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Einzigartige Kunstschätze sehen Sie im Dresdner Zwinger

Dresdner ZwingerDer Dresdner Zwinger an sich ist schon ein architektonisches Kunstwerk von einzigartiger Schönheit. Sind Sie von den Gebäuden begeistert und glauben Sie, dass all diese Schönheit nicht mehr zu überbieten ist, dann warten Sie ab, bis Sie die Museen im Dresdner Zwinger gesehen haben. Der Dresdner Zwinger beherbergt die Gemäldegalerie Alte Meister, die Porzellansammlung und den Mathematisch-Physikalischen Salon. Begleiten Sie den Sachsen-Blogger zu einem Rundgang durch die Zeit.

 

Die Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger

„Meine Verwunderung überstieg jeden Begriff!“, diese Worte sprach der junge Johann Wolfgang Goethe bei einem Besuch der Gemäldegalerie Alte Meister. Auch wenn sich einiges in der Gemäldegalerie geändert hat, die Sammlung an Gemälden ist immer noch die Gleiche. Jedes Jahr sind es etwa 500.000 Touristen und Kunstliebhaber, die sich die Gemäldegalerie Alte Meister anschauen und denen dabei der Mund vor Staunen offenbleibt. Die Gemäldegalerie Alte Meister befindet sich im Sempergebäude des Zwingers.Sixtinische Madonna

Die Gemäldegalerie beherbergt vor allem Werke italienischer Maler aus der Zeit des Renaissance, Werke flämischer und holländischer Maler aus dem 17. Jahrhundert sowie Gemälde altniederländischer und altdeutscher Malerei. Canaletto, Tizian, Raffael, Correggio, Vermeer und Liotard sind nur einige der Künstler, deren Werke Sie hier finden. Aber auch Gemälde von Dürer, Holbein und Jan van Eyck können Sie hier bestaunen.

Zur Gemäldegalerie Alte Meister gehört natürlich auch eines der berühmtesten Gemälde aller Zeiten. Die Sixtinische Madonna von Raffael ist nun bereits 500 Jahre alt und erstrahl immer noch im göttlichen Licht. Ihre eigene Karriere starteten im 19. Jahrhundert die beiden kleinen Engel am unteren Rand der Sixtinischen Madonna. 1803 wurde die beiden Racker aus dem Bild ausgekoppelt und starteten sofort in eine glorreiche Zukunft als Motiv auf Porzellan, Postern, Schmuck und vieles andere. Sogar Bettwäsche zieren heute die Engelchen.

Aber auch viele andere Bilder werden Ihnen hier bekannt vorkommen. Die Gemälde, welche die Kriegsjahre gut überstanden haben, sind und bleiben eine Attraktion ohne Gleichen im Dresdner Zwinger.

Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

Porzellansammlung Dresdner Zwinger

Foto: Dr. Meierhofer , CC BY-SA 3.0

Was wäre August der Starke ohne seine geliebte Porzellansammlung gewesen. Die Sammlung im Dresdner Zwinger wurde vom sächsischen Kurfürsten im Jahre 1715 gegründet und beinhaltet Stücke von erlesener Schönheit. Die Sammlung besteht aus zwei Schwerpunkten. August war schon immer vom Porzellan begeistert und so verwundert es nicht, dass seine Sammlung viele Stücke aus traditionellem Porzellan aufweist. Aus den Beständen von August des Starken befindet sich heute noch Porzellan aus China und Japan in der Sammlung. Vasen aus Blau-Weiß-Porzellan, welche aus den Zeiten der Ming-Dynastie und Qing-Dynastie, japanisches Arita-Porzellan und Stücke aus weißer Dehua-Ware können Sie hier bestaunen. Unter den Vasen aus Blau-Weiß-Porzellan befinden sich auch die berühmten Dragonervasen. Diese wurden dem Kurfürsten vom preußischen König im Tausch gegen Soldaten überlassen. Die Zuneigung Augusts zum Porzellan ließ hier die größte Sammlung an japanischem Porzellan außerhalb Japans entstehen.

Der zweite Schwerpunkt der Porzellansammlung liegt natürlich, wie könnte es anders sein, auf dem Meißner Porzellan. Viele der Dekore greifen asiatische Muster auf. Aber auch Szenen der europäischen Mythologie oder der Idylle des Rokoko werden auf dem heimischen Porzellan dargestellt. Miniaturen von Musikern, Komödianten und Hofnarren sind ebenso bekannt wie die Skulpturen aus weißem Porzellan, das Reiterstandbild König Augustus III. oder der Tafelaufsatz, der für den Kurfürsten Friedrich August III. bestimmt war. Eine besondere Attraktion ist der Saal der Meißner Porzellantiere. Pferde, Pfauen, Löwen, Adler, hier findet sich vieles, was auf Erden zuhause ist. Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger gehört zu den umfangreichsten und qualitätsvollsten keramischen Spezialsammlungen weltweit.

Der Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdner Zwinger

Mathematisch-Physikalischer Salon

Foto: Höhne, Erich; Pohl, Erich, CC BY-SA 3.0

Keine Angst, auch wenn die Mathematik nicht zu Ihren Vorlieben gehört, werden Sie im Mathematisch-Physikalischen Salon staunen können. Übrigens müssen Sie mit dem Staunen noch bis zum 14.April 2013 warten, denn erst dann eröffnet der Salon nach einer sechsjährigen Pause seine Pforten wieder im Dresdner Zwinger.

Der Mathematisch-Physikalische Salon gehört zum Dresdner Zwinger seit dieser im Jahre 1728 eröffnet wurde. In den letzen Jahren wurden die Gemäuer, in denen der Mathematisch-Physikalische Salon seit 1746 untergebracht war, umfassend saniert. August der Starke, der eine Leidenschaft für neue technische Errungenschaften hatte, sammelte die mechanischen Spielwerke mit Vorliebe. Aber auch seine Nachfolger fanden Gefallen an den technischen Spielereien.

Im Mathematisch-Physikalischen Salon finden Sie eine erlesene Sammlung der Feinschmiedekunst. Historische Messgeräte, Globen und Kartografien, geodätische Instrumente und optische Geräte für die Himmelsbeobachtung gehören zur Sammlung. Unter anderem befinden sich hier Brennspiegel und Brenngläser von Tschirnhaus und Gärtner, die Planetenlaufuhr von Baldewein, die Pascaline von Pascal und vieles mehr. Die große Uhrensammlung besteht aus exklusiven Kunstwerken, denn die Fürsten wollten nicht nur eine zeitliche Präzision, sondern vor allem auch einen künstlerischen Wert der Uhr.

Sie merken schon, der Zwinger hält viele Sehenswürdigkeiten für Sie bereit und hat mehr zum Staunen als seine kurfürstlichen Gemäuer von erlesener Schönheit.

 

 

 

Der Dresdner Zwinger – ein Kunstwerk von erlesener Schönheit

Dresdner ZwingerEinst sollten seine Mauern und prunkvollen Gebäude bis zur Elbe reichen. Ein Kunstwerk, das seinesgleichen suchen und Versailles auf die Plätze verweisen sollte. Als Vorhof für ein neues Schloss entworfen, befahl August der Starke seinen Bau 1709. Bereits seit 1701 spielte August der Starke mit dem Gedanken eines neuen Schlosses. Der Gebäudekomplex und die wundervolle barocke Gartenanlage im Dresdner Zentrum wurden vom Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und dem Bildhauer Balthasar Permoser entworfen und unter deren Leitung errichtet. Ein Kunstwerk aus einzigartiger Architektur, grandioser Malerei und unvergleichlicher Plastik. Der Dresdner Zwinger ist eines der bedeutendsten Bauwerke des Barock. Mit dem mächtigen Kronentor, dem lieblichen Nymphenbad, seinen Puten, Säulen und Bögen sucht der Dresdner Zwinger seinesgleichen. Um diese Pracht auf sich wirken lassen zu können, sollten Sie sich unbedingt für einen Rundgang viel Zeit nehmen. Hier können Sie heute den Mathematisch-Physikalischen Salon, die Gemäldegalerie Alte Meister, die Porzellansammlung und die Rüstkammer bestaunen.

 

August der Starke lässt eine Orangerie errichten

Genau so hat die Geschichte des Dresdner Zwinger begonnen. Ursprünglich wurde er als Orangerie und Garten für prunkvolle Feste erbaut. Dem Festareal sollte später ein Schloss folgen. 1709 wurde mit dem Bau der Orangerie begonnen, in der August der Starke seltene Pflanzen aus fernen Ländern züchten wollte. Der Orangerie folgten die Bogengalerie, die Gartenanlage und das Nymphenbad. Der Mathematisch-Physikalische Salon und der Französische Pavillon mit Deckenmalereien von Heinrich Christian Fehling und Louis de Silvestre entstanden zwischen 1712 und 1716. Balthasar Permoser verlieh dem Kronentor und der Langgalerie seinen Stempel mit seinen Bildhauerarbeiten. In Vorbereitung des Baus besucht Pöppelmann zahlreiche europäische Zentren und studierte dort die Architektur. Seine Reise führt ihn durch Wien, Prag, Florenz, Rom, Neapel und die Niederlande. Aber auch Versailles war Teil seiner Reise. Für den Garten stand der Park von Saint-Cloud mit seinen Wasserspielen Pate.

Der Wallpavillion wurde 1715 projektiert. Ein Jahr später begann der Bau. August der Starke wünschte aber eine Beschleunigung der Arbeiten, denn die Hochzeit seines Sohnes, dem Kurprinzen Friedrich August, mit der habsburgischen Erzherzogin Maria Josepha rückte näher. Der Wallpavillion gehörte zu den anspruchsvollsten Teilen des Zwingers. 1719 wurde der Bau vollendet und der Zwinger anlässlich der Hochzeit eingeweiht. Das eben fertiggestellte Festareal wurde für die Hochzeit hergerichtet. Am 15. September 1719 wurde im Zwinger das „Fest der vier Elemente“ vom kurfürstlichen Hof gefeiert.

Der weitere Ausbau des Dresdner Zwinger fand bis 1728 statt. Dabei blieb die Nordseite vorerst unbebaut, denn hier sollte nach einem zweiten Hof das zukünftige Schloss seinen Platz finden. 1722 wurde auch diese unvollendete Seite mit einer arkadenartigen Mauer geschlossen.

Der umschlossene Hof des Zwingers wurde mit Orangenbäumen und exotischen pflanzenangelegt. Verschiedene Bildhauer, darunter auch Permoser, gestalteten Skulpturen, welche die Gebäude verschönern sollten. Heute noch stützen 21 Pan-Figuren in Mannshöhe die Außenwände. Das Portal wird von Satyrhermen getragen. Die Orangerie musste dem Festareal weichen und wurde in den Churfürstlichen Orangengarten am heutigen Ostragehege verlegt. Der Garten war später als „Der Herzogin Garten“ bekannt.

 

Erste Beschädigungen während des Siebenjährigen Krieges

Im Siebenjährigen Krieg wird der Dresdner Zwinger von den preußischen Armeen benutzt. Und auch Napoleon hinterließ seine Spuren, als er im napoleonischen Krieg den Zwingergraben zuschütten lässt, um die Stadt einer Endfestigung zu unterziehen. Ab 1783 erfolgen Restaurierungsarbeiten und 1820 werden der Zwingerteich und im Innenhof der garten mit Brunnen angelegt. Zwischen 1847 und 1855 gestaltet Gottfried Semper den Abschluss zur Elbseite mit einem Galeriegebäude, welches mit plastischem Schmuck von Ernst Rietschel versehen ist. Auch in den folgenden Jahren gibt es immer wieder Zerstörungen und Restaurierungsarbeiten. Seinen empfindlichsten Schlag hat der Zwinger aber im Februar 1945 erhalten. Er wurde völlig zerstört. Bis 1963 fand der Wiederaufbau statt. Die ersten Ausstellungsräume wurden aber schon 1952 wiedereröffnet.