Die katholische Hofkirche Dresden

Hofkirche DresdenAlle Kirchen haben eins gemeinsam: Sie sind mächtig, stattlich, und wenn man in ihnen steht, fühlt man sich unheimlich klein. Nicht anders ist es mit der katholischen Hofkirche Dresden, die seit dem Jahre 1980 den Namen Kathedrale Sanstissimae Trinitatis – auf Deutsch, die Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit – trägt. Erbaut wurde die Kirche von 1739 bis 1755 im barocken Stil. Der Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen gab Gaetano Chiaveri, einem italienischen Baumeister und Architekten, den Auftrag zum Bau der Kirche. Natürlich ist die Hofkirche Dresden mit dem Residenzschloss verbunden, wie es sich eben für eine Hofkirche gehört.

Die Hofkirche Dresden ist eine der größten Kirchen Sachsens

An der Bruttogesamtfläche gemessen ist sie sogar die größte Kirchen Sachsens. Die Hofkirche verfügt über eine Fläche von 4.800 m². Mit einer Gesamtlänge von 92 Metern und einer Breite von 54 Meter ist die Hofkirche Dresden ein durchaus beeindruckendes Bauwerk. Die Turmhöhe weißt ganze 86 Meter auf.

An der Fassade und den Balustraden befinden sich 78 Statuen. Geschaffen wurde diese von den Dresdner Bildhauern Paul und Jakob Mayer und dem italienischen Bildhauer Lorenzo Mattielli. Am Haupteingang befinden sich die vier Evangelisten Johannes, Matthäus, Markus und Lukas. Über dem Eingang befinden sich die Apostel Petrus und Paulus. Sie werden von den Tugenden Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe und Gerechtigkeit umgeben. Auch auf dem oberen Turm, der unteren Balustrade und der oberen Balustraden befinden sich Heiligenfiguren. Die Königin von Polen und Kurfürstin von Sachsen Maria Josepha traf die Auswahl der dargestellten Personen gemeinsam mit dem Erbauer der Hofkirche, Gaetano Chiaveri, und dem Hofbeichtvater Ignatius Guarini. Die weiblichen und männlichen Heiligen, unter denen sich Evangelisten, Kirchenväter, Apostel, bedeutende Jesuiten, Ordensgründer und Schutzpatrone befinden, sollten den Katholiken Mut machen und Menschen den Weg in die Hofkirche Dresden weisen.

Das Innere der Hofkirche DresdenHofkirche Dresden

Der Innenraum der Hofkirche Dresden gliedert sich in ein Hauptschiff, zwei Seitenschiffe und vier Eckkapellen. Eine Besonderheit weist das Hauptschiff auf, der von einem zweistöckigen Prozessionsumgang umschlossen wird. Sachsen war zur damaligen Zeit protestantisch. Katholiken durften ihre Religion nicht im Freien ausüben. Aus diesem Grund wurde der Prozessionsumgang in die Kirche integriert. Im Westen befindet sich die Kreuzkapelle, im Osten die Bennokapelle und im Süden die Sakramentskapelle, welche von Stefano Torelli ausgemalt wurde. Im Norden befindet sich die Johann Nepomuk Kapelle, die auch den Namen Gedächtniskapelle trägt, zum Andenken an die Opfer des 13.Februars 1945.

Eine beeindruckende Arbeit ist auch die Barockkanzel, die von Balthasar Permoser geschnitzt wurde. Der Hochaltar ist aus Marmor gefertigt und mit vergoldeten Bronzeelementen versehen. Das darüber befindliche Altargemälde wurde von Anton Raphael Mengs geschaffen und hat eine Breite von 10 Metern Höhe und 4,50 Meter Breite. Natürlich befindet sich auch in der Hofkirche Dresden eine der berühmten Silbermann Orgeln.

Im Grabgewölbe der Hofkirche Dresden befindet sich die Wettiner-Gruft. Insgesamt beherbergt das Grabgewölbe vier Grufträume, welche durch Gänge miteinander verbunden sind. Hier fanden Könige und Mitglieder der albertinischen Linie des Hauses Wettin samt Ehefrauen und Kinder ihre letzte Ruhe. August der Starke ist nicht unter ihnen. Er wurde als König von Polen in der Königskrypta der Wawel-Kathedrale in Krakau begraben. Nur sein Herz reiste zurück nach Dresden und ist in einer Urne der Hofkirche Dresden in der Stiftergruft beigesetzt.

Auch die Hofkirche Dresden wurde während des Bombenangriffes auf Dresden vom 13. zum 15.Februar zerstört. Zahlreiche Sprengbomben trafen die Kirche. Zerstört wurde neben zahlreichen Figuren auch das Dach. Das Gewölbe im Innenraum stürzte ein und Außenwände wurden beschädigt oder zerstört. Bis zum Jahre 1965 dauerte der Wiederaufbau. An den unterschiedlichen Färbungen der Steine des Kirchenschiffs sind die Spuren der Zerstörung noch zu erkennen.

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