Burg und Kloster Oybin – der romantischste und schaurigste Herrschaftssitz Sachsens

Burg Oybin

Foto: Brücke-Osteuropa

Mächtig erhebt sich der Oybin über das Land. Die auf dem Berg befindlichen Ruinen scheinen von einem geheimnisvollen Zauber umgeben zu sein und eine einzigartige, schaurige Macht auf die Besucher auszuüben. Fast scheinen die geheimnisvollen Ruinen aus dem Felsen zu wachsen. In vielen Gemälden und Zeichnungen festgehalten, sind sie das Wahrzeichen der am Fuße des Berges liegenden, gleichnamigen Stadt. Das zerklüftete Felsmassiv ist bereits seit dem späten 18. Jahrhundert, der Zeit der Dresdner Romantik, ein beliebtes Ausflugsziel mit Magie. Hier, im Zittauer Gebirge, scheint die Zeit stillzustehen und der Glaube an Drachen, Berggeister und Hexen noch Bestand zu haben.

 

Der Berg Oybin ist wie geschaffen für eine mächtige Festung

Mit seinen steilen Hängen scheint der Berg Oybin wie geschaffen für den Bau eines Herrensitzes. Die steilen Felswände machen den Berg und die Festung uneinnehmbar. Und so wurde der Berg im 13. Jahrhundert zum ersten mal besiedelt. Als er 1346 in die Hände der Könige von Böhmen fiel, lies Kaiser Karl IV. die Burg erweitern. Es entstand ein repräsentatives Kaiserhaus. Im Jahre 1369 wurde ein Cölestinerkloster gegründet. Hier, in der Abgeschiedenheit des Berges, vertieften sich die Mönche ins Gebet.

Der Prager Erzbischof weihte 1384 die Klosterkirche ein. Sie war vorher, in mühevoller Arbeit, dem Felsen abgerungen wurden. Das Kloster Oybin verfügte über eine sichere Lage wie kaum ein anderes kirchliches Gemäuer. Und so wurde im Kloster der Prager Domschatz in Kisten verpackt vor den Hussiten versteckt. Am 28.September 1420 wollten die Hussiten die Burg mit einem Sturmangriff einnehmen. Jedoch der Versuch war zum Scheitern verurteilt. Der Berg und die Burg hielten stand.

Mit dem Reformation fand das Ordensleben sein Ende. Der letzte Prior starb 1555. Daraufhin kaufte die Stadt Zittau den herrschaftlichen Sitz. Ein Blitz vernichtete jedoch 1577 das Kloster, welches in den folgenden Jahren immer mehr verfiel. Sowohl das Kloster als auch die Burg verwandelten sich in mächtige Ruinen, denen ihre einstige Schönheit noch heute anzusehen ist.

 

Der Zugang zum Felsen Oybin und seinen Ruinen

Möchten Sie heute den Weg zu den Ruinen auf sich nehmen, müssen Sie vorbei an der evangelischen Kirche. Diese scheint fast am Felsen zu kleben. Zwei Tore sichern den Aufgang zum Felsen. Haben Sie das letzte Tor passiert, stehen Sie auf dem von Ruinen umgebenen Burghof. Das Oybinmuseum befindet sich in den noch bestehenden Resten eines Wohnturms. Gefolgt wird es vom Kaiserhaus, welches sich nah über dem Abhang erhebt und mit seinen mauern die Klüfte des Felsen überspannt. Über eine Treppe erreichen Sie die Ruinen der Klosterkirche. Aus dem anstehenden Felsen wurde der untere Bereich des Klosters gemeißelt. Noch heute können Sie dort die Spuren bewundern, die die kühnen Handwerker mit ihren Meißeln hinterlassen haben. Das sehr steile Kirchenschiff wird von gotischen Fenstern beleuchtet. Gewölbe und Dach sind verloren. Der Bergfriedhof, auf dem einst die Mönche zur letzten Ruhe getragen wurden, war mehr als einmal Motiv für Maler der Romantik. Bäume, Ruinen und Felsen zeichnen eine schaurige Kulisse, dessen Zauber auch Sie sich nicht entziehen können.

 

 

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