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Süß-saure Flecke – mehr als ein Arme-Leute-Essen

Rezept FleckeGerade jetzt, vor der Weihnachtszeit, möchten viele sich etwas mit dem Essen zurückhalten. Schließlich wollen Sie an den Weihnachtstagen ordentlich zuschlagen und nach allen Regeln der Kunst schlemmen. Da ist es schon angebracht, wenn Sie in den Tagen vor Weihnachten sich etwas zügeln. Ein nicht nur in Sachsen weitverbreitetes Gericht sind die süß-sauren Flecke, die auch als Kutteln oder Piepen bezeichnet werden. Obwohl Flecke weltweit zum Kochen verwendet werden, ist das Gericht in Deutschland vor allem in Sachsen und Süddeutschland beheimatet. Flecken waren einst besonders bei der armen Landbevölkerung ein beliebtes Gericht, denn durch die enthaltenen Innereien beinhaltet das Essen viele Mineralstoffe und Spurenelemente.

Für 4 Personen brauchen Sie:

  • ca. 1 kg gereinigte und vorgekochte Flecke
  • 2 Zwiebeln
  • Lorbeer
  • etwas Mehl
  • etwas Butter
  • Essig, Zucker, Pfeffer, Salz
  • 6 Kartoffeln
  • 4 Gewürzgurken

Und so geht es

Der gereinigte Pansen wird gut abgespült und kurz überbrüht. Das Wasser wird nicht verwendet. Nun kommt der Pansen in einen Topf mit kaltem Wasser. Geben Sie die Zwiebeln und die Gewürze dazu und lassen Sie alles etwa 3 Stunden kochen, bis der Pansen weich ist.

Inzwischen schälen Sie die Kartoffeln und schneiden diese in kleine Stücke. Diese werden in Salzwasser weich gekocht. Die Gewürzgurken werden klein geschnitten.

Flecke RezeptSobald das Fleisch weich ist – es sollte nicht zerfallen – nehmen Sie dieses aus der Brühe. Lassen Sie das Fleisch etwas abkühlen und schneiden Sie es in kleine Stücke. Gießen Sie die Brühe durch ein Sieb und geben Sie diese in einen großen Topf. Nun kommen die Flecke, die gegarten Kartoffelstückchen und die Gurkenwürfel dazu. Alles darf noch etwas langsam köcheln. Mancher gibt auch noch weiche Möhrenstückchen dazu.

Nun machen Sie aus Mehl und Butter eine Einbrenne und löschen diese mit etwas kaltem Wasser ab. Rühren Sie die Einbrenne langsam in die Suppe mit den Flecken ein. Schmecken Sie mit Zucker und Essig sowie etwas Salz und Pfeffer ab.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Natürlich gibt es Flecke, Kutteln, oder wie auch immer das Gericht aus Pansen bezeichnet wird, heute in vielen Variationen. Verwendet wird nicht nur Rinderpansen, sondern auch Pansen vom Hausschaf oder dem Rindskalb. Zum Einsatz kommen sowohl der Netzmagen als auch der Labmagen und der Blättermagen.

Der Pansen sollte unbedingt schon beim Fleischer vorgekocht sein, denn sonst brauchen Sie bis zu 10 Stunden, eher er weich ist. Auch die Reinigung ist nicht ganz einfach und sehr aufwendig.

In den meisten sächsischen Orten wird das Gericht als Flecke bezeichnet. Mancherorts ist es aber als Kutteln bekannt. Die Bezeichnung Kutteln kommt übrigens vom mittelhochdeutschen kutel, was nichts anderes als „Eingeweide von Tieren“ bedeutet und seit dem 13. Jahrhundert verwendet wird. Die Bezeichnung Kaldaunen für die Flecke stammt aus dem Vulgärlateinischem und bedeutet so viel wie „noch warme Eingeweide“. Arme Studenten, die ihre Mahlzeiten von Wohltätigkeitsorganisationen erhielten, wurden deshalb abfällig als Kaldaunenschlucker bezeichnet.

Sachsen in Zahlen

Sachsen

Foto: TUBS, CC BY-SA 3.0

Sachsen kann man ja auf unterschiedliche Art und Weise betrachten. Während die Einen lieber den Freistaat in den schillernsten Farben beschrieben haben möchten, können die Andren von Zahlen und Fakten gar nicht genug bekommen. Und so gibt es heute Sachsen mal aus einer ganz anderen Sicht, aus der Sicht der Zahlen.

 

Das ist Sachsen

Sachsen verfügt über eine Fläche von 18.415,51 km² und gibt 4,137 Millionen Einwohnern eine Heimat. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 224 Einwohnern je km². Die häufigsten Familiennamen sind Müller (9998), Schmidt (6924) und Richter (6011), gefolgt von Herrmann (5377), Schneider (5038) und Wagner (3988). Mit den Lehmanns hat es der Freistaat nicht so. Die liegen erst auf Platz 10.

Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 8,9 Prozent. Von den 4,137 Mio. Einwohner sind 2.028 Mio. Männer und 2.109 Mio. Frauen. Sachsen hat 1481 Schulen und 26 Hochschulen sowie 7 Berufsakademien. Übrigens arbeiten die Sachsen im Jahr ganze 62 Stunden mehr, als es im deutschen Durchschnitt üblich ist.

Wirtschaftlich liegt Sachsen ganz gut im Rennen und ist regelmäßig deutscher Spitzenreiter in punkto Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 95,1 Mrd. Euro und der Industrieumsatz 53,5 Mrd. Euro. Und auch die Exportquote von 39,1 Prozent ist nicht zu verachten.

Seit 2010 ist Dresden die größte Stadt des Freistaates und hat damit Leipzig von seinem Platz verwiesen. Den dritten Platz nimmt, wie könnte es anders sein, Chemnitz ein. Danach folgen Zwickau, Plauen, Görlitz und Hoyerswerda.

Sachsen hat ganze 79 Krankenhäuser, in denen etwa 26.300 Betten zur Verfügung stehen. Etwa 945.000 Patienten werden in jedem Jahr stationär behandelt.

 

Sprachen und Dialekte in Sachsen

Im Freistaat werden gleich mehrere Sprachen gesprochen. Gut, genaugenommen sind es zwei – Deutsch und Obersorbisch. Dafür kann Sachsen aber mit zahlreichen Dialekten aufwarten. Wenn Sie glauben, hier wird nur sächsisch gesprochen, irren Sie sich. Hauptsächlich werden hier das Meißnische und das Osterländische gesprochen. Aber auch das Lausitzische ist bekannt. Dazu kommen mehrere Dialekte des Obersorbischen und Niedersorbischen. Außerdem gibt es das Vogtländische und das Erzgebirgische. Auch das sind eigenständige Dialekte.

 

Sachsens Kultur in Zahlen

Nur um Ihnen mal einen kleinen Überblick zu geben, was Sie in Sachsen so alles erleben können, soll auch die Kultur in Zahlen gefasst werden. Nehmen Sie sich also viel Zeit für Sachsen, wenn Sie alles erleben wollen.

Etwa 1.000 Schlösser, Burgen, Herrenhäuser und Gärten hat Sachsen. Dazu kommen 388 Museen und 868 Ausstellungen. In 15 Theatern und 74 Spielstätten können Sie sich der schöngeistigen Kultur hingeben. 99 Filmtheater, 5 Orchester und 3 Opernhäuser vertrieben Ihnen ebenso die Zeit. Haben Sie Lust auf Sport, können Sie sich in 370 Schwimmbädern und auf 13 Golfplätzen vergnügen. Als Sachse können Sie sich aber auch den 4.479 Sportvereinen anschließen. Und wollen Sie die kulinarischen Genüsse erleben, stehen Ihnen über 10.000 Restaurants, Cafés und Bars zur Verfügung.

 

Auf den Wegen Sachsens

Viele Wege führen nach und durch Sachsen. Das überörtliche Straßennetz verfügt über 13.595 Kilometer, von denen 531 Kilometer Autobahnen sind. Auf den 2.580 Kilometer Schienen können Sie Sachsen auch per Zug erkunden. Kommen Sie von weiter her, erreichen Sie Sachsen auch über die beiden Flughäfen in Leipzig und Dresden. Und natürlich besitzt Sachsen auch drei Elbehäfen, die in Dresden, Riesa und Torgau liegen.

Und wenn Ihnen das nicht genug Zahlen sind, dann schauen Sie doch einfach mal wieder vorbei.

 

Die Geschichte der Sachsen

SachsenJa, genaugenommen sind wir Sachsen gar keine richtigen Sachsen, sondern Meißner. Und Sachsen ist eigentlich Obersachsen. Aber wir wollen alles der Reihe nach beschreiben und erklären, warum Sachsen eigentlich keine Sachsen sind.

Heute wird als Sachsen ein weites Gebiet an der oberen Mittelelbe bezeichnet. Die Lausitz, das Leipziger Neuseenland, die Sächsische Schweiz, Teile des Vogtlandes und das Erzgebirge gehören zum dem, was man heute landläufig als Sachsen bezeichnet. Die geschichtlich echten Sachsen sitzen in Niedersachsen. Und nur, weil der Wettiner Friedrich IV. der Streitbare 1423 das Herzogtum Sachsen-Wittenberg geschenkt bekam und er damit Kurtfürst von Sachsen war, sind die Bewohner des Freistaates heute Sachsen.

Das Land vor dem Mittelgebirge war schon immer ein wichtiges Gebiet. Vor allem für all jene, die das Mittelgebirge überqueren wollten. Bereits 5500 v. Chr. haben sich Menschen hier niedergelassen wie archäologische Spuren beweisen. Vor allem in den Flussauen der Elbe, Mulde und Spree siedelten die Menschen. Später sog es auch die alten Germanen hier her. Aus westlicher Richtungen kamen germanische Stämme, um sich hier niederzulassen.

Die Grundlage des heutigen Freistaates und seiner Bewohner befindet sich auf dem Burgberg zu Meißen. Hier steht die Wiege des Landes, die 929 erbaut wurde. Mit der Geschichte der Markgrafschaft Meißen ist auch die Entwicklung des Landes fest verankert. 1089 übernahmen die Wettiner die Herrschaft über die Markgrafschaft.

Bereits zu Anfang des 15. Jahrhunderts wuchs die Herrschaft der Wettiner immer mehr. Neben Thüringen und Obersachsen wurde auch das Land Sachsen-Wittenberg einbezogen. Sachsen-Wittenberg war eng mit der Kurwürde verbunden. Aus diesem Grund wurde in den folgenden Jahren die Bezeichnung Kurfürstentum Sachsen eingeführt. Die Markgrafschaft Meißen verschwand immer mehr aus den Köpfen der Menschen. Durch die Landesteilung am 17.Juni 1485 wurde Sachsen von Thüringen endgültig gelöst. Die Herzöge Albrecht III. und Ernst teilten in der sogenannten Leipziger Teilung die Gebiete auf und hielten das im Präliminärvertrag zu Leipzig fest. Dresden wurde zur Residenzstadt ausgebaut.

Während des Dreißigjährigen Krieges schlug sich der sächsische Kurstaat auf die Seite des Kaisers. Im Auftrag des Kaisers wurden die Lausitzen besetzt. Diese erhielt Sachsen zur Deckung der Kriegskosten als Pfand. Anfangs verhielt sich Sachsen neutral, wechselte aber zur protestantischen Seite, als die Lausitz geplündert wurde und Sachsen damit seine Neutralität missachtet sah. Im Jahre 1635 wurde die Herrschaft über beide Lausitzen im Sonderfrieden von Prag dem Kurfürstentum zugesprochen.

Das Fürstentum ging in den nächsten Jahren relativ gestärkt aus den Kriegen hervor. Es gehörte auch zu den Fürstentümern, die sich schnell wieder erholten. Sowohl unter August dem Starken als auch unter Friedrich August II. erlebte Sachsen seine kulturelle und politische Blütezeit. Territoriale Gewinne blieben den Sachsen aber verwehrt.

Im Siebenjährigen Krieg wurde Sachsen fast kampflos durch die Preußen besetzt. In einer Allianz kämpfte Sachsen gemeinsam mit Russland, Frankreich und Österreich gegen Britannien und Preußen und wurde 1759 von der Allianz wieder befreit. Ein Jahr später belagerten die Preußen Dresden. Das geschah zwar erfolglos, trotzdem richteten die Preußen große Schäden an.

Am 27.August 1791 wurde eine Pillnitzer Deklaration geschlossen, in welcher erklärt wurde, dass sowohl Österreich als auch Preußen den französischen König Ludwig XVI. während der Französischen Revolution unterstützen wollten. Preußen und Sachsen stellten sich Napoleon gemeinsam entgegen, als dieser weit nach Deutschland vorgedrungen war. Allerdings wurden sie sowohl in der Schlacht bei Auerstedt als auch in der Schlacht bei Jena geschlagen und von den Franzosen besetzt. Bei den Befreiungskriegen 1813 wurde das Kurfürstentum zum Hauptkriegsplatz. Sachsen kämpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur großen Völkerschlacht bei Leipzig. Beim Wiener Kongress forderte Preußen die Auflösung des Landes und die Übergabe der Gebiete an Preußen. Das wurde durch den Schutz Österreichs vereitelt.