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Der Leuchtturm zu Moritzburg

Leuchtturm MoritzburgNein, nein, Moritzburg liegt nicht seit Neustem am Meer. Moritzburg verfügt über den einzigen Binnenleuchtturm in Sachsen. Der Turm entstand im 18. Jahrhundert und ist ausnahmsweise keine Errungenschaft von August dem Starken. Der Leuchtturm Moritzburg ist einer der ältesten Binnenleuchttürme. Er wurde für die Kulisse einer Seeschlacht erbaut und ist damit der einzige Leuchtturm in Deutschland, der für solch einen Zweck gebaut wurde.

 

Die Geschichte des Leuchtturm Moritzburg

Nicht weit vom Fasanenschlößchen der Gemarkung Moritzburg erhebt sich am Ufer des Niederen Großteiches ein Leuchtturm. Genau genommen ist es ein Binnenleuchtturm. Über eine etwa 50 Meter lange Mole können Sie den Leuchtturm Moritzburg erreichen. Im 18. Jahrhundert wurde hier eine Seeschlacht imitiert. Die kurfürstliche Gesellschaft, die sich hier in Moritzburg gern vergnügte, musste mit immer neuen Spielen zufriedengestellt werden. Hetzjagden und Schauspiele der „normalen“ Art waren auf die Dauer langweilig. Und so wurde ein maritimes Ensemble geschaffen, dessen historischer Hintergrund die Schlacht bei den Dardanellen aus dem Jahre 1770 war. In der Seeschlacht von Çeşme besiegte die russische Zarin Katharina die Große die Osmanen. Die Schilderung Orlows, den Kurfürst Friedrich August III. 1775 in seiner Residenz in Dresden empfing, faszinierte den Kurfürsten so sehr, dass er am Moritzburger Teich eine Miniaturausgabe der Schlacht inszenieren lies.

Am Niederen Großteich entstand 1780 eine Hafenanlage mit allem Drum und Dran. Neben der von Mauern gefassten Anlegestelle, einer Molle und steinernen Pollern ließ der Kurfürst auch mehrere Kriegsschiffe bauen und Kanonen aufstellen. Der Leuchtturm Moritzburg war Teil der Kulisse. Die Festivitäten fanden bis zu den Koalitionskriegen statt.

 

Ein Ausflug zum Leuchtturm Moritzburg

Der Leuchtturm Moritzburg wurde von 2006 bis 2007 umfassend restauriert. Dabei erhielt der Turm auch eine Befeuerung, die bei besonderen Anlässen eingeschaltet wird. Besichtigen können Sie den Leuchtturm Moritzburg von Mai bis Oktober an jedem Sonntag im Monat im Rahmen einer Führung. Natürlich ist der Leuchtturm Moritzburg auch zu besonderen Anlässen geöffnet.

 

Bildquelle: Für das Bild bedanken wir uns beim Fotografen Mirko Seidel http://miseidd.de

Wie die Meißner Fummel entstand

Meißner Fummel

Foto: Hutschi, CC BY-SA 3.0

Es geschah zu der Zeit, als in Meißen das Porzellan erfunden war. Tag für Tag brachten berittene Boten die Post vom kurfürstlichen Dresden nach Meißen und auf dem Rückweg transportierten sie edles Meißner Porzellan. Nun dauerte der Weg zur damaligen Zeit zu Pferd recht lang und nicht immer kam die Post beim Empfänger unbeschädigt an. Vor allem das Porzellan litt auf dem Weg nach Dresden. Schnell gerieten die Boten in den Verdacht, dem köstlichen Meißner Wein und den hübschen Mädchen auf dem Weg zu sehr zuzusprechen. Der eine oder andere Bote war dann auf dem Weiterritt zu betrunken um sich auf dem Pferd zu halten und beim Sturz vom selbigen landeten die Reiter nicht selten im Graben. Das teure Porzellan zerbrach in tausend Scherben.

Dem Kurfürsten August der Starke waren die unzuverlässigen Untertanen ein Dorn im Auge. Doch beweisen konnte er seinen Boten die Trunksucht nicht. Empört wiesen die Boten jeden Verdacht von sich und schworen Stein und Bein, das sie ganz sicher nicht dem Weine zusprachen. Hoch und heilig gelobten sie jedes Mal achtsamer mit dem wertvollen Porzellan umzugehen und jedes Mal kamen wieder nur Scherben in Dresden an.

Der Kurfürst hatte schließlich von seinen trinkenden Boten die Nase voll und befahl der Meißner Bäckerzunft ein Backwerk zu erfinden, das so fein und leicht sei, dass es bei Unachtsamkeit sofort zerbrechen würde. Dieses Backwerk sollte den berittenen Boten mitgegeben werden und dieser musste es August dem Starken vorweisen. Und nur, wer die Fummel heil nach Dresden bringe und es dem Kurfürsten im unversehrten Zustand übergab, konnte das Vertrauen des Kurfürsten erringen. Fort an mussten alle sächsischen Kuriere die Meißner Fummel auf ihrem Weg von Meißen nach Dresden bei sich tragen. Wer bei der Ankunft in Dresden keine unversehrte Fummel vorweisen konnte, wurde bestraft.

Die Meißner Fummel ist zerbrechlich

Die eine oder andere Ehefrau mag jetzt mit dem Gedanken spielen, die Meißner Fummel zu Hause nach zu backen und ihrem Mann am Abend, wenn er in den Sportverein geht oder sich mit Freunden trifft, mitzugeben. Zwar ist das Rezept bekannt, aber wie der Hohlraum in den Teig kommt ist ein wohlbehütetes Familienrezept. Urkundlich erwähnt wird die Meißner Fummel das erste Mal im Jahre 1747. Doch bereits seit 1710 soll es das Gebäck geben. Die Meißner Fummel besteht aus nichts anderem als aus Fett, Mehl, etwas Wasser, Salz und einem Eigelb. Durch den eingebackenen Hohlraum ist die Fummel sehr zerbrechlich. Derzeit können Sie die Fummel nur bei einem Meißner Bäcker kaufen, der Konditorei Zieger auf der Burgstraße in Meißen.

Versuchen Sie doch mal, ob Sie die Meißner Fummel sicher und unversehrt nach Hause bekommen.

 

 

Johann Friedrich Böttger, der Erfinder des weißen Goldes

Johann Friedrich Böttger

Foto: Hejkal, CC-BY-SA-2.0-DE

„Böttger, mach er uns Gold“ Mit diesen Worten forderte August der Starke den Apotheker und Alchemisten Johann Friedrich Böttger auf, das Gold in den sächsischen Kassen zu mehren. Johann Friedrich Böttger war von dem Wunsch besessen, Gold zu machen. Das gelang ihm allerdings nicht. Doch nicht ohne Grund hat seine Erfindung den Namen „Weißes Gold“, denn das Porzellan ließ das Gold in den kurfürstlichen Kassen klingeln.

Böttgers Weg zum Goldmacher

Johann Friedrich Böttger wurde am 04.Februar 1682 in Schleiz geboren. Sein Vater starb früh und seine Mutter heiratete 1685 Johann Friedrich Tiemann. Tiemann war maßgeblich an der Ausbildung Böttgers in vielen Bereichen beteiligt. 1696 begann Böttger beim Berliner Apotheker Friedrich Zorn eine Ausbildung als Apotheker. Seine Leidenschaft zur Alchemie wurde während der Lehre geweckt. Heimlich widmete sich Böttger der Alchemie im Apothekerlabor. Sein Streben war es, den Stein der Weisen zu finden, der die Umwandlung von unedlen Metallen in edle Metalle ermöglichte. Kontakte zu Johannes Kunckel und dem Adepten Lascaris unterstützten ihn in seinem Suchen. Lascaris wurde von Böttger während einer Krankheit geheilt. Dieser schenkte ihn dafür ein Transmutationspulver, welches die Umwandlung von Metallen ermöglichen sollte. Dank des Transmutationspulvers vollbrachte Böttger erstaunliche Dinge, die ihn nicht nur reich, sondern auch bekannt werden ließen. Doch genau damit begann das Unheil.

 

Böttgers Flucht aus Berlin

Böttgers Ruf drang auch schnell zum Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. Der preußische König lies umgehend ein Kopfgeld auf Böttger aussetzen, denn die Alchemie war Hexenkunst. Johann Friedrich Böttger konnte der Hatz entkommen und er floh zu seinem Onkel nach Wittenberg. Dort wurde er zum Gegenstand eines Streites zwischen dem Preußenkönig und dem Kurfürsten von Sachsen. Diesem waren nämlich Böttgers Künste zu Ohren gekommen und er hatte ein lebhaftes Interesse an dem Apotheker. Während Friedrich Wilhelm I. die Auslieferung Johann Freidrichs verlangte, da er ein preußischer Bürger war, wollte August ihn behalten und erklärte Punktum, dass Böttger auf sächsischen Boden wäre und dort bliebe. August der Starke gewann den Zwist und ließ Johann Friedrich Böttger nach Dresden bringen.

Böttger, mach er uns Gold

Johann Friedrich Böttger wurde in Dresden auf wärmste willkommen geheißen. August der Starke hoffte, mit seiner Hilfe die leeren kursächsischen Kassen zu füllen und weiter seiner Verschwendungssucht freien Lauf lassen zu können. August der Starke frönte einer besonders kostspieligen Leidenschaft. Er liebte chinesisches Porzellan und sammelte dies leidenschaftlich, solange es das Gold in seinen Schatzkammern dies zuließ.

Das Laboratorium wurde zunächst im Fürstenbergschen Haus zu Dresden eingerichtet. Ein Contubernium sollte die Forschungen und die Herstellung von Gold überwachen. Zu diesem gehört später auch der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. 1705 wurde das Labor auf die Albrechtsburg zu Meißen verlegt. Böttger war nach zwei Fluchtversuchen zum Gefangenen geworden. Hier fanden auch die ersten Versuche mit Keramik statt. Anfangs wurden Schmelztiegel gefertigt, später entstand künstlicher Marmor für die prächtigen Bauten am kurfürstlichen Hof in Dresden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden für die ersten Herstellungen von rotem Steinzeug verwendet. Übrigens verdienten die bei der Entwicklung beteiligten Leute für die damalige Zeit nicht schlecht. Nur Böttger erhielt als Gefangener des Königs keinen Thaler.

Nach dem Tode Tschirnhaus setzte Böttger die Versuche, Porzellan herzustellen, fort und erfand das weiße Porzellan, nachdem er Kaolin gefunden hatte. Am 01.06.1710 wurde die erste Porzellanmanufaktur eröffnet, die sich damals noch in der Albrechtsburg Meißen befand.

Johann Friedrich Böttger wurde am 19.April 1714 aus der Haft entlassen. Sachsen durfte er nicht verlassen. Er begann auf Drängen des Kurfürsten sich wieder mit der Herstellung von Gold zu befassen. Als Folge seiner Experimente mit giftigen Substanzen starb Böttger am 13.März 1719. Begraben wurde er auf dem Johannisfriedhof in Dresden. Sein Grab ist heute nicht mehr erhalten.

 

Bildquelle: Wikipedia Benutzer:Hejkal

Auf der Festung Königstein…

Die geschichtlichen Aufzeichnungen der Festung Königstein reichen zurück bis ins Jahr 1233. Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Festung ausgebaut. Aber auch in den folgenden Jahren brachte man die Verteidigungsanlage immer wieder auf Vordermann, schließlich diente die Festung Königstein auch als Zuflucht für den sächsischen Hochadel und dieser wollte beschützt sein. Doch auch namhafte Gefangene beherbergte die Festung. So den Erfinder des Meißner Porzellans, Johann Friedrich Böttger und den Sozialdemokraten August Bebel.

Festung Königstein

Die Festung Königstein gilt übrigens als uneinnehmbar. Keine Heeresmacht konnte die Mauern erstürmen und die Festung in die Knie zwingen. Die Mauern der Festung trotzen jedem Ansturm bis, ja, bis zum 19.März 1848. An diesem Tage war es ein kleines Schornsteigfegerchen, das allem zum Trotz die Mauern der stolzen Festung erglomm und den Strategen der Festung das Gruseln lehrte.

Sebastian Abratzky war ein Schornsteinfeger aus Mahlis, einem kleinen Ort in der Nähe von Oschatz. Er hatte gerade seine Schornsteinfegerlehre beendet und machte sich nun auf die Wanderschaft durchs Land. Das war damals so üblich. Auf der Walz oder den Wanderjahren mussten sich Gesellen beweisen, um später die Prüfung zum Meister ablegen zu können.

Auf seinen Weg kam er natürlich auch in die Dresdner Umgebung. Die stolze Festung Königstein zog ihn magisch an. Von den Einwohnern des Dorfes erfuhr er, das die Festung zu besuchen sei, allerdings kostet das einen Taler Eintritt. Ein Taler war für den mittellosen Wandergesellen viel Geld. Den Taler wollte Sebastian lieber für ein Bier aufheben und kletterte deshalb die fast senkrechte Wand hinauf. An der Ostseite der Felsenveste fiel dem Schornsteinfeger ein Kamin auf. Natürlich war Sebastian Abratzky bekannt, wie man einen Kamin erklomm. Und so stieg er einfach drauf los. Während seines Aufstiegs soll der muntere Geselle auf einem Felsen im Kamin Rast gemacht haben und die Aussicht genossen haben. Nachdem er sich wieder auf die Klettertour gemacht hatte, stürzte der Felsen mit Getöse in den Abgrund. Drei Stunden benötigte Sebastian, um die Festungsmauer zu erreichen. Hier wurde er von der Wache der Festung schon in Empfang genommen und sofort für 12 Tage in den Arrest gesteckt. Noch bevor er entlassen wurde, fand seine Tat Nennung im Wochenblatt von Pirna: „Ein harmloser Schornsteinfeger hat es vollbracht, wozu unermessliche Streitkräfte nicht in der Lage gewesen waren!“ Der Kamin, durch den Sebastian Abratzky die Festung Königstein erklomm, trägt heute seinen Namen. Übrigens hat der Kamin einen Schwierigkeitsgrad IV nach der sächsischen Schwierigkeitsskala.

 

Alles eine Lüge?

Im Jahre 2001 prüfte Joachim Schindler die Geschichte um den Schornsteinfeger Sebastian Abratzky. Er fand viel Widersprüchliches. Doch das soll eine andere Geschichte in unserem Sachsen-Blogger sein.

 

 

 

 

Aurora Gräfin von Königsmarck, die erste Mätresse des sächsischen Kurfürsten

MätresseWer an August den Starken denkt, denkt auch gleichzeitig an die Gräfin Cosel. Doch August konnte mit weit aus mehr Mätressen aufwarten. Seine erste bekannte Mätresse war Marie Aurora Gräfin von Königsmarck. Voltaire bezeichnete die Dame neben Katharina II als berühmteste Frau zweier Jahrhunderte. Aurora war geistreich, konnte fünf Sprachen sprechen, Noten lesen und musizierte selber. Durch Menschlichkeit und Freundlichkeit erhob sie sich hoch über die Damen ihrer Zeit.

Aurora kam 1694 nach Dresden. Sie war auf der Suche nach ihrem Bruder, der im Schloss der Welfen in Hannover spurlos verschwunden war. Von August dem Starken erhoffte sie sich Mithilfe bei der Suche nach ihrem Bruder. Doch August war keineswegs daran interessiert, der schönen Aurora zu helfen. Er war von ihrer Schönheit verzaubert und hoffte sie als Mätresse zu gewinnen.

August lud die Damen deshalb zu einem der rauschenden Feste auf das Schloss Moritzburg ein. Er war gerade 25 Jahre geworden und es wurde Zeit, dass er sich eine Mätresse zulegte. So war es zur damaligen Zeit unter den herrschaftlichen Männern gang und gäbe.

Zusammen mit ihren Hofdamen erschien Aurora als Amazonen verkleidet. Im Moritzburger Wald wurde sie von der Göttin der Jagd, Diana, begrüßt und zum Bankett begleitet. Doch kaum hatte das Bankett begonnen und die ersten Bissen waren gegessen, wurde die Gesellschaft durch Jagdhörner und lautes Hundegebell gestört. Neugierig stürmten die Damen ans Fenster. Sie erblickten einen Hirsch, der von den Jägern gehetzt wurde. In Jagdwagen, welche bereitstanden, nahmen die Damen Platz und nahmen an der Jagd teil. Mit ausgespannten Tüchern wurde der Hirsch an der Flucht gehindert. Als er keinen anderen Ausweg mehr fand, stürzte er sich in den Moritzburger Teich. Dort stellten ihn die Hunde und zerfleischten ihn. Die Jagdgesellschaft fuhr in Gondeln zur Insel, wo ein großes Zelt im türkischen Stil bereitstand. Junge Türken empfingen die Gesellschaft und bewirtete sie.

Der Kurfürst August der Starke betrat als Großsultan verkleidet das Zelt. Sofort warf er dem Fräulein von Königsmarck ein besticktes Tüchlein zu. Nachdem Tänzerinnen die Gesellschaft begeistert hatten, führt August seine schöne Aurora zu den Gondeln und fuhr zum Schloss. Er brachte sie in die ihr zugedachten Gemächer mit den Worten: „Hier, Mademoiselle, sind sie die Gebieterin und ich der Sklave.“ Aurora schlüpfte in das für sie bereit hängende Kleid und schritt mit dem Kurfürsten zur Komödie und anschließend zur Tafel. Ihr Teller war mit Smaragden, Rubinen, Gold, Perlen und Brillanten geschmückt. Das waren die Zeichen der Königin des Balls. Verliebt verließ das Paar vorzeitig den Ball und gab sich den süßen Versuchungen der Liebe hin.

Marie Aurora Gräfin von Königsmarck gebar August dem Starken am 28.Oktober 1696 einen Sohn, der auf den Namen Moritz getauft wurde. Doch schon kurz nach der Geburt kühlt Augusts Zuneigung zu der schönen Dame ab. Aurora zog sich in die Abtei zu Quedlinburg zurück.

Im Jahre 1702 übernahm Aurora noch einmal eine diplomatische Mission. Sie sollte Karl XII für den Kurfürsten August den Starken günstiger stimmen. Doch auf den schwedischen König machte die Dame keinen Eindruck und so musste sie unverrichteter Dinge das Lager Würgen im Kurland verlassen. Am 16.Februar 1728 verstarb Marie Aurora Gräfin von Königsmarck.

 

 

Gräfin Cosel – die schönste Frau Sachsens

Gräfin CoselSie soll die schönste Frau Sachsens gewesen sein. Die Rede ist von der Gräfin Anna Constantia von Cosel, geborene Anna Constantia von Brockendorff. Selbst den mächtigen August den Starken brachte sie um den Verstand. Viele Jahre war die Gräfin Cosel die Mätresse und Favoritin des sächsischen Kurfürsten und Königs von Polen. Anna Constantia entsprach genau dem Profil der französischen Vorgaben für eine vollendete Schönheit. Und bei all dem war sie auch noch klug und anmutig. Eine Frau wie aus dem Lehrbuch, die es mit einem Kurfürsten durchaus aufnehmen konnte.

 

Der Weg zum Hof des Kurfürsten August der Starke

Anna entstammt einem alten Adelsgeschlecht. Sie wurde am 17.10.1680 in Depenau geboren. Zu jeder Zeit konnte noch keine Rede von der späteren Gräfin Cosel sein. Mit 14 Jahren wird sie Hoffräulein bei der Schleswig-Hohlsteinigen Prinzessin Sophie Amalie. Allerdings beendet eine unverhoffte und außereheliche Schwangerschaft im Jahre 1703 ihren Aufenthalt bei Hof. Eigentlich wäre damit ihre Karriere vorbei gewesen, doch der sächsische Obersteuereinnehmer Adolf Magnus von Hoym heiratet Anna standesamtlich und gibt ihr damit den damals notwendigen Schutz. Sie begleitet Hoym nach Dresden, wo sie die ersten Jahre sehr zurückgezogen lebt.

 

Die schöne Frau des geheimen Rates Hoym

Männer waren damals nicht anders als heute. Bei einer Gesprächsrunde, zu der der sächsische König die Herren geladen hatte, viel das Thema auch auf die Mätressen. Jeder der anwesenden Männer erzählt von seiner Mätresse und lobt sie in den höchsten Tönen. Lediglich Hoym hielt sich zurück. Auf die Frage der Anwesenden, ob er nichts zum Gespräch beizutragen hätte, antwortete Hoym, er habe keine Mätresse. Hoym beschrieb seine liebliche Frau in den schillerndsten Farben und lobte sie über alle Maße. August der Starke zweifelte an dem Erzählten und meinte, dass Hoym wohl noch verliebt wäre, da er noch nicht so lange dem Stand der Ehe frönte. Eine Frau von solcher Schönheit hätte doch schon längst Aufsehen erregen müssen. Die Herren schlugen eine Wette vor, deren Ausschlag der König geben sollte.

 

Anna Constantia von Hoym wird an den Hof befohlen

Sofort wurde ein Brief aufgesetzt, welche die Gemahlin des Geheimen Rat Hoym an den Hof befahl. Schon am nächsten Tag reiste Anna in Dresden an. Beim stattfindenden Ball soll sich August der Starke augenblicklich in die schöne Gattin verliebt haben. Doch diese bleibt vorerst kühl. Immer wieder trifft sich der König mit ihr und bittet sie, seine Mätresse zu werden. Aber Anna lehnt es ab, nur eine Mätresse zu sein. Sie möchte mehr und ringt dem verheirateten König ein Eheversprechen ab, sobald die Kurfürstin verstorben sei. August der Starke war von der Schönheit Annas so überwältigt, dass er nach kurzem Zögern einwilligt und das Eheversprechen gibt. 1705 wird Anna Constantia von Hoym geschieden und Mätresse des sächsischen Kurfürsten August dem Starken. Ein Jahr später wird sie vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben und trägt nun den Namen Anna Constantia von Cosel.

 

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