöner Anblick. Die Wand war der Schandfleck des gesamten Schlossareals. Doch drei weitere Jahre mussten ins Land gehen, ehe die Pläne von Wilhelm Walther, einem Historienmaler, zur Gestaltung der Wand Aufsehen erregten. Walther war ein Hungerleider, der zahlreiche Mäuler zu stopfen hatte. Seine Pläne dürften kaum eine Chance gehabt haben, wenn – ja, wenn nicht der Hofbaumeister Krüger ganz ähnliche Pläne zur „historisch-allegorischen Darstellung zur sächsischen Geschichte“ vorgelegt hätte. Nun entschied sich der Akademische Rat für die Vorlagen Walthers, der einen Festzug der sächsischen Regenten vorgeschlagen hatte.

Es interessiert natürlich niemanden, dass Wilhelm Walther keine Ahnung hatte, wie der erste Markgraf aussah. Die Fürsten erhielten Attribute ihrer Zeit. Umhänge, Schwerter, Hüte und vieles mehr zeigten, wer da dargestellt wurde. Der Künstler lies Herzöge, Kurfürsten, die Wettiner und Könige durch die sächsische Geschichte reiten. Lange Zeit arbeitete Walther ohne Entlohnung, denn schon damals war man der Ansicht, Künstler leben von Luft und Liebe. Erst 1870 kam es zur Vertragsunterzeichnung. Walther erhielt Lob und Ehrung.

 

Der Fürstenzug zu Dresden entsteht

Fürstenzug DresdenWalther gestaltete den Zug in einer Sgraffitotechnik, welche bereits die Künstler der Renaissance wählten. Zwischen 1872 und 1876 entstand das Meisterwerk in der Putzkratztechnik an der langen Wand. Das Meisterwerk wurde aus dem staatlichen Kunstfonds bezahlt und kostete 62.288 Mark.

Allerdings war der Fries nicht sehr witterungsbeständig. Bereits zur Jahrhundertwende zeigte er erste Schäden und so wurden das Bild neu mit Keramikfliesen aus der Meißner Porzellanmanufaktur gestaltet, welche fugenlos verlegt wurden. Auf einer Länge 101,9 m und einer Höhe von 10,51 m entstand der Fürstenzug neu aus 25.000 Keramikfliesen. Jede Fliese hat ein Maß von 20,5 x 20,5 cm.

 

Vom Kürfürsten bis zum Handwerker

Der Fries beginnt mit dem Spruch: „Ein Fürstenstamm dess Heldenlauf reicht bis zu unsern Tagen, in grauer Vorzeit ging er auf mit unseres Volkes Sagen.“ 94 Personen stellt der Fürstenzug zu Dresden dar. Neben 35 Herzögen, Markgrafen, Kurfürsten und Königen aus Sachsen sind darauf auch 59 Künstler, Wissenschaftler, Soldaten, Kinder, Handwerker und Bauern zu finden. Außerdem gibt es zahlreiche Pferde sowie zwei Windhunde. Die Regenten sind in der Reihenfolge, in der sie regierten angeordnet und mit Namen und Regierungszeit v ersehen. Lediglich Heinrich I. von Eilenburg und Friedrich August III., der letzte König, fehlen. Auch der Maler selber hat sich auf dem Bild verewigt. Die einzig weibliche Figur des Fürstenzuges ist übrigens ein kleines Mädchen inmitten der Kindergruppe. Der Fürstenzug endet mit den Worten: „Du alter Stamm, sei stets erneut in edler Fürsten Reihe; wie alle Zeit Dein Volk Dir weiht die alte deutsche Treue.“

Angeführt wird der Fürstenzug von einem Herold, Bannerträgern und Spielleuten. In der Schlussgruppe finden sich namhafte Personen wie der Student Herr von Erdmannsdorf, der Architekt Georg Hermann Nicolai, die Maler Peschel und Hübner sowie Ludwig Richter, die Bildhauer Johannes Schilling und Ernst Julius Hähnel, der Geheimrat Wiesner oder der Maurer Kern. Im unteren Rand des Frieses befinden sich Wappen verschiedener Ämter und Herrschaften.

 

Die Restaurierung des Fürstenzug Dresden

Fürstenzug DresdenObwohl das Umfeld des Fürstenzuges in der Bombennacht des 13. Februars 1945 fast völlig zerstört wurde, nahm das Bild selber nur einen sehr geringen Schaden. Schäden traten vor allem im Bereich der Fenster auf. 1978 wurden die Schäden und die Verschmutzungen, die der Fries während der Jahre erhalten hatte, beseitigt. Etwa 450 Fliesen, die zum Teil beschädigt waren, wurden ausgetauscht und 223 Fliesen, die nach altem Rezept neu hergestellt wurden, ergänzt.

 

 

Die Regenten auf dem Fürstenzug zu Dresden

  • Konrad der Große (1127–1156)
  • Otto der Reiche (1156–1190)
  • Albrecht der Stolze (1190–1195)
  • Dietrich der Bedrängte (1195–1221)
  • Heinrich der Erlauchte (1221–1288)
  • Albrecht der Entartete (1288–1307)
  • Friedrich der Gebissene (1307–1324)
  • Friedrich der Ernsthafte (1324–1349)
  • Friedrich der Strenge (1349–1381)
  • Friedrich der Streitbare (1381–1428)
  • Ernst (1464–1486)
  • Friedrich der Sanftmütige (1428–1464)
  • Albrecht der Beherzte (1486–1500)
  • Friedrich der Weise (1486–1525)
  • Johann der Beständige (1525–1532)
  • Johann Friedrich der Großmütige (1532–1547)
  • Georg der Bärtige (1500–1539)
  • Heinrich der Fromme (1539–1541)
  • Moritz (1547–1553)
  • August (1553–1586)
  • Christian I. (1586–1591)
  • Christian II. (1591–1611)
  • Johann Georg I. (1611–1656)
  • Johann Georg II. (1656–1680)
  • Johann Georg III. (1680–1691)
  • Johann Georg IV. (1691–1694)
  • August II. (August der Starke, 1694–1733)
  • August III. (1733–1763)
  • Friedrich Christian (1763)
  • Friedrich August der Gerechte (1763–1827)
  • Anton der Gütige (1827–1836)
  • Friedrich August II. (1836–1854)
  • Johann (1854–1873)
  • Albert (1873–1902)
  • Georg (1902–1904)

 

Der Meißner Dom – ein architektonisches Gesamtkonzept aus verschiedenen Epochen

Meißner DomEng an die Meißner Albrechtsburg geschmiegt, hoch oben auf dem Burgberg, steht der Dom zu Meißen. Eigentlich ist der Dom ein grandioses Beispiel hochgotischer Baukunst. Wer genauer hinschaut, wird aber zahlreiche Stilbrüche und Veränderungen feststellen. Der Bau des Doms begann im Jahre 1250 und wurde über acht Jahrhunderte fortgeführt. In jedem Zeitalter wurde neue Details hinzugefügt oder alte Gestaltungen verändert. Trotzdem gehört der Meißner Dom zu den stilreinsten gotischen Domen in Deutschland.

 

Der Meißner Dom im Wandel der Zeit

Bereits um 968 stand hier eine Burgkapelle. Wahrscheinlich war diese aus Holz. Im frühen 11. Jahrhundert wurde die erste Kirche aus Stein errichtet. Die Grundmauern der Vorgänger des Meißner Doms sollen sich noch heute unter dem Fußboden befinden. Um 1130 ließ Bischof Godebold einen Dom im romanischen Stil errichten. Vier Türme sollen die Basilika geschmückt haben und einen imposanten Anblick geboten haben. Doch mit der Besiedlung des Landes musste auch eine Kirche her, welche die Vorgängerin an Größe übertreffen sollte.

Der eigentlichen Bau des heutigen Doms begann um 1260. Der Dom wurde im Stil einer gotischen Hallenkirche errichtet. Bereits acht Jahre später waren der Kreuzgang und der Chor fertiggestellt. Bis zum Jahre 1297 entstanden die Johanneskapelle, die Maria-Magdalena-Kapelle und der Kapitelsaal. Doch erst 1410 wurde das Langhaus vollendet. 1413 wurden die beiden provisorischen Glockentürme aus Holz, an denen man seit 1315 baute, und die Westfront bei einem schweren Sturm durch einen Blitzschlag zerstört. Viele Jahre zierte den Dom nur der „Höckrige Turm“. Erst um 1903 begann man mit dem Aufbau der heutigen Türme. Die mit 81 Metern hoch über Meißen thronen.

 

Die einzigartige Ausstattung macht den Meißner Dom berühmt

Meißner Dom

Der Meißner Dom vor dem Ausbau.

Der Meißner Dom verfügt über die wertvollste und reichste Ausstattung sächsischer Kirchen. Dazu gehören die im Jahre 1260 geschaffenen Stifter- und Patronatsfiguren in Überlebensgröße. Sie stammen aus der Naumburger Dombauwerkstatt. An der Nordwand des Chors sind Kaiser Otto I. und seine Gemahlin Adelheid von Burgund zu sehen. Sie gründeten das Bistum Meißen. Auch die Bildnisse des heiligen Donatus von Arezzo, Johannes des Täufers, des Evangelisten Johannes, Maria mit Kind und des Diakons Stephanus sind von großer Bedeutung.

Die Altarleuchter und das Kruzifix schuf der berühmte Meißner Porzellangestalter Johann Joachim Kändler aus feinstem Meißner Porzellan. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Meißen wurde von Otto Schilling, einem Glockengießer aus Apolda, die Johannesglocke gegossen. Den Entwurf dafür gestaltete der damalige Leiter der Porzellanmanufaktor Emil Börner. Die Glocke bringt bei einem Durchmesser von 220 Zentimetern 7820 kg auf die Waage. Sie ist eine der figurenreichsten Glocken der Welt. Auf der Glocke werden Szenen aus dem Jüngsten Gericht, der Offenbarung und Christus als Weltenrichter dargestellt.

 

Der Meißner Dom heute

Den Meißner Dom können Sie natürlich zu den Öffnungszeiten besichtigen. Steigen Sie unbedingt die zahlreichen Stufen in den Domtürmen hinauf. Von hier haben Sie einen fantastischen Blick über das Land. Neben kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten finden im Meißner Dom auch zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt. Auf Wunsch können Sie auch an einer der zahlreichen Führungen durch ein Stück Meißner Geschichte und einen wundervollen Dom teilnehmen.

Schloss Schönfeld – das kleine versteckte Traumschloss

Schloss SchönfeldEtwas versteckt zwischen Lampertswalde und Thiendorf liegt Schönfeld, ein verschlafenes kleines Dorf. Man mag es schon fast romantisch nennen. Das Schloss, das hier seinen Platz hat, ist es allemal. Nicht ohne Grund trägt es heute den Namen „Schönfelder Traumschloss“. Der hier ansässige Verein sorgt auf jeden Fall dafür, dass das Schloss und die hier stattfinden Veranstaltungen und Feiern zu einem romantischen Erlebnis werden. Natürlich hat der Verein nicht immer das Schloss gehegt und gepflegt. Ursprünglich war es das Adelsgeschlecht Schönfeld, das hier seinen Sitz hatte.

 

Die Geschichte des Schloss Schönfeld

Einst befand sich etwa an der Stelle des großen Turms eine Wehranlage in Schönfeld. Die Anlage diente dem Schutz der Handelsstraße Hohen Straße. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1216. Um 1460 bis etwa 1590 wurden die zwei Schlossanlagen im Stil der sächsischen Renaissance erbaut. Um 1768 wurde ein Teil des Wassergrabens verfüllt. Die zwei Zugbrücken und drei Türme wurden um 1830 abgerissen und ein paar Jahre später der alte und der neue Teil zu einer Grundherrschaft vereint. In den nächsten Jahren baute man das Schloss fast komplett um. Unter Leitung von Gotthilf Ludwig Möckel wurden das Schloss erweitert und große räumliche Veränderungen vorgenommen. Die Neorenaissance hielt Einzug. Auch die Wirtschaftsgebäude und das Inspektorenhaus erfuhren eine Veränderung. Um 1889 legte man einen 6,4 ha großen Schlosspark an, der die Form eines englischen Gartens erhielt. Gestalter war der Königliche Gartenbaudirektor Max Bertram.

Jahrelang verkümmerte dann das Schloss, bis 1990 mit den Sanierungsarbeiten begonnen wurde. Heute ist daraus ein wirkliches Traumschloss geworden, dass Sie unbedingt besuchen sollten.

 

Traumschloss Schönfeld heute

Schloss SchönfeldIm Schloss Schönfeld finden heute zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender lohnt sich durchaus. Ob Gartenschau, Schäferstündchen oder musikalische Aufführungen, das kleine Schloss hält immer etwas bereit. Und auch einen Rundgang sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Das kleine Traumschloss ist wirklich ganz bezaubernd. Übrigens bekommen Sie bei einer Führung nicht nur einzigartige Baukunst zu sehen, sondern erfahren auch so manch spannende Geschichte, die sich hier abgespielt haben soll. Ein Kleinod ist das Schloss auf jeden Fall. Bei schönem Wetter sollten Sie natürlich auch durch den Park bummeln. Die biedermeierliche Gartenanlage ist ein echter Schatz. Lassen Sie sich einen Besuch im Schloss Schönfeld auf keinen Fall entgehen. Meist sind es doch die kleinen, versteckten Sehenswürdigkeiten, die den größten Eindruck hinterlassen.

Und, wie könnte es anders sein, im Traumschloss Schönfeld können Sie natürlich heiraten. Es gibt kaum eine romantischere Kulisse als das Schloss und seine Anlage. Aber auch für andere Feiern können Sie verschiedene Räume und den Garten des Schlosses mieten.

Von den Sagen, die sich um das Schloss ranken, erfahren Sie später hier im Blog.

Karl-May-Museum Radebeul – wo Old Shatterhand und Winnetou zuhause sind

Karl-May-Museum

Foto: -Immanuel Giel, CC BY-SA 3.0

Wussten Sie, dass Old Shatterhand, Old Shurehand, Old Firehand und Winnetou ein Zuhause in Radebeul haben? Wo? Natürlich im Karl-May-Museum. Wenn Sie in Dresden und Umgebung auf Reisen sind, sollten Sie auch unbedingt einen Besuch im Karl-May-Museum einplanen. Hier, in den Villen Shatterhand und Bärenfett, war Karl May einst sesshaft und lies seiner Fantasie vom Wilden Westen und dem Orient freien Lauf. Ja, Sie haben richtig gelesen. All die wunderbaren Geschichten, die uns heute noch begeistern, sind nicht irgendwo auf Reisen entstanden, sondern hier. Karl May kannte lange Zeit weder den Orient noch den Wilden Westen aus realen Erlebnissen. Die Beschreibungen der Landstriche entstammen seiner Fantasie.

 

Das Wohnhaus Karl Mays

Natürlich wohnte Karl May nicht immer hier. 1896 soll er das Grundstück in Radebeul erworben haben. Und das für sage und schreibe 37.300 Mark. Ja, die Grundstücke in Radebeul waren zur damaligen Zeit schon nicht ganz preiswert. Noch im gleichen Jahr lies er an der zur Straße gewandten Seite den Schriftzug „Villa Shatterhand“ anbringen. Ein Jahr später kauft er auch das gegenüberliegende Grundstück und nutzte dieses als Obstgarten. Die Villa Bärenfett gab es zu Karl Mays Zeiten noch nicht. Diese lies erst seine Witwe Klara erbauen und richtete selbige für den Indianerforscher Patty Frank als Wohnhaus ein. 1928 erhielt die Villa Bärenfett einen Anbau, in dem das erste Karl-May-Museum eingerichtet wurde. Patty Frank betreute das Museum bis zu seinem Tode.

Auf dem Gelände des Obstgartens entstand 1932 ein Gedächtnishain für Karl May. Sozusagen das Herzstück des Gartens ist der Herzsee. Den Hain schmücken Wasserläufe und ein Granitfindling, der den Namen Karl May trägt. Nach dem Tode von Klara May übernahm die Karl-May-Stiftung die Villa.

 

Erlebnisse im Karl-May-Museum

Karl-May-Museum

Foto: -Immanuel Giel, CC BY-SA 3.0

Natürlich gibt es in erster Linie im Karl-May-Museum viel über die Indianer und das Wirken von Karl May zu erfahren. Die berühmtesten Ausstellungsstücke sind wohl die Büchsen „Silberbüchse“, „Henrystutzen“ und „Bärentöter“. Zahlreiche Souvenirs erzählen von seinen Reisen durch den Orient und Nordamerika. Bibliothek, Empfangssalon und Arbeitszimmer des Schriftstellers sind Zeugnisse seines Lebens.

Über die Jahre wurden auch viele Stücke zusammengetragen, die vom Leben der Indianer erzählen. Der Lakota Archie Fire Lame Deer sagte über die Ausstellung: „Die Sammlung ist eine der besten, die ich auf meinen Reisen durch die Welt gesehen habe.“ Etwa 800 Originale können Sie in der Villa Bärenfett bewundern. Die Ausstellung gehört zu den wertvollsten in Europa. Indianerromantik? Die gibt es hier auf jeden Fall. Und dieser verfallen nicht nur Kinder. Sind Sie mit Karl May groß geworden, werden Sie sich beim Anblick von Totempfahl und Bärenfell sofort wieder an die Geschichten erinnern. Heute können auch Ihre Kinder die Welt der Indianer hier entdecken.

Schauen Sie ruhig ab und zu auf der Seite des Karl-May-Museums vorbei. Es gibt auch zahlreiche Veranstaltungen, die uns wieder in die Zeit von Cowboy-und-Indianer-Spielen zurückversetzen. Und wenn Sie Lust haben, können Sie zum Blutsbruder des Museums werden, denn das Karl-May-Museum hat noch lange nicht seine endgültige Ausdehnung erreicht. Neue Konzepte wollen umgesetzt werden, sind schon in Planung oder gar in Vorbereitung.