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Karl-May-Museum Radebeul – wo Old Shatterhand und Winnetou zuhause sind

Karl-May-Museum

Foto: -Immanuel Giel, CC BY-SA 3.0

Wussten Sie, dass Old Shatterhand, Old Shurehand, Old Firehand und Winnetou ein Zuhause in Radebeul haben? Wo? Natürlich im Karl-May-Museum. Wenn Sie in Dresden und Umgebung auf Reisen sind, sollten Sie auch unbedingt einen Besuch im Karl-May-Museum einplanen. Hier, in den Villen Shatterhand und Bärenfett, war Karl May einst sesshaft und lies seiner Fantasie vom Wilden Westen und dem Orient freien Lauf. Ja, Sie haben richtig gelesen. All die wunderbaren Geschichten, die uns heute noch begeistern, sind nicht irgendwo auf Reisen entstanden, sondern hier. Karl May kannte lange Zeit weder den Orient noch den Wilden Westen aus realen Erlebnissen. Die Beschreibungen der Landstriche entstammen seiner Fantasie.

 

Das Wohnhaus Karl Mays

Natürlich wohnte Karl May nicht immer hier. 1896 soll er das Grundstück in Radebeul erworben haben. Und das für sage und schreibe 37.300 Mark. Ja, die Grundstücke in Radebeul waren zur damaligen Zeit schon nicht ganz preiswert. Noch im gleichen Jahr lies er an der zur Straße gewandten Seite den Schriftzug „Villa Shatterhand“ anbringen. Ein Jahr später kauft er auch das gegenüberliegende Grundstück und nutzte dieses als Obstgarten. Die Villa Bärenfett gab es zu Karl Mays Zeiten noch nicht. Diese lies erst seine Witwe Klara erbauen und richtete selbige für den Indianerforscher Patty Frank als Wohnhaus ein. 1928 erhielt die Villa Bärenfett einen Anbau, in dem das erste Karl-May-Museum eingerichtet wurde. Patty Frank betreute das Museum bis zu seinem Tode.

Auf dem Gelände des Obstgartens entstand 1932 ein Gedächtnishain für Karl May. Sozusagen das Herzstück des Gartens ist der Herzsee. Den Hain schmücken Wasserläufe und ein Granitfindling, der den Namen Karl May trägt. Nach dem Tode von Klara May übernahm die Karl-May-Stiftung die Villa.

 

Erlebnisse im Karl-May-Museum

Karl-May-Museum

Foto: -Immanuel Giel, CC BY-SA 3.0

Natürlich gibt es in erster Linie im Karl-May-Museum viel über die Indianer und das Wirken von Karl May zu erfahren. Die berühmtesten Ausstellungsstücke sind wohl die Büchsen „Silberbüchse“, „Henrystutzen“ und „Bärentöter“. Zahlreiche Souvenirs erzählen von seinen Reisen durch den Orient und Nordamerika. Bibliothek, Empfangssalon und Arbeitszimmer des Schriftstellers sind Zeugnisse seines Lebens.

Über die Jahre wurden auch viele Stücke zusammengetragen, die vom Leben der Indianer erzählen. Der Lakota Archie Fire Lame Deer sagte über die Ausstellung: „Die Sammlung ist eine der besten, die ich auf meinen Reisen durch die Welt gesehen habe.“ Etwa 800 Originale können Sie in der Villa Bärenfett bewundern. Die Ausstellung gehört zu den wertvollsten in Europa. Indianerromantik? Die gibt es hier auf jeden Fall. Und dieser verfallen nicht nur Kinder. Sind Sie mit Karl May groß geworden, werden Sie sich beim Anblick von Totempfahl und Bärenfell sofort wieder an die Geschichten erinnern. Heute können auch Ihre Kinder die Welt der Indianer hier entdecken.

Schauen Sie ruhig ab und zu auf der Seite des Karl-May-Museums vorbei. Es gibt auch zahlreiche Veranstaltungen, die uns wieder in die Zeit von Cowboy-und-Indianer-Spielen zurückversetzen. Und wenn Sie Lust haben, können Sie zum Blutsbruder des Museums werden, denn das Karl-May-Museum hat noch lange nicht seine endgültige Ausdehnung erreicht. Neue Konzepte wollen umgesetzt werden, sind schon in Planung oder gar in Vorbereitung.

 

 

Karl May – der beliebteste deutsche Schriftsteller

Karl May und FrauWer kennt nicht Karl May und seine Bücher? Winnetou, Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi sind die Helden vieler Kindheiten. Aufgewachsen mit Hadschi Halef Omar, Sam Hawkens oder Old Firehand waren wir Indianer, Cowboys, Böswichte und wilde Reiter. Karl May ist wohl bei den meisten Menschen Teil der Kindheit und auch heute noch gehören die Bücher des Schriftstellers zu den meist verkauften.

Vom Gauner zum Schriftsteller

Carl Friedrich May wurde am 25. Februar 1842 in Ernstthal, dem heutigen Hohenstein-Ernstthal, geboren. Damals wusste noch niemand, dass er einst zu den berühmtesten und meistgelesenen Schriftstellern Deutschlands gehören würde. Er war als fünftes Kind von vierzehn in einer sehr armen Weberfamilie geboren. Neun seiner Geschwister starben bereits in den ersten Lebensmonaten.

Karl May hatte schon als Kind sehr viel Fantasie und wurde deshalb früh gefördert. Er erhielt Musikunterricht. Sein erstes Geld verdiente May als Kegeljunge. Dort lernte er auch die Heimkehrer aus der neuen Welt kennen, die blumigen Geschichten mitbrachten.

1856 begann May sein Studium als Proseminarist beim Lehrerseminar. Dort wurde er 1859 wegen Unterschlagung angeklagt. Sein Weiterstudium erfolgte in Plauen. Allerdings hielt es May auch hier nicht lange aus. Nach dem Diebstahl einer Taschenuhr und der anschließenden Haftstrafe war er als Lehramtskandidat ausgeschlossen. In den folgenden Jahren versucht Karl May sich mit ehrlicher Arbeit über Wasser zu halten. Das gelang ihm allerdings nicht und er wendete sich wieder der Gaunerei, Hochstapelei und des Betruges zu. Schon bald wurde Karl May steckbrieflich gesucht und musste dreieinhalb Jahre im Zuchthaus verbringen. Hier begann seine Schriftsteller Karriere. Er wurde zum Schreiber für den Gefängnisinspektor ernannt und übernahm die Erstellung von Fachaufsätzen. Für seine zukünftige Karriere als Schriftsteller legte er eine Liste mit über hundert Titeln an. Einige hat er davon wirklich umgesetzt.

Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus widmete sich Karl May endgültig der Schriftstellerei. Noch im selben Jahr wurde seine erste Erzählung veröffentlicht. Er schrieb aber auch für Zeitungen und Verlage. Diese Aufträge sicherten ihm die Existenz, sodass er sich der Schreiberei unbesorgt widmen konnte. Im Jahre 1880 begann er mit dem Schreiben des Orientzyklus. Nebenbei schrieb er weiter für Zeitungen und verwendete dabei zahlreiche Synonyme. So konnte er sich die Texte mehrfach vergüten lassen.

Karl May begegnete 1882 Münchemeyer wieder. Für ihn erstellte er den ersten Kolportageroman. Das Buch „Das waldröschen“ wurde hunderttausendfach gedruckt. May hatte aber mit Münchermeyer lediglich einen mündlichen Vertrag geschlossen. In den folgenden Jahren kam es deshalb immer wieder zu Rechtstreitigkeiten zwischen den beiden. 1888 zog Karl May nach Radebeul und fand Kontakt zum Jungverleger Friedrich Ernst Fehsenfeld. Die ser wollte Mays Werke als Buch herausbringen. Die 1892 veröffentlichte Reihe Carl May´s gesammelte Reiseromane brachten ihm zum erstem Mal Ruhm und vor allem finanzielle Sicherheit ein.

In den folgenden Jahren verschwamm bei May immer mehr die Grenze zwischen Realität und Fantasie. Bald wusste er sie selber nicht mehr zu unterscheiden. Er behauptete, die Geschichten alle wirklich erlebt zu haben und selber Old Shatterhand zu sein. Sogar die legendären Gewehre ließ er von einem Büchsenmacher aus Kötzschenbroda anfertigen. Bärentöter, Silberbüchse und Henrystutzen befinden sich heute im Karl May Museum. In den späteren Jahren wurde es immer schlimmer. So erklärte er unter anderem, dass er 1200 Sprachen und Dialekte beherrsche. Er gab sich als Nachfolger Winnetous und Befehlshaber über 35.000 Apachen aus.

Obwohl Karl May viel über andere Länder geschrieben hat, unternahm er zum ersten Mal 1899 eine Reise in den Orient. Anderthalb Jahre sollte die Reise dauern, die er zum größten Teil allein absolviert hat. Erst später kam seine Frau und ein befreundetes Ehepaar hinzu. Während der Reise soll May zwei Mal einen Nervenzusammenbruch gehabt haben. Es wird vermutet, dass May mit der Realität nicht zurechtkam.

Nach seiner Reise in den Orient kehrte Karl May sich ernsteren Themen zu. Er glaubte, die Frage nach dem Sein beantworten zu müssen. Am 22.Mai hielt Karl May noch eine Rede in Wien vor dem Akademischen Verband für Literatur und Musik. Am 30.Mai 1912 starb Karl May an Herzparalyse, Bronchitis, Asthma.

 

Karl May war und ist einzigartig

Allein die deutschsprachigen Auflagen seiner Erzählungen, die im Orient und im Wilden Westen spielen, überschreiten bei Weitem die 100 Millionen. Weltweit wurden sogar 200 Millionen Bände verlegt. Übersetzt wurden seine Bücher in etwa 40 Sprachen. Die Bücher von Karl May haben in Ungarn, Niederlanden, Mexiko, Tschechien und sogar Indonesien viele Anhänger. Karl May veröffentlichte seine Erzählungen unter verschiedenen Synonymen, unter anderem als Hobble-Frank, Karl Hohenthal, Emma Poller, P. van der Löwen und vielen anderen. Viele seiner Bücher sind inzwischen verfilmt wurden. Karl May ist bekannt. Lediglich in Frankreich, den USA und England hat man keine Ahnung von ihm und seinen Büchern. Eigentlich grotesk angesichts der Tatsache, dass einige seiner Bücher in Amerika spielen.