August der Starke – die schillerndste Figur Sachsens

August der StarkeKaum eine andere Persönlichkeit hat die Entwicklung Dresdens so sehr beeinflusst wie August der Starke. Seine Sucht nach Prunk und Aufsehen rief schon bei seinen Zeitgenossen Aufsehen hervor. Seine unermessliche Stärke wurde in vielen Geschichten beschrieben. Und August ohne pompöse Feste wäre gar nicht denkbar. Auch weit nach seinem Tod hat dieser Mann einen legendären Ruf, der nur von wenigen Persönlichkeiten noch übertroffen wird. Sein Leben erregte auch nach seinem Tod noch so manche Fantasie und ließ viele Legenden und Sagen entstehen.

Unverhofft zum Kurfürsten Sachsens

Friedrich August I. erblickte am 12.Mai 1670 am Vormittag gegen 9:00 Uhr das Licht der Welt. Als Zweitgeborener des kurfürstlichen Paares Johann Georg III. von Sachsen und Anna Sophie von Dänemark war sein Weg eigentlich nicht für die Herrscherstellung in Sachsen bestimmt. Die Thronfolge sollte sein älterer Bruder antreten. August konnte die Freiheiten des Hofes genießen und reiste durch viele Länder. Diese Reisen sollten sein ganzes Leben bestimmen. Vor allem der Prunk am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. beeindruckten August. Diesem Glanz und Glamour versuchte August zu allen Zeiten nachzueifern. Aber auch die Reisen nach Italien prägten seinen Sinn für Kunst.

Am 27.04.1694 erreichte August unverhofft die Nachricht vom Ableben seines Bruders Johann Georg IV. Ein verhängnisvoller Kuss war dafür verantwortlich, dass August nun den Thron bestieg. Johann Georg IV hatte seine sterbende Mätresse auf dem Totenbett geküsst und sich dabei selber mit den Blattern infiziert. Mit gerade einmal 24 Jahren bestieg Friedrich August I. den kursächsischen Thron und eröffnete damit eine Ära, die einzigartig sein sollte.

 

Das Augusteische Zeitalter nahm seinen Lauf

Die Regierungszeit des sächsischen Kurfürsten und seines Sohnes Friedrich August II. wird als Augusteisches Zeitalter bezeichnet. August der Starke hatte für Sachsen den Eintritt in die europäische Politik geplant und wollte das Fürstentum als dritte Großmacht Deutschlands sehen. Neben dem habsburgischen Österreich und Brandenburg-Preußen sollte Sachsen einen unsterblichen Namen und Macht erhalten. Seine Ernennung zum König Polens war dabei eine wichtige Etappe. Und dafür scheute August der Starke keine Mühen. Um sein Ziel zu erreichen, musste er aber zwei Hindernisse überwinden. König von Polen konnte nur ein Katholik werden und es gab noch reichlich Kurrenten, die ebenfalls die Königswahl gewinnen wollten. Im Gegensatz zu Sachsen und Frankreich wurde in Polen nicht der Thron vererbt, sondern durch die Königswahl besetzt. Heimlich konvertierte August am 01.Juni 1697 zum katholischen Glauben. Um die Wähler für sich zu gewinnen, flossen große Summen an Bestechungsgeldern. Und auch seine Wahlpropaganda zeigte Erfolg. In der Nacht vom 26. auf den 27.Juni 1697 wurde August der Starke zum polnischen König ausgerufen und am 15.September 1697 zum König gekrönt.

 

August der Starke liebte Prunk und Glanz

August der Starke lernte schon auf seinen Reisen bei der obligatorischen Grand Tour die Machtentfaltung an den Höfen Europas kennen. Vor allem der Sonnenkönig hatte es ihm angetan. Während seiner Zeit versuchte August immer, diesen Prunk auch nach Sachsen zu bringen. Er wurde zum Förderer für Kunst und Architektur. Prächtige barocke Bauwerke entstanden, Erfindungen auf künstlerischem und technischem Gebiet wurden gefördert und einzigartige Kunstsammlungen wurden nach Dresden gebracht.

Aber auch sein ausschweifender Lebenswandel wurde zum Zeugnis seiner Zeit. Es gab wohl kaum ein Fest, das nicht über Tage oder gar Wochen ging. Dafür war natürlich viel Geld notwendig, welches das Volk zahlen musste. Mit hohen Steuern und einer eisernen Politik beschafft August der Starke sich das notwendige Geld.

Sein rücksichtsloser Umgang mit Untergebenen trübt sein heutiges Bild. Wer in Ungnade fiel, musste mit Festungshaft rechnen. Seine Gattin Markgräfin Christiane Eberhardine litt in all den Jahren unter den zahlreichen Mätressen, die August der Starke sich leistete.

 

War August der Starke wirklich so stark?

Den Beinamen „der Starke“ erhielt August nicht nur wegen seiner körperlichen Stärke. Mit 1,76 m war August für die damalige Zeit sehr groß. Seine körperliche Kraft wurde in zahlreichen Zeugnissen belegt. Er verbog Hufeisen und Geldstücke und hinterließ einen Fingerabdruck am Geländer der Brühlschen Terrasse. Doch auch sein herrisches und unberechenbares Wesen ist Grund für den Beinamen.

Von den unzähligen Geschichten, die sich um August den Starken ranken, werden Sie auch hier auf dem Sachsen Blogger noch lesen.

 

 

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