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Einzigartige Kunstschätze sehen Sie im Dresdner Zwinger

Dresdner ZwingerDer Dresdner Zwinger an sich ist schon ein architektonisches Kunstwerk von einzigartiger Schönheit. Sind Sie von den Gebäuden begeistert und glauben Sie, dass all diese Schönheit nicht mehr zu überbieten ist, dann warten Sie ab, bis Sie die Museen im Dresdner Zwinger gesehen haben. Der Dresdner Zwinger beherbergt die Gemäldegalerie Alte Meister, die Porzellansammlung und den Mathematisch-Physikalischen Salon. Begleiten Sie den Sachsen-Blogger zu einem Rundgang durch die Zeit.

 

Die Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Zwinger

„Meine Verwunderung überstieg jeden Begriff!“, diese Worte sprach der junge Johann Wolfgang Goethe bei einem Besuch der Gemäldegalerie Alte Meister. Auch wenn sich einiges in der Gemäldegalerie geändert hat, die Sammlung an Gemälden ist immer noch die Gleiche. Jedes Jahr sind es etwa 500.000 Touristen und Kunstliebhaber, die sich die Gemäldegalerie Alte Meister anschauen und denen dabei der Mund vor Staunen offenbleibt. Die Gemäldegalerie Alte Meister befindet sich im Sempergebäude des Zwingers.Sixtinische Madonna

Die Gemäldegalerie beherbergt vor allem Werke italienischer Maler aus der Zeit des Renaissance, Werke flämischer und holländischer Maler aus dem 17. Jahrhundert sowie Gemälde altniederländischer und altdeutscher Malerei. Canaletto, Tizian, Raffael, Correggio, Vermeer und Liotard sind nur einige der Künstler, deren Werke Sie hier finden. Aber auch Gemälde von Dürer, Holbein und Jan van Eyck können Sie hier bestaunen.

Zur Gemäldegalerie Alte Meister gehört natürlich auch eines der berühmtesten Gemälde aller Zeiten. Die Sixtinische Madonna von Raffael ist nun bereits 500 Jahre alt und erstrahl immer noch im göttlichen Licht. Ihre eigene Karriere starteten im 19. Jahrhundert die beiden kleinen Engel am unteren Rand der Sixtinischen Madonna. 1803 wurde die beiden Racker aus dem Bild ausgekoppelt und starteten sofort in eine glorreiche Zukunft als Motiv auf Porzellan, Postern, Schmuck und vieles andere. Sogar Bettwäsche zieren heute die Engelchen.

Aber auch viele andere Bilder werden Ihnen hier bekannt vorkommen. Die Gemälde, welche die Kriegsjahre gut überstanden haben, sind und bleiben eine Attraktion ohne Gleichen im Dresdner Zwinger.

Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

Porzellansammlung Dresdner Zwinger

Foto: Dr. Meierhofer , CC BY-SA 3.0

Was wäre August der Starke ohne seine geliebte Porzellansammlung gewesen. Die Sammlung im Dresdner Zwinger wurde vom sächsischen Kurfürsten im Jahre 1715 gegründet und beinhaltet Stücke von erlesener Schönheit. Die Sammlung besteht aus zwei Schwerpunkten. August war schon immer vom Porzellan begeistert und so verwundert es nicht, dass seine Sammlung viele Stücke aus traditionellem Porzellan aufweist. Aus den Beständen von August des Starken befindet sich heute noch Porzellan aus China und Japan in der Sammlung. Vasen aus Blau-Weiß-Porzellan, welche aus den Zeiten der Ming-Dynastie und Qing-Dynastie, japanisches Arita-Porzellan und Stücke aus weißer Dehua-Ware können Sie hier bestaunen. Unter den Vasen aus Blau-Weiß-Porzellan befinden sich auch die berühmten Dragonervasen. Diese wurden dem Kurfürsten vom preußischen König im Tausch gegen Soldaten überlassen. Die Zuneigung Augusts zum Porzellan ließ hier die größte Sammlung an japanischem Porzellan außerhalb Japans entstehen.

Der zweite Schwerpunkt der Porzellansammlung liegt natürlich, wie könnte es anders sein, auf dem Meißner Porzellan. Viele der Dekore greifen asiatische Muster auf. Aber auch Szenen der europäischen Mythologie oder der Idylle des Rokoko werden auf dem heimischen Porzellan dargestellt. Miniaturen von Musikern, Komödianten und Hofnarren sind ebenso bekannt wie die Skulpturen aus weißem Porzellan, das Reiterstandbild König Augustus III. oder der Tafelaufsatz, der für den Kurfürsten Friedrich August III. bestimmt war. Eine besondere Attraktion ist der Saal der Meißner Porzellantiere. Pferde, Pfauen, Löwen, Adler, hier findet sich vieles, was auf Erden zuhause ist. Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger gehört zu den umfangreichsten und qualitätsvollsten keramischen Spezialsammlungen weltweit.

Der Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdner Zwinger

Mathematisch-Physikalischer Salon

Foto: Höhne, Erich; Pohl, Erich, CC BY-SA 3.0

Keine Angst, auch wenn die Mathematik nicht zu Ihren Vorlieben gehört, werden Sie im Mathematisch-Physikalischen Salon staunen können. Übrigens müssen Sie mit dem Staunen noch bis zum 14.April 2013 warten, denn erst dann eröffnet der Salon nach einer sechsjährigen Pause seine Pforten wieder im Dresdner Zwinger.

Der Mathematisch-Physikalische Salon gehört zum Dresdner Zwinger seit dieser im Jahre 1728 eröffnet wurde. In den letzen Jahren wurden die Gemäuer, in denen der Mathematisch-Physikalische Salon seit 1746 untergebracht war, umfassend saniert. August der Starke, der eine Leidenschaft für neue technische Errungenschaften hatte, sammelte die mechanischen Spielwerke mit Vorliebe. Aber auch seine Nachfolger fanden Gefallen an den technischen Spielereien.

Im Mathematisch-Physikalischen Salon finden Sie eine erlesene Sammlung der Feinschmiedekunst. Historische Messgeräte, Globen und Kartografien, geodätische Instrumente und optische Geräte für die Himmelsbeobachtung gehören zur Sammlung. Unter anderem befinden sich hier Brennspiegel und Brenngläser von Tschirnhaus und Gärtner, die Planetenlaufuhr von Baldewein, die Pascaline von Pascal und vieles mehr. Die große Uhrensammlung besteht aus exklusiven Kunstwerken, denn die Fürsten wollten nicht nur eine zeitliche Präzision, sondern vor allem auch einen künstlerischen Wert der Uhr.

Sie merken schon, der Zwinger hält viele Sehenswürdigkeiten für Sie bereit und hat mehr zum Staunen als seine kurfürstlichen Gemäuer von erlesener Schönheit.

 

 

 

Burg und Kloster Oybin – der romantischste und schaurigste Herrschaftssitz Sachsens

Burg Oybin

Foto: Brücke-Osteuropa

Mächtig erhebt sich der Oybin über das Land. Die auf dem Berg befindlichen Ruinen scheinen von einem geheimnisvollen Zauber umgeben zu sein und eine einzigartige, schaurige Macht auf die Besucher auszuüben. Fast scheinen die geheimnisvollen Ruinen aus dem Felsen zu wachsen. In vielen Gemälden und Zeichnungen festgehalten, sind sie das Wahrzeichen der am Fuße des Berges liegenden, gleichnamigen Stadt. Das zerklüftete Felsmassiv ist bereits seit dem späten 18. Jahrhundert, der Zeit der Dresdner Romantik, ein beliebtes Ausflugsziel mit Magie. Hier, im Zittauer Gebirge, scheint die Zeit stillzustehen und der Glaube an Drachen, Berggeister und Hexen noch Bestand zu haben.

 

Der Berg Oybin ist wie geschaffen für eine mächtige Festung

Mit seinen steilen Hängen scheint der Berg Oybin wie geschaffen für den Bau eines Herrensitzes. Die steilen Felswände machen den Berg und die Festung uneinnehmbar. Und so wurde der Berg im 13. Jahrhundert zum ersten mal besiedelt. Als er 1346 in die Hände der Könige von Böhmen fiel, lies Kaiser Karl IV. die Burg erweitern. Es entstand ein repräsentatives Kaiserhaus. Im Jahre 1369 wurde ein Cölestinerkloster gegründet. Hier, in der Abgeschiedenheit des Berges, vertieften sich die Mönche ins Gebet.

Der Prager Erzbischof weihte 1384 die Klosterkirche ein. Sie war vorher, in mühevoller Arbeit, dem Felsen abgerungen wurden. Das Kloster Oybin verfügte über eine sichere Lage wie kaum ein anderes kirchliches Gemäuer. Und so wurde im Kloster der Prager Domschatz in Kisten verpackt vor den Hussiten versteckt. Am 28.September 1420 wollten die Hussiten die Burg mit einem Sturmangriff einnehmen. Jedoch der Versuch war zum Scheitern verurteilt. Der Berg und die Burg hielten stand.

Mit dem Reformation fand das Ordensleben sein Ende. Der letzte Prior starb 1555. Daraufhin kaufte die Stadt Zittau den herrschaftlichen Sitz. Ein Blitz vernichtete jedoch 1577 das Kloster, welches in den folgenden Jahren immer mehr verfiel. Sowohl das Kloster als auch die Burg verwandelten sich in mächtige Ruinen, denen ihre einstige Schönheit noch heute anzusehen ist.

 

Der Zugang zum Felsen Oybin und seinen Ruinen

Möchten Sie heute den Weg zu den Ruinen auf sich nehmen, müssen Sie vorbei an der evangelischen Kirche. Diese scheint fast am Felsen zu kleben. Zwei Tore sichern den Aufgang zum Felsen. Haben Sie das letzte Tor passiert, stehen Sie auf dem von Ruinen umgebenen Burghof. Das Oybinmuseum befindet sich in den noch bestehenden Resten eines Wohnturms. Gefolgt wird es vom Kaiserhaus, welches sich nah über dem Abhang erhebt und mit seinen mauern die Klüfte des Felsen überspannt. Über eine Treppe erreichen Sie die Ruinen der Klosterkirche. Aus dem anstehenden Felsen wurde der untere Bereich des Klosters gemeißelt. Noch heute können Sie dort die Spuren bewundern, die die kühnen Handwerker mit ihren Meißeln hinterlassen haben. Das sehr steile Kirchenschiff wird von gotischen Fenstern beleuchtet. Gewölbe und Dach sind verloren. Der Bergfriedhof, auf dem einst die Mönche zur letzten Ruhe getragen wurden, war mehr als einmal Motiv für Maler der Romantik. Bäume, Ruinen und Felsen zeichnen eine schaurige Kulisse, dessen Zauber auch Sie sich nicht entziehen können.

 

 

Schloss Bad Muskau ist zu einzigartiger Schönheit wiedererwacht

Schloss Bad Muskau

Foto: X-Weinzar, CC BY-SA 3.0

Das Schloss Bad Muskau ist weltweit bekannt. Und das vor allem durch seine Lage im berühmten Fürst-Pückler-Park, der seit 2004 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Lange Zeit wartete das Schloss Bad Muskau auf seine Restaurierung. Nun ist es zu neuem Glanz und Schönheit erwacht. Sollten Sie sich im Norden des Landkreises Görlitz befinden, machen Sie unbedingt einen Abstecher zum Schloss und dem zauberhaften Park, der an Schönheit seinesgleichen sucht.

Das Schloss Bad Muskau ist Teil einer Schlossanlage

Genau genommen ist mit dem Schloss Bad Muskau das Neue Schloss gemeint. Die Muskauer Anlage umfasst aber noch mehr Gebäude. Sie besteht aus dem Alten Schloss, dem Gartenpalais, dem Marstall und der Orangerie. Die Bauten wurden von den jeweiligen Schlossherren immer wieder verändert. Die heutigen Bauten sind den Vorstellungen Fürst Pücklers nachgestellt und in die Parkgestaltung einbezogen.

Das Neue Schloss Bad Muskau in unvergleichlicher Schönheit

Das Neue Schloss Bad Muskau ist eine dreiflüglige Anlage im Stil der Neorenaissance. Das Schloss war der Wohn- und Herrschaftssitz der Standesherren von Muskau. Muskau war früher eines der Standesherrschaften in der Oberlausitz und gleichzeitig auch die Größte. Der Herrschaftssitz ist wahrscheinlich im 13.Jahrhundert entstanden. Wahrscheinlich gab es hier eine alte Wasserburg, welche etwa gegen 1525 durch das heutige Schloss ersetzt wurde. Der Hof der Schlossanlage ist zum Park geöffnet. Die Fassade des Schlosses wird von aufwendigem Architekturschmuck aus den Jahren um 1883 verziert.

Der West- und Mittelflügel des Schlosses sind viergeschossig, der Seitenflügel wurde mit drei geschossen errichtet. An den Scheitelpunkten der Flügel befinden sich Rundtürme von unterschiedlicher Höhe. Bei der Restaurierung des Schlosses durch Hermann Traugott Graf von Arnim erhielt das Schloss den Anstrich eines Märchentraumes. Ziernischen, Giebel, Balkone und Schmuckfriese zieren das Schloss Bad Muskau und machten es zu einer einzigartigen Sehenswürdigkeit.

1945 wurde das Schloss durch Brandstiftung verwüstet. Zurück blieb viele Jahre eine traurige Ruine, aus der erst 1995 wieder ein Schloss erstand. Wie Phönix aus der Asche ist das Neue Schloss in unglaublicher Schönheit wieder erblüht.

Hochzeit im Schloss Bad Muskau

Das Neue Schloss Bad Muskau beinhaltet heute im Mittelflügel Informationen zur Fürst-Pückler-Stiftung. Der südliche Flügel beherbergt eine ständige Ausstellung zum Wirken und Leben von Fürst Pückler. Im Nordflügel ist eine Aus- und Weiterbildung für Parkpfleger eingerichtet. Sie können im Schloss aber auch heiraten. Im Nordflügel befindet sich ein Traumraum, in dem Sie sich das Ja-Wort geben können. Vom Schlossturm haben Sie einen fantastischen Blick über die Parkanlage, die nach den Vorstellungen Pücklers gestaltet wurde.

 

Schloss Pillnitz – das Geschenk August des Starken an die Gräfin Cosel

Schloss Pillnitz

Foto: Kolossos, CC BY-SA 3.0

August der Starke war gegenüber seiner Mätresse Gräfin Cosel keineswegs kleinlich. Und so verwundert es nicht, dass der kurfürstliche Herrscher gleich vor den Toren Dresdens, in Pillnitz, der Cosel 1706 ein Schloss schenkte. Doch nicht lange und die kurfürstliche Mätresse fiel in Ungnade. August der Starke verbannt sie zuerst nach Pillnitz mit der Auflage, Dresden fern zu bleiben. 1715 floh die Cosel nach Berlin. Später entschloss sich August der Starke zum Umbau des Schlosses. Das Palais entwarf niemand Geringeres als Matthäus Daniel Pöppelmann. 1720 begann der Bau der größten chinoise Schlossanlage Europas, die bis heute nichts von ihrer Schönheit eingebüßt hat.

 

Schloss Pillnitz war bereits im 14.Jahrhundert ein Herrensitz

Die erste Erwähnung von Pillnitz gab es bereits um 1335. Hier befand sich der Herrensitz von Ludewicus de Belennewitz. An der Stelle des heutigen Neuen Palais befand sich eines der beiden Rittergute, die einst auf Pillnitzer Flur errichtet wurden.

1694 erhält Kurfürst Johann Georg IV. das Pillnitzer Schloss. Aufgrund seines frühen Todes geht das Schloss noch im gleichen Jahr an August den Starken über. Dieser schenkt es 1706 seiner Mätresse, der Gräfin Cosel. Nachdem das Schloss durch Enteignung wieder an August den Starken übergangen ist, lässt dieser hier ein Wasser- und Bergpalais errichten. Weiterhin wird ein Venustempel erbaut und in den nah gelegenen Weinbergen entsteht eine Schlosskirche. 1725 entsteht ein Ringrenngebäude mit einem Karussellmechanismus und hölzernen Pferden und Qagen. Auf der Elbseite wurde eine große Freitreppe errichtet.

In den folgenden Jahren war Schloss Pillnitz vor allem Feststätte für verschiedene Verantstaltungen. So im Jahre 1738 für die Vermählung von Prinzessin Maria Amalia von Sachsen mit König Karl III. von Sizilien.

Um 1790 beginnt der Bau des chinesischen Pavillons und des chinesischen Gartens. Am 01. Mai 1818 vernichtete ein Brand den Venustempel und das alte Schloss fast vollständig. Noch im gleichen Jahr beginnt der Bau des Neuen Palais mit einem Kapellenflügel und einem Küchenflügel. 1859 bergan der Bau des Palmenhauses. Das Palmenhaus war zur damaligen Zeit das größte gusseiserne Gewächshaus Deutschlands. In den folgenden Jahren wurde ständig am Schloss und dem umliegenden Garten gebaut.

 

Der Garten von Schloss Pillnitz überzeugt durch einzigartige Schönheit

Die bekannteste Blume in den Pillnitzer Gärten ist wohl die Kamelie. Über 230 Jahre alt und mit einer Höhe von knapp 9 Metern ist sie eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art. 1801 soll sie ihren heutigen Platz eingenommen haben. In Europa ist sie eine der ältesten japanischen Kamelien. In der Zeit von Februar bis März blühen etwa 35.000 Blüten an der Pillnitzer Kamelie. Aber auch der englische und chinesische Garten ist eine wahre Pracht. Zu jeder Jahreszeit haben das Schloss und die Gärten andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Palmenhaus gehört übrigens damals nicht nur zu den größten Gewächshäusern, sondern ist heute auch einer der ältesten erhaltenen Stahlguss-Glas-Bauten. 660 Quadratmeter umfasst das Gewächshaus und beherbergt viele Pflanzen aus Südafrika und Australien.

Seit 2006 verfügt Schloss Pillnitz zum ersten Mal über ein Museum, das von der Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner erzählt. Hier erfahren Sie etwas über das höfische Leben, die Spiel- und Festkultur des Barocks aber auch über das religiöse Leben.

 

 

Karl Stülpner und die Burg Scharfenstein

Burg Scharfenstein

Foto: Doktor Chaos, CC BY-SA 3.0

Wer kennt ihn nicht, den sächsischen Rebellen und Robin Hood, Karl Stülpner. Gut, er mag im Volke etwas verherrlicht wurden zu sein, wahr ist jedenfalls, dass er ein gewitzter Lebenskünstler war, über den heute viele Geschichten berichten. Der Stülpner Karl streifte durchs Erzgebirge und soll hier manch abenteuerliche Geschichte erlebt haben. Man erzählt sich auch, dass er ganze 80 Soldaten auf der Burg Scharfenstein festgehalten haben soll. Eigentlich hatten sich die Soldaten zwecks seiner Ergreifung hier zusammengefunden. Einen Tag lang belagerte Stülpner die Festung mit einer guten Büchse. Erst dann konnten die Soldaten ihn gefangen setzen.

Burg Scharfenstein erhebt sich stolz über dem Zschopautal

Burg Scharfenstein wurde etwa um 1250 errichtet. Man vermutet, dass die von Waldenburg Erbauer der Burg sind, gesichert ist aber nur, dass die Familie Erstbesitzer waren. Die Burg erhebt sich hoch über dem Zschopautal und schützt das ertragreiche Bergbaugebiet, das den Herren von Waldenburg im Mittelalter unterstand. Neun Dörfer waren den Schlossherren verpflichtet. Erst im 15.Jahrhundert kam das Gebiet unter sächsische Hoheit. Die Burg wurde in den nächsten Jahren verkauft, verpfändet oder übereignet. Nach den von Waldenburgern kamen die Wettiner und dann die Schönberger und dann die von Einsiedel.

Dank der steilen Hänge und dem Halsgraben war die Burg fast unangreifbar. Bis ins 20.Jahrhundert blieb die Burg im Besitz der Familie von Einsiedel. Während dieser Zeit wurde aus Burg Scharfenstein ein bequemes Wohnschloss, ausgestattet mit allen Annehmlichkeiten und einer beeindruckenden Außenfassade. Ein Sandsteinportal am Eingang, wunderschöne Maßwerkgiebel und eine Brücke, welche den Halsgraben überspannt, sind das Werk der Familie von Einsiedel. Das Sandsteinportal trägt die Wappen der Familie von Einsiedel und der Familie von Ponickau. Am Abhang des Felsens liegt ein kleiner versteckter Garten. Der Gartenhof dient heute als Freilichtbühne.

1921 stand die Burg in Flammen. Große Teile der Burg wurden durch Brandstiftung zerstört. Teile des Gesellschaftsflügels und der gesamte Wohnflügel vielen den Flammen zum Opfer. Der Architekt Bodo Ebhardt wurde mit dem Wiederaufbau betraut. Dabei verschuldeten sich die von Einsiedel so sehr, dass der Besitz 1931 verkauft werden musste. Heute gehört die Burg zur Sächsischen Schlösserverwaltung und ist Teil der sehenswerten Drei.

Heute wartet die Burg Scharfenstein mit zahlreichen Ausstellungen, von denen eine auch dem Karl Stülpner gewidmet ist, und Veranstaltungen auf. Vor allem die Handwerker- und Handarbeitstage auf der Burg sollten Sie nicht verpassen. Zahlreiche Künstler und Handwerker bieten dann hier ihre Produkte an. Natürlich können Sie auf Burg Scharfenstein auch Ihren schönsten Tag feiern. Heiraten auf der Burg, was kann es Schöneres geben. Aber auch zu jeder anderen Zeit ist die Burg Scharfenstein ein Reise wert.

 

Burg Kriebstein – die schönste Ritterburg weit und breit

Burg KriebsteinHoch über der Zschopau erhebt sich auf einem Steilfelsen die Burg Kriebstein. Sie soll die schönste Ritterburg des Landes sein. Und ganz von der Hand zu weisen ist die Behauptung nicht, denn Burg Kriebstein ist eine der wenigen Burgen, die immer bewohnt wurden. Mit ihren kleinen Türmchen und Erkern, den verwinkelten Dächern und den mächtigen Mauern scheint die Burg einem Märchen entsprungen zu sein und erfüllt alle Kinderwünsche von einer echten Ritterburg. Der steil abfallende Felsen verstärkt den Eindruck einer Ritterburg, die stolz und mächtig in den Himmel ragt.

 

Burg Kriebstein im Wandel der Zeit

Mitte des 14.Jahrhunderts löste die Ritterburg einen alten Herrensitz bei Beerwalde ab, dessen Grundmauern heute noch zu sehen sind. Im Jahre 1384 wurde dem Ritter Dietrich von Beerwalde gestattet, den Kriebstein zu bebauen. Der zentrale Wohnturm, welcher über fünf Geschosse führt, geht auf dieses Datum zurück. 1465 wurde die Burg Kriebstein an den sächsischen Obermarschall Hugold von Schleinitz übergeben, welcher umfangreiche Bauarbeiten an der Burg durchführen lies. Für den Bau wählte er den landesherrlichen Baumeister Arnold von Westfalen, der auch schon die Albrechtsburg zu Meißen erbaute. Zu jener Zeit wurden das Küchenhaus und der Wirtschaftsflügel erbaut. Bestimmend waren dabei gotische Formen. Mit den Baumaßnahmen erlangte die Burg Kriebstein ihre heutige Form.

1490 verstarb Hugold von Schleinitz. Nach seinem Tode wechselte die Burg häufig ihre Besitzer, die jedoch kaum Baumaßnahmen vornahmen. Erst Ende des 17.Jahrhunderts, als die Herrschaften von Schönberg die Macht über Burg Kriebstein erhielten, wurden weitere Baumaßnahmen vorgenommen. Hanscarl von Arnim erwarb die Burg Kriebstein im Jahre 1825. Bis zum Jahre 1945 blieb sie in Besitz der von Arnims. Die Familie von Arnim nahm die letzten baulichen Veränderungen vor und beauftragten dafür den Hofbaumeister Carl Moritz Haenel. Schon 1930 ermöglichte die Familie von Arnim der Öffentlichkeit Teile der Burg Kriebstein zu besichtigen.

 

Tritt ein in die Ritterburg Kriebstein

Burg KriebsteinBurg Kriebstein ist heute nicht einfach nur ein Museum. Die mächtige Burganlage beherbergt weit mehr. Bis auf ein paar private Wohnräume können Sie fast die ganze Burganlage besichtigen, das Porzellan und Tafelsilber im Schatzgewölbe, die wunderschönen Decken- und Wandmalereien im Wohnturm und Jesus Christus im Gewölbe, die Burg hat vieles zu entdecken. Für außergewöhnliche Anlässe stehen drei historische Säle bereit und warten auf Sie und Ihre Gäste. Und auch die standesamtliche Trauung können Sie im mittelalterlichen Flair vornehmen.

Doch vor allem für die Kinder ist die Burg Kriebstein ein wahres Paradies. Für die Kleinsten gibt es kindgerechte Führungen durch die Burg, eine Schnuppertour durch die Gastronomie vergangener Zeiten und Tanzstunden mit barocken Tänzen. Wer Lust hat, kann sich beim Bogenschießen versuchen.

Ein kleiner Museumsladen hält Keramik und Glaskunst bereit. Für Kinder gibt es hier Spielzeug aus Ritterszeiten und auch die Gemälde der Burg fehlen nicht. Sollten Sie vom Rundgang hungrig und durstig sein, lädt Sie die urgemütliche Burgschänke ein. Diese befindet sich, wie könnte es anders sein, im Wirtschaftsflügel der Burg Kriebstein.

Einen Besuch auf der schönsten Ritterburg sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

 

Bildquelle: Mit freundlicher Genehmigung der Kriebsteiner.

Albrechtsburg Meißen – hier liegt die Wiege Sachsens

Albrechtsburg MeißenIm Jahre 929 gründete König Heinrich I. den herrschaftlichen Sitz zu Meißen an der Elbe. Der Burgberg in Meißen war über viele Jahrhunderte der Herrschaftssitz der Burggrafen, Markgrafen und Bischöfe. Noch heute erhebt sich die Albrechtsburg Meißen stolz über der mittelalterlichen Stadt. Gleich neben dem Dom entstand ein Bauwerk in spätgotischer Baukunst. Die Albrechtsburg Meißen ist kein Verteidigungsbau. Hier ist eine wunderschöne Schlossanlage entstanden, welche als fürstliche Wohnung, Herrschaftsbau und Verwaltungssitz verwendet wurde.

 

Baumeister Arnold von Westfalen erbaute die Albrechtsburg Meißen

Arnold von Westfalen war landesherrlicher Baumeister und Erbauer der Albrechtsburg Meißen. 1471 wurde er von Ernst und Albrecht von Sachsen mit dem Bau der Albrechtsburg beauftragt, die anstelle der alten Markgrafenburg entstehen sollte. Eigentlich entstand die Burg als erstes deutsches Schloss, wurde aber nie als solches genutzt. Als Schloss enthält die Burg natürlich alles, was im 15.Jahrhundert für eine fürstliche Residenz notwendig war. Im großen Saal fanden festliche Empfänge statt, in der benachbarten Hofstube versammelte sich die Hofgesellschaft, um gemeinsam die Mahlzeiten einzunehmen. Beeindruckend sind die Zellengewölbe, mit denen die Räume ausgestattet sind, und deren Zauber erst beim Spiel mit dem Licht richtig zur Geltung kommt. Der riesige Schlosshof mit seinem Großen Wendelstein vermittelt eine einzigartige Leichtigkeit. Geschwungene Treppen im Treppenhaus schlängeln sich anmutig nach oben.

Stark beschädigt wurde die Burg während des Dreißigjährigen Krieges und stand seit dem leer. Erst August der Starke gab dem Schloss Albrechtsburg Meißen wieder eine Bedeutung. Er ließ hier im Jahre 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur errichten. Bereits zwei Jahre vorher forschten in der Albrechtsburg Böttger und Tschirnhaus nach dem Weißen Gold. Eigentlich sollte die Porzellanmanufaktur in Dresden entstehen. Doch in der abgeriegelten Burg zu Meißen war das Geheimnis um die Porzellanherstellung viel besser gehütet.

In der Mitte des 19.Jahrhunderts zog die Porzellanmanufaktur in seine neuen Gebäude um und die Albrechtsburg Meißen stand wieder leer. Nach dem Auszug der Manufaktur und der Beseitigung der Einbauten wurde das Schloss mit prunkvollen Malereien architektonisch aufbereitet.

 

Die Albrechtsburg Meißen ist eine architektonische Meisterleistung

Albrechtsburg MeißenDie Albrechtsburg zu Meißen steht auf einem Felsplateau, welches zur Elbe hin abfällt. Das Besondere am Schloss sind die Geschosse unter der Trauflinie. Diese sind alle gewölbt, was auch zur damaligen Zeit einen immensen finanziellen Aufwand bedeutete. Von der gestalterischen Meisterleistung gar nicht zu reden. Außergewöhnlich sind auch die Vorhangbogenfenster im Hauptgeschoss und der große Wendelstein, der dem Schloss einen turmartigen Charakter gibt.

Und auch in den Innenräumen zieht sich die pompöse Bauweise fort. Große Saalräume werden mit einer Musikantenempore verbunden, von wo aus beide Säle bespielt werden konnten. Um die Säle gruppieren sich der Wohnbereich und der Amtsbereich. Die Wände der Räume sind mit monumentalen Wandgemälden verziert, welche Ereignisse aus der Geschichte der Mark Meißen und dem Herrscherhaus der Wettiner zeigen.

Neben den wechselnden Ausstellungen bietet die Albrechtsburg Meißen heute auch viele Veranstaltungen. In den Räumen der Albrechtsburg können Sie auch Hochzeit feiern. Sonderführungen mit einer deftigen Brotzeit, begleitet von Gauklern, können Sie zu bestimmten Terminen besuchen. Und im Wendelsteinkeller können Sie bei Bänkelgesang einer Weinverkostung mit echtem Meißner Wein beiwohnen.

Schloss Krobnitz – ein Stück Preußen in Sachsen

Schloss Krobnitz

Foto: Martin Geisler, CC BY-SA 3.0

Schloss Krobnitz ist kein typisches sächsisches Schloss im barocken Stil. Dieser Herrschaftssitz, der im Landkreis Görlitz nahe dem gleichnamigen Dorf liegt, scheint eher dem Preußischen entsprungen zu sein. Mit seiner weißen Fassade, dem flachen Dach und der klassizistischen Architektur hat es so gar nichts mit den sonstigen sächsischen Schlössern gemein. Und das hat einen guten Grund. Das Schloss liegt in einem sächsischen Teil, der im Jahre 1815 an die Preußen abgetreten wurde und erst seit 1945 wieder zum Freistaat gehört. Die Spuren der Preußen sind hier sehr deutlich.

 

Der Ruhesitz des Grafen von Roon

Albrecht Graf von Roon war Kriegsminister und als solcher sehr erfolgreich. Er gehört zu den führenden Persönlichkeiten Preußens. Während seiner Amtszeit konnte Graf von Roon erfolgreiche Feldzüge gegen Dänemark, Frankreich und Österreich führen, die Grundlage für die Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 waren. Das Rittergut Krobnitz kaufte der Minister im Jahre 1873. Hier wollte er sich zur Ruhe setzen und seinen Lebensabend genießen. Das einst barocke Gebäude, welches etwa 120 Jahre früher von Carl Heinrich Wilhelm von Uechtritz erbaut wurde, ließ der Graf umfangreich sanieren. Das ursprüngliche Dach wurde entfernt, das Gebäude um ein Stockwerk erhöht und mit einem flachen Dach abgeschlossen. Aus dem barocken Rittergut wurde ein klassizistischer Bau nach dem Vorbild des Kriegsministeriums in Berlin. Um einen weiten Blick in den umliegenden Park zu ermöglichen, wurde der Bau mit einem achteckigen Belvedere inklusiv Aussichtsturm ergänzt. In den Innenräumen ist die barocke Zimmeraufteilung noch erhalten.

Schloss Krobnitz heute

Schloss Krobnitz gehört zu den am besten restaurierten Schlössern in Sachsen. Rund um das Schloss befindet sich ein weitläufiger Park im englischen Stil. Einst trug der Landschaftspark den Namen Friedrichsthal. Heute wird er Friedenstal genannt. Die kleine neugotische Kapelle mit Familienkluft im Garten ist nicht mehr erhalten. Im Schloss können Sie eine Ausstellung zur Geschichte der Familie Roon besichtigen. Die ehemaligen Speicher- und Stallgebäude sind heute Veranstaltungsräume. Im Schloss Krobnitz befindet sich außerdem der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund. Zahlreiche Sonderveranstaltungen und Sommerkonzerte machen das Angebot komplett. Und wenn Sie vorhaben, in einem richtigen Schloss zu heiraten, können Sie das auf Schloss Krobnitz im Hochzeitszimmer tun.

Wie ein Märchen aus 1001 Nacht – die Dresdner Yenidze

Yenidze DresdenDresden hat unzählige barocke Schönheiten zu bieten. Zwischen all den barocken Sehenswürdigkeiten gibt es aber auch einige Raritäten. Dazu gehört die Dresdner Yenidze, die im glamourösen Stadtbild von Dresden völlig deplatziert scheint. Viele denken beim Anblick des Gebäudes an eine orientalische Moschee. Der Gedanke ist nicht ganz abwegig, hat sich doch der Bauherr seine Inspiration auf einer seiner vielen Reisen in den Orient geholt.


Zigarettenfabrikant lässt orientalisches Fabrikgebäude errichten

Hugo Zietz, seines Zeichens Zigarettenfabrikant, wollte im Jahre 1908 unbedingt nah der Eisenbahnstrecke an der Elbe ein Fabrikgebäude errichten. Das war 1908 nicht so einfach, ja sogar verboten, sollte doch der Stadtkern von Dresden mit seiner barocken Schönheit nicht von Fabrikgebäuden zerstört werden. Industrielle Gebäude waren hier im Stadtzentrum nicht gern gesehen. Und so kam Hugo Zietz auf die Idee, sein Fabrikgebäude im orientalischen Stil zu errichten. Anregungen hatte er sich auf einer seiner vielen Reisen in den Orient geholt, wo er als Zigarettenfabrikant Tabak einkaufte. Zietz lies kurzerhand seinen Architekten Hermann Martin Hammitzsch in den Orient reisen, wo dieser sich Anregungen für das geplante Gebäude holen sollte. Vorbild für den Bau der Yenidze soll angeblich das Kairoer Mameluckengrab von Khair Bak gewesen sein. Andere Quellen behaupten, die griechische Stadt Genisea, die früher den Namen Yenidze trug und Tabakanbaugebiet war, ist für den Namen verantwortlich. Zwischen 1908 und 1912 wurde das Gebäude im Osten des Stadtbezirkes Dresden-Friedrichstadt erbaut. Mit einer Gesamthöhe von 62 Metern ist das imposante Gebäude weithin zu sehen.

Hammitzsch wurde aufgrund des Baus aus dem Architektenverband ausgeschlossen. Einen solchen Bau konnte der konservative Berufsverband zur damaligen Zeit nicht gelten lassen. Und auch in den Augen der Dresdner stieß das Gebäude im Form einer Moschee lange Zeit auf Ablehnung. Hugo Zietz hatte allerdings sein Ziel erreicht. Das Gebäude war in aller Munde und ein einzigartiger Werbegag, der alle andere Werbung dieser Zeit in den Schatten stellte.

Yenidze ist der erste Stahlbeton-Skelettbau

Der Bau der Yenidze war eine Sensation. Das Gebäude ist weltweit der erste Stahlbeton-Skelettbau. Da im Zentrum von Dresden kein Fabrikschornstein zugelassen wurde, verwandelte der Architekt diesen kurzerhand in ein Minarett. Auf 6 Etagen entstanden riesige Räume. Im Gebäude befinden sich 600 Fenster, die jeweils unterschiedlich gestaltet wurden. Die riesige Kuppel ist 17 Meter hoch. Sie wird von drei rot-grünen Schmuckbändern verziert. Die Kuppel bringt ganze 62 Tonnen auf die Waage und verfügt über einen Durchmesser von 18 Metern. Die oberste Spitze wird von einer goldenen Krone geschlossen.

Yenidze verwandelte sich von der Zigarettenfabrik zum Bürogebäude

Die 1912 eröffnete Yendize brauchte Anfang des 20.Jahrhunderts immerhin 60 Prozent aller Zigaretten auf dem deutschen Markt. 1700 Arbeitern bot das Gebäude Platz. Die bekannteste Marke war „Salem“. Im Februar 1945, beim Bombenangriff auf Dresden, wurde auch die Yenidze stark beschädigt. Der Wiederaufbau begann schon kurz nach dem 2.Weltkrieg. Die Aufbauarbeiten wurden im dem DEFA Film „Karbid und Sauerampfer“ festgehalten. Bereits zwei Jahre nach dem Krieg, im Jahre 1947, konnte die Produktion wieder starten und 1953 wurde die Yenidze zum Tabakkontor der DDR.

Im Jahre 1996 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten. Heute beherbergt die Yenidze Büros und ein Restaurant. In der Kuppel kann man Märchen aus 1001 Nacht und anderen Geschichten lauschen. Von der Terrasse des Restaurants haben Sie einen wundervollen Blick über Dresden.

 

Die katholische Hofkirche Dresden

Hofkirche DresdenAlle Kirchen haben eins gemeinsam: Sie sind mächtig, stattlich, und wenn man in ihnen steht, fühlt man sich unheimlich klein. Nicht anders ist es mit der katholischen Hofkirche Dresden, die seit dem Jahre 1980 den Namen Kathedrale Sanstissimae Trinitatis – auf Deutsch, die Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit – trägt. Erbaut wurde die Kirche von 1739 bis 1755 im barocken Stil. Der Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen gab Gaetano Chiaveri, einem italienischen Baumeister und Architekten, den Auftrag zum Bau der Kirche. Natürlich ist die Hofkirche Dresden mit dem Residenzschloss verbunden, wie es sich eben für eine Hofkirche gehört.

Die Hofkirche Dresden ist eine der größten Kirchen Sachsens

An der Bruttogesamtfläche gemessen ist sie sogar die größte Kirchen Sachsens. Die Hofkirche verfügt über eine Fläche von 4.800 m². Mit einer Gesamtlänge von 92 Metern und einer Breite von 54 Meter ist die Hofkirche Dresden ein durchaus beeindruckendes Bauwerk. Die Turmhöhe weißt ganze 86 Meter auf.

An der Fassade und den Balustraden befinden sich 78 Statuen. Geschaffen wurde diese von den Dresdner Bildhauern Paul und Jakob Mayer und dem italienischen Bildhauer Lorenzo Mattielli. Am Haupteingang befinden sich die vier Evangelisten Johannes, Matthäus, Markus und Lukas. Über dem Eingang befinden sich die Apostel Petrus und Paulus. Sie werden von den Tugenden Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe und Gerechtigkeit umgeben. Auch auf dem oberen Turm, der unteren Balustrade und der oberen Balustraden befinden sich Heiligenfiguren. Die Königin von Polen und Kurfürstin von Sachsen Maria Josepha traf die Auswahl der dargestellten Personen gemeinsam mit dem Erbauer der Hofkirche, Gaetano Chiaveri, und dem Hofbeichtvater Ignatius Guarini. Die weiblichen und männlichen Heiligen, unter denen sich Evangelisten, Kirchenväter, Apostel, bedeutende Jesuiten, Ordensgründer und Schutzpatrone befinden, sollten den Katholiken Mut machen und Menschen den Weg in die Hofkirche Dresden weisen.

Das Innere der Hofkirche DresdenHofkirche Dresden

Der Innenraum der Hofkirche Dresden gliedert sich in ein Hauptschiff, zwei Seitenschiffe und vier Eckkapellen. Eine Besonderheit weist das Hauptschiff auf, der von einem zweistöckigen Prozessionsumgang umschlossen wird. Sachsen war zur damaligen Zeit protestantisch. Katholiken durften ihre Religion nicht im Freien ausüben. Aus diesem Grund wurde der Prozessionsumgang in die Kirche integriert. Im Westen befindet sich die Kreuzkapelle, im Osten die Bennokapelle und im Süden die Sakramentskapelle, welche von Stefano Torelli ausgemalt wurde. Im Norden befindet sich die Johann Nepomuk Kapelle, die auch den Namen Gedächtniskapelle trägt, zum Andenken an die Opfer des 13.Februars 1945.

Eine beeindruckende Arbeit ist auch die Barockkanzel, die von Balthasar Permoser geschnitzt wurde. Der Hochaltar ist aus Marmor gefertigt und mit vergoldeten Bronzeelementen versehen. Das darüber befindliche Altargemälde wurde von Anton Raphael Mengs geschaffen und hat eine Breite von 10 Metern Höhe und 4,50 Meter Breite. Natürlich befindet sich auch in der Hofkirche Dresden eine der berühmten Silbermann Orgeln.

Im Grabgewölbe der Hofkirche Dresden befindet sich die Wettiner-Gruft. Insgesamt beherbergt das Grabgewölbe vier Grufträume, welche durch Gänge miteinander verbunden sind. Hier fanden Könige und Mitglieder der albertinischen Linie des Hauses Wettin samt Ehefrauen und Kinder ihre letzte Ruhe. August der Starke ist nicht unter ihnen. Er wurde als König von Polen in der Königskrypta der Wawel-Kathedrale in Krakau begraben. Nur sein Herz reiste zurück nach Dresden und ist in einer Urne der Hofkirche Dresden in der Stiftergruft beigesetzt.

Auch die Hofkirche Dresden wurde während des Bombenangriffes auf Dresden vom 13. zum 15.Februar zerstört. Zahlreiche Sprengbomben trafen die Kirche. Zerstört wurde neben zahlreichen Figuren auch das Dach. Das Gewölbe im Innenraum stürzte ein und Außenwände wurden beschädigt oder zerstört. Bis zum Jahre 1965 dauerte der Wiederaufbau. An den unterschiedlichen Färbungen der Steine des Kirchenschiffs sind die Spuren der Zerstörung noch zu erkennen.