Aurora Gräfin von Königsmarck, die erste Mätresse des sächsischen Kurfürsten

MätresseWer an August den Starken denkt, denkt auch gleichzeitig an die Gräfin Cosel. Doch August konnte mit weit aus mehr Mätressen aufwarten. Seine erste bekannte Mätresse war Marie Aurora Gräfin von Königsmarck. Voltaire bezeichnete die Dame neben Katharina II als berühmteste Frau zweier Jahrhunderte. Aurora war geistreich, konnte fünf Sprachen sprechen, Noten lesen und musizierte selber. Durch Menschlichkeit und Freundlichkeit erhob sie sich hoch über die Damen ihrer Zeit.

Aurora kam 1694 nach Dresden. Sie war auf der Suche nach ihrem Bruder, der im Schloss der Welfen in Hannover spurlos verschwunden war. Von August dem Starken erhoffte sie sich Mithilfe bei der Suche nach ihrem Bruder. Doch August war keineswegs daran interessiert, der schönen Aurora zu helfen. Er war von ihrer Schönheit verzaubert und hoffte sie als Mätresse zu gewinnen.

August lud die Damen deshalb zu einem der rauschenden Feste auf das Schloss Moritzburg ein. Er war gerade 25 Jahre geworden und es wurde Zeit, dass er sich eine Mätresse zulegte. So war es zur damaligen Zeit unter den herrschaftlichen Männern gang und gäbe.

Zusammen mit ihren Hofdamen erschien Aurora als Amazonen verkleidet. Im Moritzburger Wald wurde sie von der Göttin der Jagd, Diana, begrüßt und zum Bankett begleitet. Doch kaum hatte das Bankett begonnen und die ersten Bissen waren gegessen, wurde die Gesellschaft durch Jagdhörner und lautes Hundegebell gestört. Neugierig stürmten die Damen ans Fenster. Sie erblickten einen Hirsch, der von den Jägern gehetzt wurde. In Jagdwagen, welche bereitstanden, nahmen die Damen Platz und nahmen an der Jagd teil. Mit ausgespannten Tüchern wurde der Hirsch an der Flucht gehindert. Als er keinen anderen Ausweg mehr fand, stürzte er sich in den Moritzburger Teich. Dort stellten ihn die Hunde und zerfleischten ihn. Die Jagdgesellschaft fuhr in Gondeln zur Insel, wo ein großes Zelt im türkischen Stil bereitstand. Junge Türken empfingen die Gesellschaft und bewirtete sie.

Der Kurfürst August der Starke betrat als Großsultan verkleidet das Zelt. Sofort warf er dem Fräulein von Königsmarck ein besticktes Tüchlein zu. Nachdem Tänzerinnen die Gesellschaft begeistert hatten, führt August seine schöne Aurora zu den Gondeln und fuhr zum Schloss. Er brachte sie in die ihr zugedachten Gemächer mit den Worten: „Hier, Mademoiselle, sind sie die Gebieterin und ich der Sklave.“ Aurora schlüpfte in das für sie bereit hängende Kleid und schritt mit dem Kurfürsten zur Komödie und anschließend zur Tafel. Ihr Teller war mit Smaragden, Rubinen, Gold, Perlen und Brillanten geschmückt. Das waren die Zeichen der Königin des Balls. Verliebt verließ das Paar vorzeitig den Ball und gab sich den süßen Versuchungen der Liebe hin.

Marie Aurora Gräfin von Königsmarck gebar August dem Starken am 28.Oktober 1696 einen Sohn, der auf den Namen Moritz getauft wurde. Doch schon kurz nach der Geburt kühlt Augusts Zuneigung zu der schönen Dame ab. Aurora zog sich in die Abtei zu Quedlinburg zurück.

Im Jahre 1702 übernahm Aurora noch einmal eine diplomatische Mission. Sie sollte Karl XII für den Kurfürsten August den Starken günstiger stimmen. Doch auf den schwedischen König machte die Dame keinen Eindruck und so musste sie unverrichteter Dinge das Lager Würgen im Kurland verlassen. Am 16.Februar 1728 verstarb Marie Aurora Gräfin von Königsmarck.

 

 

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