Schloss Pillnitz – das Geschenk August des Starken an die Gräfin Cosel

Schloss Pillnitz

Foto: Kolossos, CC BY-SA 3.0

August der Starke war gegenüber seiner Mätresse Gräfin Cosel keineswegs kleinlich. Und so verwundert es nicht, dass der kurfürstliche Herrscher gleich vor den Toren Dresdens, in Pillnitz, der Cosel 1706 ein Schloss schenkte. Doch nicht lange und die kurfürstliche Mätresse fiel in Ungnade. August der Starke verbannt sie zuerst nach Pillnitz mit der Auflage, Dresden fern zu bleiben. 1715 floh die Cosel nach Berlin. Später entschloss sich August der Starke zum Umbau des Schlosses. Das Palais entwarf niemand Geringeres als Matthäus Daniel Pöppelmann. 1720 begann der Bau der größten chinoise Schlossanlage Europas, die bis heute nichts von ihrer Schönheit eingebüßt hat.

 

Schloss Pillnitz war bereits im 14.Jahrhundert ein Herrensitz

Die erste Erwähnung von Pillnitz gab es bereits um 1335. Hier befand sich der Herrensitz von Ludewicus de Belennewitz. An der Stelle des heutigen Neuen Palais befand sich eines der beiden Rittergute, die einst auf Pillnitzer Flur errichtet wurden.

1694 erhält Kurfürst Johann Georg IV. das Pillnitzer Schloss. Aufgrund seines frühen Todes geht das Schloss noch im gleichen Jahr an August den Starken über. Dieser schenkt es 1706 seiner Mätresse, der Gräfin Cosel. Nachdem das Schloss durch Enteignung wieder an August den Starken übergangen ist, lässt dieser hier ein Wasser- und Bergpalais errichten. Weiterhin wird ein Venustempel erbaut und in den nah gelegenen Weinbergen entsteht eine Schlosskirche. 1725 entsteht ein Ringrenngebäude mit einem Karussellmechanismus und hölzernen Pferden und Qagen. Auf der Elbseite wurde eine große Freitreppe errichtet.

In den folgenden Jahren war Schloss Pillnitz vor allem Feststätte für verschiedene Verantstaltungen. So im Jahre 1738 für die Vermählung von Prinzessin Maria Amalia von Sachsen mit König Karl III. von Sizilien.

Um 1790 beginnt der Bau des chinesischen Pavillons und des chinesischen Gartens. Am 01. Mai 1818 vernichtete ein Brand den Venustempel und das alte Schloss fast vollständig. Noch im gleichen Jahr beginnt der Bau des Neuen Palais mit einem Kapellenflügel und einem Küchenflügel. 1859 bergan der Bau des Palmenhauses. Das Palmenhaus war zur damaligen Zeit das größte gusseiserne Gewächshaus Deutschlands. In den folgenden Jahren wurde ständig am Schloss und dem umliegenden Garten gebaut.

 

Der Garten von Schloss Pillnitz überzeugt durch einzigartige Schönheit

Die bekannteste Blume in den Pillnitzer Gärten ist wohl die Kamelie. Über 230 Jahre alt und mit einer Höhe von knapp 9 Metern ist sie eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art. 1801 soll sie ihren heutigen Platz eingenommen haben. In Europa ist sie eine der ältesten japanischen Kamelien. In der Zeit von Februar bis März blühen etwa 35.000 Blüten an der Pillnitzer Kamelie. Aber auch der englische und chinesische Garten ist eine wahre Pracht. Zu jeder Jahreszeit haben das Schloss und die Gärten andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Palmenhaus gehört übrigens damals nicht nur zu den größten Gewächshäusern, sondern ist heute auch einer der ältesten erhaltenen Stahlguss-Glas-Bauten. 660 Quadratmeter umfasst das Gewächshaus und beherbergt viele Pflanzen aus Südafrika und Australien.

Seit 2006 verfügt Schloss Pillnitz zum ersten Mal über ein Museum, das von der Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner erzählt. Hier erfahren Sie etwas über das höfische Leben, die Spiel- und Festkultur des Barocks aber auch über das religiöse Leben.

 

 

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