Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands

Görlitz

Foto: Schläsinger, CC BY-SA 3.0

Am äußersten Zipfel Deutschlands, eng an die polnische Grenze geschmiegt, liegt Görlitz. Sie ist die östlichste Stadt Deutschlands. Und weil hier die oberlausitzer Mundart herrscht, heißt die Stadt auch noch Gerlz, Gerltsch oder Gerltz. Im Obersorbischen trägt sie den Namen Zhorjelc. Görlitz ist aber nicht nur die östlichste Stadt, sondern auch die Kreisstadt des Landkreis Görlitz. Hier, wo Görlitz sich befindet, ist die niederschlesische Oberlausitz. Übrigens wurde Görlitz nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt. Ein Teil der Stadt liegt nämlich auf der anderen Seite der Neiße und damit heute auf dem Gebiet des heutigen Polens.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten blieb Görlitz im Zweiten Weltkrieg fast völlig verschont von Zerstörungen. So blieben fast alle Phasen des mitteleuropäischen Siedlungsbaus im Wesentlichen erhalten. Sie können am Stadtbild die Siedlungsentwicklung ablesen. Fast 4000 Baudenkmäler gibt es in der Stadt. In der Innenstadt finden sich Renaissancehäuser, Barockbürgerhäuser und spätgotische Bauten. Im Umkreis der Altstadt ist ein Gründerzeitviertel zu finden.

Um 1303 bekam die Stadt vom landesherrschaftlichen Vogteigericht als erste Stadt die Unabhängigkeit verliehen. Im gleichen Zug erhielt Görlitz eine Obergerichtsbarkeit. 1339 erhielt die Stadt das „Stapelrecht“. Dieses Recht erlaubte Görlitz, von durchziehenden Kaufleuten zu verlangen, dass sie ihre Waren in der Stadt abluden und für eine bestimmte Zeit „stapelten“ und anboten. Görlitz erhielt das Stapelrecht vor allem für eine gefragte Färberpflanze. Färberwaid war in ganz Europa gefragt. Die Pflanze ist für die Blaufärbung in der Tuchfärbung verantwortlich. Auch aufgrund der florierenden Tuchproduktion florierte der Handel zunehmend und macht Görlitz zu einer bedeutenden Handelsstadt.

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Görlitz gehört die Altstadt. Diese gehört zu den in Europa am besten erhaltenen Altstädten. Mit 4000 Denkmälern, die von Spätgotik bis Jugendstil reichen, ist Görlitz schon fast ein Flächendenkmal. Bereits 1990 wurde eine Erhaltungssatzung für die Görlitzer Stadtteile Innenstadt, Altstadt, Südvorstadt und Nikolaivorstadt beschlossen. Aufgrund des kritischen Bauzustandes vieler Häuser wurde Görlitz zwischen 1990 und 1994 zur Modellstadt der Stadtsanierung. Ein Bummel durch die Stadt lohnt sich immer. Sie werden dabei viele einzigartige, sanierte Gebäude entdecken.

Auch ein Besuch der Görlitzer Kirchen lohnt sich. Als einziges erhaltenes Stadttor der Nikolaivorstadt ist das Finstertor eine echte Attraktion. Gleich angrenzend befindet sich das Haus des Scharfrichters. Fast wie eine Festung erhebt sich die Jägerkaserne. Sie war die Unterkunft des 5.Jägerbataillons und wurde in der Zeit von 1854 bis 1858 erbaut. Von 1859 bis 1945 wurde das Bauwerk von den Garnisonstruppen genutzt. Heute thront hier der Landkreis Görlitz.

Görlitz kann aber auch mit Gedenkstätten, wunderschönen Parkanlagen und einer Oldtimer-Parkeisenbahn aufwarten. Museen und Theater laden zu verschiedenen Veranstaltungen ein und die jährlichen Volksfeste locken jedes Jahr unzählige Touristen an.

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