Gottfried Silbermann – der berühmteste Orgelbauer des Barock

Silbermannorgel

Foto: Schwittus

Am 14.Januar 1683 wurde in Kleinbobritzsch Johann Gottfried Silbermann geboren, der zum berühmtesten Orgelbauer des Barock werden sollte. Aber Johann Gottfried Silbermann schuf nicht nur Orgeln. Auch besaitete Tasteninstrumente gehörten zu seinem Repertoire. Die Einzigartigkeit und hochwertige Qualität der Orgeln lies diese allerdings in den Vordergrund rücken. Leider ging der Erfindungsreichtum Silbermanns und alle die anderen Entwicklungen über die Jahre dadurch verloren. Lediglich drei seine Hammerflügel sind heute noch erhalten.

Silbermann wurde als jüngster Sohn des Zimmermanns Michael Silbermann geboren. Der Orgelbau liegt nicht in der Familie, denn sein Großvater war Bauer und sein Urgroßvater Häusler. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie ins benachbarte Frauenstein. Silbermann erlernte wahrscheinlich das Handwerk des Schreiners, folgte aber seinem Bruder Andreas 1702 nach Straßburg und erlernte dort gemeinsam mit ihm das Handwerk des Orgelbaus. In Straßburg baute er zusammen mit Andreas vier Orgeln. Hier kam er auch mit der französisch-elsässischen Orgelkultur in Berührung.

1710 kehrte Johann Gottfried Silbermann als Meister nach Sachsen zurück. Der Thomaskantor Johann Kuhnau lernte den jungen Orgelbauer in Leipzig kennen und war von seinen Kenntnissen begeistert. Seiner Fürsprache hat Silbermann es zu verdanken, dass er schnell in Sachsen bekannt wurde. 1711 eröffnete er eine Werkstatt in Freiberg und begann mit dem Bau der Silbermannorgel im Freiberger Dom. Silbermann hatte aber nicht nur beim Orgelbau ein goldenes Händchen, sondern war auch in der Lage, gute Geschäfte zu machen. Für die damalige Zeit war er für einen Orgelbauer ungewöhnlich reich. Schnell hatte er sich eine Monopolstellung geschaffen, die kein anderer Orgelbauer erreicht hat. Im Jahre 1723 erhielt er von August II. die Auszeichnung „königlicher Hoff- und Land-Orgel-Bauer“. An Aufträgen aus dem Ausland hatte er kein Interesse. Diese lehnte er immer ab. Sein Wirken beschränkte er ausschließlich auf Sachsen.

1749 erkrankte Silbermann. Die Orgel in Frankenstein wurde von seinen Mitarbeitern erbaut, den Orgelbau in der katholischen Hofkirche Dresden übernahm sein Schüler Zacharias Hildebrandt. Am 04.August 1753 verstarb Silbermann wahrscheinlich an den Folgen einer Vergiftung durch Zinn und Blei. Er wurde auf dem Johannisfriedhof in Dresden beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

 

Nicht nur die Silbermannorgel erinnert an Johann Gottfried Silbermann

Johann Gottfried Silbermann hat wie kein anderer Orgelbauer die Orgelregion Sachsen geprägt. Orgeln in Dresden, Chemnitz, Freiberg, Großkmehlen und vielen anderen sächsischen Städten sind auch heute noch erhalten. Das Markenzeichen der Orgeln ist eine unverkennbar klare Linie in der äußeren Form und der Musikgestaltung. In den ersten Jahren seines Schaffens ließ Silbermann sich vor allen von der französischen Klassik beeinflussen, später brach er mit der Tradition.

Silbermann ist aber nicht nur für seine Silbermannorgel bekannt und berühmt. Er baute auch besaitete Tasteninstrument wie den Hammerflügel, Cembali und Clavichorden. Silbermann entwickelte die Instrumente auch weiter. Immer wieder führte er Neuerungen ein, vervollständigte und verbesserte die Technik und komplettierte die Musikinstrumente.

Während seiner Wirkungszeit bildete Johann Gottfried Silbermann zahlreiche Schüler aus. Sein bekanntester Schüler ist Zacharias Hildebrandt, welcher den Orgelbau in der Hofkirche zu Dresden beendete.

 

 

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