Der Meißner Dom – ein architektonisches Gesamtkonzept aus verschiedenen Epochen

Meißner DomEng an die Meißner Albrechtsburg geschmiegt, hoch oben auf dem Burgberg, steht der Dom zu Meißen. Eigentlich ist der Dom ein grandioses Beispiel hochgotischer Baukunst. Wer genauer hinschaut, wird aber zahlreiche Stilbrüche und Veränderungen feststellen. Der Bau des Doms begann im Jahre 1250 und wurde über acht Jahrhunderte fortgeführt. In jedem Zeitalter wurde neue Details hinzugefügt oder alte Gestaltungen verändert. Trotzdem gehört der Meißner Dom zu den stilreinsten gotischen Domen in Deutschland.

 

Der Meißner Dom im Wandel der Zeit

Bereits um 968 stand hier eine Burgkapelle. Wahrscheinlich war diese aus Holz. Im frühen 11. Jahrhundert wurde die erste Kirche aus Stein errichtet. Die Grundmauern der Vorgänger des Meißner Doms sollen sich noch heute unter dem Fußboden befinden. Um 1130 ließ Bischof Godebold einen Dom im romanischen Stil errichten. Vier Türme sollen die Basilika geschmückt haben und einen imposanten Anblick geboten haben. Doch mit der Besiedlung des Landes musste auch eine Kirche her, welche die Vorgängerin an Größe übertreffen sollte.

Der eigentlichen Bau des heutigen Doms begann um 1260. Der Dom wurde im Stil einer gotischen Hallenkirche errichtet. Bereits acht Jahre später waren der Kreuzgang und der Chor fertiggestellt. Bis zum Jahre 1297 entstanden die Johanneskapelle, die Maria-Magdalena-Kapelle und der Kapitelsaal. Doch erst 1410 wurde das Langhaus vollendet. 1413 wurden die beiden provisorischen Glockentürme aus Holz, an denen man seit 1315 baute, und die Westfront bei einem schweren Sturm durch einen Blitzschlag zerstört. Viele Jahre zierte den Dom nur der „Höckrige Turm“. Erst um 1903 begann man mit dem Aufbau der heutigen Türme. Die mit 81 Metern hoch über Meißen thronen.

 

Die einzigartige Ausstattung macht den Meißner Dom berühmt

Meißner Dom

Der Meißner Dom vor dem Ausbau.

Der Meißner Dom verfügt über die wertvollste und reichste Ausstattung sächsischer Kirchen. Dazu gehören die im Jahre 1260 geschaffenen Stifter- und Patronatsfiguren in Überlebensgröße. Sie stammen aus der Naumburger Dombauwerkstatt. An der Nordwand des Chors sind Kaiser Otto I. und seine Gemahlin Adelheid von Burgund zu sehen. Sie gründeten das Bistum Meißen. Auch die Bildnisse des heiligen Donatus von Arezzo, Johannes des Täufers, des Evangelisten Johannes, Maria mit Kind und des Diakons Stephanus sind von großer Bedeutung.

Die Altarleuchter und das Kruzifix schuf der berühmte Meißner Porzellangestalter Johann Joachim Kändler aus feinstem Meißner Porzellan. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Meißen wurde von Otto Schilling, einem Glockengießer aus Apolda, die Johannesglocke gegossen. Den Entwurf dafür gestaltete der damalige Leiter der Porzellanmanufaktor Emil Börner. Die Glocke bringt bei einem Durchmesser von 220 Zentimetern 7820 kg auf die Waage. Sie ist eine der figurenreichsten Glocken der Welt. Auf der Glocke werden Szenen aus dem Jüngsten Gericht, der Offenbarung und Christus als Weltenrichter dargestellt.

 

Der Meißner Dom heute

Den Meißner Dom können Sie natürlich zu den Öffnungszeiten besichtigen. Steigen Sie unbedingt die zahlreichen Stufen in den Domtürmen hinauf. Von hier haben Sie einen fantastischen Blick über das Land. Neben kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten finden im Meißner Dom auch zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt. Auf Wunsch können Sie auch an einer der zahlreichen Führungen durch ein Stück Meißner Geschichte und einen wundervollen Dom teilnehmen.

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