Der Kaffeebaum in Leipzig ist die älteste Kaffeeschänke Europas

Kaffeebaum Leipzig

Foto: Appaloosa, CC BY-SA 3.0

Gut, die Leipziger Kaffeekultur hat nichts mit der Wiener Kaffeekultur gemeinsam. Wien ist halt unschlagbar, was den Kaffee und die Kaffeehäuser angeht. Trotzdem kann das sächsische Leipzig die Wiener alt ausschauen lassen, denn Leipzig hat das „Zum Arabischen Coffe Baum“, neben dem Café Procope in Paris die älteste Kaffeeschänke Europas. 1556 wurde das Kaffeehaus zum ersten Mal erwähnt und lockt seit 1711 unzählige Kaffeetrinker an. Übrigens wird an anderer Stelle behauptet, dass das Kaffeehaus in Leipzig bereits 1500 erbaut, aber erst 1694 gegründet wurde und zum weltweit ältesten Kaffeehaus gehört. Aber ob nun europaweit oder weltweit, Fakt ist, den Kaffeebaum in Leipzig gibt es schon ewig.

 

Im Kaffeebaum zu Leipzig ist manch bekannter Gast eingekehrt

Sie wären erstaunt und würden sich sofort auf den Weg nach Leipzig machen, wüssten Sie, in welcher guter Gesellschaft Sie im Leipziger Kaffeebaum sind. Um 1833 soll sich sogar Robert Schumann mit ausgewählten Musikerkollegen hier getroffen haben. Hier haben sie ihren Musiker-Stammtisch abgehalten.

Aber auch August der Starke, Johann Sebastian Bach, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe und sogar Napoléon Bonaparte sollen hier eingekehrt sein. Na wenn Sie da mal nicht in aller feinster Gesellschaft sind.

 

So kam das Haus zu seinem Namen

Seinen Namen hat der Kaffeebaum, wie er kurz und liebevoll von den Leipzigern genannt wird, von einer barocken Bildhauerei. Diese zeigt einen Araber, der einer Putte eine Schale kräftigen Kaffee reicht. Das Hauszeichen symbolisiert das Kaffeehaus als kulturelles Geschenk des Orients an das Abendland. Es ist übrigens nicht belegt, wer die Plastik in Auftrag gegeben hat. Aber August der Starke, der ja für seine Frauengeschichten bekannt ist, soll angeblich eine Liaison mit der Wirtin Johanna Elisabeth Lehmann gehabt haben und als Dank für die kleinen Liebesdienste der Dame die wundervolle Plastik dem Hause spendiert haben.

In den städtischen Ratsbüchern aus dem Jahre 1556 findet man erste Hinweise auf das Haus, das „Am Barfüßer Thor“ steht. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals umgebaut und erweitert. Das „Zum Arabischen Coffe Baum“ war übrigens nie ein reines Kaffeehaus. Auch Frau Lehmann, die Wirtin von 1720, schenkte neben Kaffee auch Likör, Tee und Kakao aus. Ab 1742 hielten auch Hopfen und Malz Einzug. Ein frisch Gezapftes konnte man hier immer haben. Zu Beginn gab es im Hause nur einen kleinen Imbiss für das leibliche Wohl. Doch auch das änderte sich nach 1800. Da wurde dann nämlich á la carte serviert.

 

Auch heute lohnt ein Besuch im Kaffeebaum

Heute befindet sich in dem Haus in der Kleinen Fleischergasse 4 mehre Café-Zimmer und ein Restaurant. Und das gleich über mehrere Etagen. Ein Teil des Hauses wird auch als Museum genutzt, in dem Sie sich über die Leipziger Kaffeegeschichte informieren können. Natürlich werden in den Räumen auch Exponate aus 300 Jahren Kaffeskultur präsentiert. Dazu gehören unter anderen Meißner Kaffeeservice, Kaffeemühlen, Röstgeräte, Kaffeetassen und Zubereitungsgefäße. Ob Museum oder Café-Raum, jedes der Zimmer hat eine ganz eigene Geschichte, die Ihnen einen Eindruck vom damaligen Leben in Leipzig und dem Treiben im Arabischen Coffe Baum vermitteln.

 

 

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