Die Geschichte der Sachsen

SachsenJa, genaugenommen sind wir Sachsen gar keine richtigen Sachsen, sondern Meißner. Und Sachsen ist eigentlich Obersachsen. Aber wir wollen alles der Reihe nach beschreiben und erklären, warum Sachsen eigentlich keine Sachsen sind.

Heute wird als Sachsen ein weites Gebiet an der oberen Mittelelbe bezeichnet. Die Lausitz, das Leipziger Neuseenland, die Sächsische Schweiz, Teile des Vogtlandes und das Erzgebirge gehören zum dem, was man heute landläufig als Sachsen bezeichnet. Die geschichtlich echten Sachsen sitzen in Niedersachsen. Und nur, weil der Wettiner Friedrich IV. der Streitbare 1423 das Herzogtum Sachsen-Wittenberg geschenkt bekam und er damit Kurtfürst von Sachsen war, sind die Bewohner des Freistaates heute Sachsen.

Das Land vor dem Mittelgebirge war schon immer ein wichtiges Gebiet. Vor allem für all jene, die das Mittelgebirge überqueren wollten. Bereits 5500 v. Chr. haben sich Menschen hier niedergelassen wie archäologische Spuren beweisen. Vor allem in den Flussauen der Elbe, Mulde und Spree siedelten die Menschen. Später sog es auch die alten Germanen hier her. Aus westlicher Richtungen kamen germanische Stämme, um sich hier niederzulassen.

Die Grundlage des heutigen Freistaates und seiner Bewohner befindet sich auf dem Burgberg zu Meißen. Hier steht die Wiege des Landes, die 929 erbaut wurde. Mit der Geschichte der Markgrafschaft Meißen ist auch die Entwicklung des Landes fest verankert. 1089 übernahmen die Wettiner die Herrschaft über die Markgrafschaft.

Bereits zu Anfang des 15. Jahrhunderts wuchs die Herrschaft der Wettiner immer mehr. Neben Thüringen und Obersachsen wurde auch das Land Sachsen-Wittenberg einbezogen. Sachsen-Wittenberg war eng mit der Kurwürde verbunden. Aus diesem Grund wurde in den folgenden Jahren die Bezeichnung Kurfürstentum Sachsen eingeführt. Die Markgrafschaft Meißen verschwand immer mehr aus den Köpfen der Menschen. Durch die Landesteilung am 17.Juni 1485 wurde Sachsen von Thüringen endgültig gelöst. Die Herzöge Albrecht III. und Ernst teilten in der sogenannten Leipziger Teilung die Gebiete auf und hielten das im Präliminärvertrag zu Leipzig fest. Dresden wurde zur Residenzstadt ausgebaut.

Während des Dreißigjährigen Krieges schlug sich der sächsische Kurstaat auf die Seite des Kaisers. Im Auftrag des Kaisers wurden die Lausitzen besetzt. Diese erhielt Sachsen zur Deckung der Kriegskosten als Pfand. Anfangs verhielt sich Sachsen neutral, wechselte aber zur protestantischen Seite, als die Lausitz geplündert wurde und Sachsen damit seine Neutralität missachtet sah. Im Jahre 1635 wurde die Herrschaft über beide Lausitzen im Sonderfrieden von Prag dem Kurfürstentum zugesprochen.

Das Fürstentum ging in den nächsten Jahren relativ gestärkt aus den Kriegen hervor. Es gehörte auch zu den Fürstentümern, die sich schnell wieder erholten. Sowohl unter August dem Starken als auch unter Friedrich August II. erlebte Sachsen seine kulturelle und politische Blütezeit. Territoriale Gewinne blieben den Sachsen aber verwehrt.

Im Siebenjährigen Krieg wurde Sachsen fast kampflos durch die Preußen besetzt. In einer Allianz kämpfte Sachsen gemeinsam mit Russland, Frankreich und Österreich gegen Britannien und Preußen und wurde 1759 von der Allianz wieder befreit. Ein Jahr später belagerten die Preußen Dresden. Das geschah zwar erfolglos, trotzdem richteten die Preußen große Schäden an.

Am 27.August 1791 wurde eine Pillnitzer Deklaration geschlossen, in welcher erklärt wurde, dass sowohl Österreich als auch Preußen den französischen König Ludwig XVI. während der Französischen Revolution unterstützen wollten. Preußen und Sachsen stellten sich Napoleon gemeinsam entgegen, als dieser weit nach Deutschland vorgedrungen war. Allerdings wurden sie sowohl in der Schlacht bei Auerstedt als auch in der Schlacht bei Jena geschlagen und von den Franzosen besetzt. Bei den Befreiungskriegen 1813 wurde das Kurfürstentum zum Hauptkriegsplatz. Sachsen kämpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur großen Völkerschlacht bei Leipzig. Beim Wiener Kongress forderte Preußen die Auflösung des Landes und die Übergabe der Gebiete an Preußen. Das wurde durch den Schutz Österreichs vereitelt.

 

 

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