Der Dresdner Zwinger – ein Kunstwerk von erlesener Schönheit

Dresdner ZwingerEinst sollten seine Mauern und prunkvollen Gebäude bis zur Elbe reichen. Ein Kunstwerk, das seinesgleichen suchen und Versailles auf die Plätze verweisen sollte. Als Vorhof für ein neues Schloss entworfen, befahl August der Starke seinen Bau 1709. Bereits seit 1701 spielte August der Starke mit dem Gedanken eines neuen Schlosses. Der Gebäudekomplex und die wundervolle barocke Gartenanlage im Dresdner Zentrum wurden vom Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und dem Bildhauer Balthasar Permoser entworfen und unter deren Leitung errichtet. Ein Kunstwerk aus einzigartiger Architektur, grandioser Malerei und unvergleichlicher Plastik. Der Dresdner Zwinger ist eines der bedeutendsten Bauwerke des Barock. Mit dem mächtigen Kronentor, dem lieblichen Nymphenbad, seinen Puten, Säulen und Bögen sucht der Dresdner Zwinger seinesgleichen. Um diese Pracht auf sich wirken lassen zu können, sollten Sie sich unbedingt für einen Rundgang viel Zeit nehmen. Hier können Sie heute den Mathematisch-Physikalischen Salon, die Gemäldegalerie Alte Meister, die Porzellansammlung und die Rüstkammer bestaunen.

 

August der Starke lässt eine Orangerie errichten

Genau so hat die Geschichte des Dresdner Zwinger begonnen. Ursprünglich wurde er als Orangerie und Garten für prunkvolle Feste erbaut. Dem Festareal sollte später ein Schloss folgen. 1709 wurde mit dem Bau der Orangerie begonnen, in der August der Starke seltene Pflanzen aus fernen Ländern züchten wollte. Der Orangerie folgten die Bogengalerie, die Gartenanlage und das Nymphenbad. Der Mathematisch-Physikalische Salon und der Französische Pavillon mit Deckenmalereien von Heinrich Christian Fehling und Louis de Silvestre entstanden zwischen 1712 und 1716. Balthasar Permoser verlieh dem Kronentor und der Langgalerie seinen Stempel mit seinen Bildhauerarbeiten. In Vorbereitung des Baus besucht Pöppelmann zahlreiche europäische Zentren und studierte dort die Architektur. Seine Reise führt ihn durch Wien, Prag, Florenz, Rom, Neapel und die Niederlande. Aber auch Versailles war Teil seiner Reise. Für den Garten stand der Park von Saint-Cloud mit seinen Wasserspielen Pate.

Der Wallpavillion wurde 1715 projektiert. Ein Jahr später begann der Bau. August der Starke wünschte aber eine Beschleunigung der Arbeiten, denn die Hochzeit seines Sohnes, dem Kurprinzen Friedrich August, mit der habsburgischen Erzherzogin Maria Josepha rückte näher. Der Wallpavillion gehörte zu den anspruchsvollsten Teilen des Zwingers. 1719 wurde der Bau vollendet und der Zwinger anlässlich der Hochzeit eingeweiht. Das eben fertiggestellte Festareal wurde für die Hochzeit hergerichtet. Am 15. September 1719 wurde im Zwinger das „Fest der vier Elemente“ vom kurfürstlichen Hof gefeiert.

Der weitere Ausbau des Dresdner Zwinger fand bis 1728 statt. Dabei blieb die Nordseite vorerst unbebaut, denn hier sollte nach einem zweiten Hof das zukünftige Schloss seinen Platz finden. 1722 wurde auch diese unvollendete Seite mit einer arkadenartigen Mauer geschlossen.

Der umschlossene Hof des Zwingers wurde mit Orangenbäumen und exotischen pflanzenangelegt. Verschiedene Bildhauer, darunter auch Permoser, gestalteten Skulpturen, welche die Gebäude verschönern sollten. Heute noch stützen 21 Pan-Figuren in Mannshöhe die Außenwände. Das Portal wird von Satyrhermen getragen. Die Orangerie musste dem Festareal weichen und wurde in den Churfürstlichen Orangengarten am heutigen Ostragehege verlegt. Der Garten war später als „Der Herzogin Garten“ bekannt.

 

Erste Beschädigungen während des Siebenjährigen Krieges

Im Siebenjährigen Krieg wird der Dresdner Zwinger von den preußischen Armeen benutzt. Und auch Napoleon hinterließ seine Spuren, als er im napoleonischen Krieg den Zwingergraben zuschütten lässt, um die Stadt einer Endfestigung zu unterziehen. Ab 1783 erfolgen Restaurierungsarbeiten und 1820 werden der Zwingerteich und im Innenhof der garten mit Brunnen angelegt. Zwischen 1847 und 1855 gestaltet Gottfried Semper den Abschluss zur Elbseite mit einem Galeriegebäude, welches mit plastischem Schmuck von Ernst Rietschel versehen ist. Auch in den folgenden Jahren gibt es immer wieder Zerstörungen und Restaurierungsarbeiten. Seinen empfindlichsten Schlag hat der Zwinger aber im Februar 1945 erhalten. Er wurde völlig zerstört. Bis 1963 fand der Wiederaufbau statt. Die ersten Ausstellungsräume wurden aber schon 1952 wiedereröffnet.

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