Ein Streifzug über die Dresdner Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmarkt DresdenSchnee rieselt vom Himmel herab, es riecht allerorten nach Glühwein, Punsch, Bratwurst und gebrannten Mandeln, im Hintergrund erklingt Weihnachtsmusik, Kinderaugen leuchten. Es ist Advent, also endlich wieder Zeit für einen Bummel über den Weihnachtsmarkt.

Dresden behauptet von sich, die Weihnachtshauptstadt Deutschlands zu sein und tatsächlich wird hier viel geboten …

Kommt der Besucher mit dem Zug am Hauptbahnhof der Landeshauptstadt an, ist es gar nicht weit bis zur nächsten Glühweinbude. Auf der Prager Straße empfängt der erste Weihnachtsmarkt Dresden seine Besucher. In den letzten Jahren etwas stiefmütterlich behandelt, erstrahlt er ab diesem Jahr in neuem Glanz. Die „Dresdner Winterlichter“ (29.11. – 23.12.2012) versetzen die Einkaufsmeile in weihnachtliche Stimmung. Attraktion ist ein 15 Meter hoher Baum, der, wenn es dunkel wird, stündlich illuminiert wird. Geboten werden außerdem allerlei Leckereien aus Dresden und Umgebung.

 Weihnachtsmarkt Dresden

Herzstück und DAS Touristenhighlight ist natürlich der „Striezelmarkt“ auf dem Altmarkt. Er findet 2012 (28.11 – 24.12.) bereits zum 578. Mal statt. Über 200 Händler bieten hier u. a. erzgebirgische Holzkunst, Pulsnitzer Lebkuchen oder Lauschaer Glaskunst an. Kulinarisch wird aufgefahren, was das Weihnachtsherz begehrt.

Seit der Umgestaltung 2009 setzt der Markt noch stärker auf Familien mit Kindern. Die Kleinen können im Knusperhaus Pfefferkuchen verzieren, in der Kinderbackstube selbst Plätzchen backen und natürlich auch mitnehmen, im Pflaumentoffelhaus malen und basteln oder das Märchenhaus besuchen. Auf der Bühne präsentiert sich täglich das Dresdner Weihnachtstheater. Im Wichtelhaus können gestresste Eltern ihren Nachwuchs in die Hände einer professionellen Kinderbetreuung geben und inzwischen in Ruhe über den Markt schlendern und einen Punsch trinken.

An den Wochenenden finden traditionelle Feste, vom Pflaumentoffelfest bis zum Schwibbogenfest, statt. Höhepunkt ist alljährlich das Stollenfest (8.12.12). Der Stollen, „Striezel“ genannt, gab dem Markt schließlich seinen Namen. Schon Wochen vorher backen zahlreiche Dresdner Bäcker am tonnenschweren Riesenstollen, der an diesem Tag nach einem Festumzug durch die barocke Altstadt angeschnitten und verkauft wird.

Vom größten begehbaren erzgebirgischen Schwibbogen bietet sich ein hervorragender Blick über den gesamten Markt und auf die größte erzgebirgische Stufenpyramide. Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr am 7.12. die „Sternstunden“. An diesem Abend ist der Markt bis 23 Uhr geöffnet und bietet besondere Angebote.

Weihnachtsmarkt DresdenAuf dem Neumarkt kann man in die Welt des Weihnachtsmarktes anno 1900 eintauchen (30.11. – 21.12.2012). Hier geht es ohne viel Schnickschnack sehr besinnlich zu. An kleinen Ständen und Buden werden die traditionellen Handwerkszünfte nachgebildet, die sich vor 100 Jahren rund um den Neumarkt befunden haben. Eine zünftige Feuerzangenbowle wärmt richtig auf.

Wer es beim Glühweinumtrunk eher „kuschlig“ mag, der ist auf dem Weihnachtsmarkt Dresden an der Frauenkirche (30.11 – 24.12.2012) richtig. Dieser befindet sich vornehmlich in der Münzgasse. Händler bieten hier Töpferwaren, Plauener Spitzen oder Freiberger Zinn feil. Sehr Hungrige können direkt in einem der unzähligen Restaurants einkehren.

Eine etwas peppigere Alternative bietet sich beim „Dresdner Hüttenzauber“ (28.11 – 24.12.) auf dem Postplatz. In mehreren beheizten Hütten gibt es Hüttengaudi, Aprés Ski und ein Hüttenrestaurant mit ca. 130 Plätzen. Hier kann man sich bereits mittags den Bauch vollschlagen.

Sie haben nun immer noch nicht genug vom Weihnachtstreiben? Dann geht es direkt hinüber auf die Neustädter Seite. Dort öffnet der „Augustusmarkt“ seine Pforten (29.11. – 23.12.2012). Auch dieser Weihnachtsmarkt Dresden präsentiert sich rund um den Goldenen Reiter und entlang der Hauptstraße völlig neu. Statt normalen Hütten stehen hier nun üppig geschmückte, hübsch beleuchtete weiße Pagoden. Es wird ein Blick in die Weihnachtswelt anderer Bundesländer, der europäischen Nachbarn und der weiten Welt geworfen.

Beschaulich-romatisch geht es auf vielen kleineren Weihnachtsmärkten in den Stadtteilen zu. Empfohlen sei hier der Elbhangfest-Weihnachtsmarkt in Loschwitz (1.12. – 16.12.2012). Durch viele kleine Stände und die Beteiligung der angrenzenden Händler und Höfe entsteht hier ein ganz besonderes Flair.

Weihnachtsmarkt Dresden

Zum Abschluss dieses Weihnachtsbummels durch Dresden sei noch ein Besuch der „Mittelalter-Weihnacht“ im Stallhof des Dresdner Schlosses (28.11 – 23.12.2012) wärmstens ans Herz gelegt. Dieser Weihnachtsmarkt Dresden ist seit Jahren sehr beliebt. Vielleicht liegt es daran, dass es hier kein Plastik, nur wenig elektrisches Licht und nicht die übliche Weihnachtsbeschallung gibt. Etwa 40 Händler bieten ihre Waren an, die aus Materialien und mit Werkzeugen des späten Mittelalters gefertigt werden. So kann man Schmieden, Töpfern, Schneidern oder Spinnerinnen bei der Arbeit zusehen. Ab Anbruch der Dunkelheit sorgen Öllampen, Kerzen und Laternen für ein lauschiges Ambiente. Da schmeckt der Met, das Knobibrot, der Eierkuchen oder der Rahmfleck noch mal so gut.

Wer möchte, kann nach vorheriger Anmeldung ein „Bad in der Menge“ nehmen. Dafür stehen im Badehaus zwei Badezuber zur Verfügung, die je bis zu zwölf Personen fassen. Vielleicht eine Anregung für die Weihnachtsfeier?

Wochentags ist der Besuch dieses Weihnachtsmarkts kostenlos, am Wochenende wird jedoch ein Wegezoll erhoben (3 Euro/ermäßigt 2 Euro). Dafür wird dann ganztägig ein reichhaltiges mittelalterliches Programm geboten.

Wer es vor Weihnachten nicht in den Stallhof schafft, der hat danach (27.12. – 30.12.2012) noch einmal eine Chance. Dann gesellen sich zum bisherigen Angebot Bleigießer, Kartenlegerinnen und Wahrsager hinzu. „Magische Tage und Nächte voller Aberglauben“ ist in der Zeit zwischen den Jahren das Motto. Dabei bietet sich die Gelegenheit, einen Blick ins neue Jahr zu werfen.

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One Response to Ein Streifzug über die Dresdner Weihnachtsmärkte

  1. MF schreibt:

    da bekommt man beim lesen schon Lust auf Glühwein & Co 🙂

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